"Renfield"
Nicolas Cage wird zu Dracula

  • von Jonas Decker
Man sah in Kino und TV schon die unterschiedlichsten Versionen von Graf Dracula, aber noch nie so eine wie die von Nicolas Cage, der den Vampir als eitlen Narzissten verkörpert.
Man sah in Kino und TV schon die unterschiedlichsten Versionen von Graf Dracula, aber noch nie so eine wie die von Nicolas Cage, der den Vampir als eitlen Narzissten verkörpert.
© 2023 Universal Studios/ProSieben

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Nicolas Cage spielt Graf Dracula – es ist wohl eine seiner bisher prominentesten Rollen. Streng genommen ist Cage als Fürst der Finsternis in "Renfield" aber doch nur der Sidekick. ProSieben zeigt die neue Adaption von Bram Stokers Gruselklassiker als Free-TV-Premiere.

Er ist, nun ja, wohl einfach nicht totzukriegen. Über 100 Mal wurde der Dracula-Stoff bereits verfilmt (TV-Serien und Adaptionen wie "Twilight" nicht mitgerechnet). Man sah den Fürsten der Finsternis in immer neuen Horrorfilmen, in Action-Streifen, Dramen, Romanzen, in Kinderfilmen und diversen Komödien. Zu letzterer Gattung gehört auch jenes neue Werk, das Chris McKay nach einem Drehbuch von Ryan Ridley inszenierte. So wie hier wurde die Geschichte Draculas aber noch nie erzählt: In "Renfield", jetzt als Free-TV-Premiere im Abendprogramm von ProSieben zu sehen, ist das ikonische Monster streng genommen nur Nebendarsteller.

Draculas Gehilfe muss zur Selbsthilfegruppe

Die Figur des Renfield spielte schon im Roman von Bram Stoker (1897) eine bedeutende Rolle, in späteren Verfilmungen ließ man den treuen Gehilfen Draculas aber oft auch außen vor. Ein unheilvoller Pakt bindet Renfield und Dracula. Der Vampir machte ihn unsterblich und verlieh ihm übermenschliche Kräfte, im Gegenzug muss Renfield Käfer fressen und verschiedene Aufgaben für Dracula erledigen: den Erwerb neuer Immobilien einfädeln, Botengänge, regelmäßig neue Opfer zum Aussaugen heranschaffen, solche Sachen. Es ist ein harter Job, Renfield leidet seit Jahrhunderten darunter. Und jetzt hat er keine Lust mehr. Denn in dieser Fassung, angesiedelt im modernen New Orleans, hat er ausnahmsweise mal einen eigenen Willen.

Das unheilige Tagesgeschäft als Draculas Diener, dazu die unberechenbaren Ausbrüche seines jähzornigen, selbstverliebten Chefs: In der originellen neuen Horrorkomödie, die auf einer Idee von "The Walking Dead"-Schöpfer Robert Kirkman basiert, wendet sich Renfield (Nicholas Hoult) an eine Selbsthilfegruppe, um irgendwie aus dieser "toxischen Beziehung" zu entkommen. Er kann nicht ganz offen sprechen, und doch versteht man ihn dort, irgendwie zumindest. Es dauert aber auch nicht lange, bis der große Meister (gespielt von Nicolas Cage) Wind von der Sache bekommt. Und der findet Renfields neueste Eskapaden überhaupt nicht lustig.

Renfield – Mo. 04.05. – ProSieben: 22.00 Uhr

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