Sie gilt als Juwel unter den Geigen: Der Ton der "Stradivari" ist unübertroffen. Das Geheimnis ihres vollen, hellen Klangs aber nahm Antonio Stradivari (1644 – 1737) aus dem norditalienischen Städtchen Cremona mit ins Grab. Bis heute ranken sich zahlreiche Mythen um den Geigenbauer, von dem kein zweifelsfreies Bild überliefert ist, und die mehr als 1.000 Instrumente, die Stradivari im Laufe seines Lebens gebaut haben soll. Sagenumwoben ist insbesondere die wohl berühmteste Violine aus dem Hause Stradivari, die "Messias", die nun im Mittelpunkt des wiederholten Films der ZDF-Reihe "Die Toten vom Bodensee" aus dem Jahr 2024 steht.
Besessen haben soll das wertvolle Stück der Unternehmer Christoph Wenzel. Als seine Ehefrau Jana (Adina Vetter) den Sammler historischer Musikinstrumente erdrosselt auffindet, fehlt von der Messias jedoch jede Spur. Folglich gilt es für Hauptkommissar Micha Oberländer (Matthias Koeberlin), Chefinspektor Thomas Komlatschek (Hary Prinz) und Inspektorin Luisa Hoffmann (Alina Fritsch), herauszufinden, wer überhaupt von der Geige gewusst haben kann: Wenzel hatte sie als Hehlerware erworben und mit zwei weiteren wertvollen Violinen in einem geheimen Raum aufbewahrt. Lediglich die Messias wurde entwendet – es scheint den Tätern also nicht um Geld, sondern um das Instrument an sich gegangen zu sein.
"Die Toten vom Bodensee – Die Messias" war der vierte Film mit Alina Fritsch als Luisa Hoffmann, die 2023 zum Team stieß und es 2025 wieder verließ. Bei dem fesselnden 19. Krimi der 2014 gestarteten Reihe handelt sich um einen besonders persönlichen Fall für die Abteilungsinspektorin. Die Ermittlerin erkennt schnell, dass der Tod des Instrumentensammlers in Verbindung zu ihrer eigenen Vergangenheit steht: Der Mann, von dem Wenzel in Wien die Hehlerware erstanden hat, ist ausgerechnet Antonio Zübert (Luka Dimic).
Hoffmann wird von ihrer Vergangenheit eingeholt
Wie Hoffmann ihren Kollegen voller Sorge berichtet, brachte sie Zübert vor vielen Jahren ins Gefängnis, nachdem sie sich ihm zuvor als verdeckte Ermittlerin angenähert hatte. Tatsächlich dauert es nicht lange, bis sich Zübert am Bodensee blicken lässt. Er hat seine Haftstrafe abgesessen – und scheint nun auf Rache zu sinnen ...
Selten gelingt es den Machern deutscher TV-Krimis, vermeintlich unzusammenhängende Handlungsstränge derart geschickt miteinander zu verknüpfen, wie es Regisseur Michael Schneider hier nach einem Drehbuch von Jeanet Pfitzer, Frank Koopmann und Roland Heep tut. Seit dem 23. Film "Die Toten vom Bodensee – Der Wunschbaum" ermittelt Kriminalhauptkommissar Micha Oberländer allerdings abermals mit einer neuen Kollegin: Anna Werner Friedmann spielt die ein wenig sonderbare Bezirksinspektorin Mara Eisler. Ein zweiter Film mit ihr, der den Titel "Die Toten vom Bodensee – Schicksalsrad" trug, war im April erstmals im ZDF zu sehen. Fünf weitere Filme sind bereits angekündigt. In der ZDFmediathek ist die Wiederholung von "Die Toten vom Bodensee – Die Messias" bereits ab Montag, 8. Juni, zu sehen.
"Die Toten vom Bodensee – Die Messias" – Mo. 15.06. – ZDF: 20.15 Uhr