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"Tatort" aus Luzern: War der Krimi zu brutal?

Vielen Fernsehzuschauern war der "Tatort" aus Luzern am Sonntagabend zu brutal. Allerdings gab es in der Vergangenheit Fälle mit deutlich mehr Toten.

Tatort Luzern

Die Luzerner "Tatort"-Ermittler Liz Ritschard (Delia Mayer) und Reto Flückiger (Stefan Gubser) ermitteln in einer brutalen Mordserie, die sich als blutige Selbstjustiz entpuppt. 

"Zu viel Gehirn in Großaufnahme kann einem den Abend verderben", twitterte eine Nutzerin am Sonntag während der Ausstrahlung der Schweizer ""-Folge "Ihr werdet gerichtet". Darin unternimmt Anoine Monot jr. als biederer Handwerker Simon Amstad einen blutigen Rachezug durch Luzern. Die Ermittler Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) sind immer einen Schritt zu spät, weswegen es viele Leichen gibt.

Allerdings ist der Film weit davon entfernt, neue Bestmarken in Bezug auf die Zahl der Toten aufzustellen. Den Rekord in dieser Kategorie hält immer noch die Wiesbadener "Tatort"-Folge "Im Schmerz geboren" mit Ulrich Tukur vom Oktober 2014. Dort gab es so viele Leichen, dass die Medien ganz durcheinander kamen: Waren es 47 Tote, wie die "Rheinische Post" schrieb? Oder 52 ("Focus Online")? Wenn es nicht doch 53 waren, wie der "Tagesspielgel" zu wissen glaubte. Tatsächlich lagen aber alle Medien daneben - es waren in Wahrheit 54 Leichen, wie Florian Schwarz, der Regisseur der Folge, der "Bild"-Zeitung bestätigte.

Gibt es einen Trend zur Verrohung?

Dagegen war der zweite Fall von Til Schweiger als Kommissar Nick Tschiller geradezu gewaltfreies Familienfernsehen: Lediglich 19 wurden hier angehäuft. Das sind jedoch immer noch deutlich mehr als bei Schweigers "Tatort"-Debüt 2013: Da gab es nur neun Tote. Klingt nicht viel - aber in keinem anderen Sonntagskrimi starben in diesem Jahr mehr Menschen.
Lässt sich daraus ein Trend zu Verrohung ableiten? Das wäre sicherlich ein falscher Schluss. Denn der Tukur-"Tatort" war ein einmaliger Ausreißer nach oben. Die meisten Krimis kommen mit einem oder zwei Toten aus.
Allerdings ist für die Frage, wie brutal ein Film empfunden wird, nicht nur die Zahl der Leichen entscheidend. Sondern die Art der Gewaltdarstellung. Und da ging der aktuelle Luzern-"Tatort" durchaus an Grenzen und darüber hinaus.

Doch nicht allen war "Ihr werdet gerichtet" zu brutal. Ein User fand sogar recht amüsante Worte: "Nach #Schweiger-#Tatort sagten sie mehr Hirn, weniger Tote. Nun ist es auch nicht recht."

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo