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Sonntagskrimi: Ein Häftling bedroht Kommissarin König – auf diesen alten Fall bezog sich der "Polizeiruf 110"

Ein verurteilter Straftäter bedroht Kommissarin Katrin König aus dem Gefängnis: Um den aktuellen "Polizeiruf 110" verstehen zu können, muss man den alten Fall kennen. Wir helfen auf die Sprünge.

"Polizeiruf 110" aus Rostock

In dem Rostocker "Polizeiruf 110" vom November 2018 haben die Ermittler Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Alexander Bukow (Charly Hübner) dem überführten Mörder Guido Wachs (Peter Trabner, l.) eine andere Tat untergeschoben.

ARD

Im Gegensatz zu den meisten anderen Sonntagabendkrimis zeichnet den Rostocker "Polizeiruf 110" seit jeher eine Besonderheit aus: Die Filme mit Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Alexander Bukow (Charly Hübner) erzählen nicht nur einen abgeschlossenen Fall – parallel dazu laufen folgenübergreifende Handlungsstränge, die diesem "Polizeiruf" den Charakter einer Serie verleihen. Um die einzelnen Geschichten restlos zu verstehen, muss man auch die alten Fälle parat haben.

Das war am Sonntagabend nicht anders: Da bekam Katrin König Besuch von einem Anwalt, der ihr Post von seinem unschuldig verurteilten Mandanten überbrachte. Später rief der die Kommissarin sogar aus dem Gefängnis an und drohte ihr: Sie habe ihn mit Tricks hinter Gitter gebracht, das werde sich noch rächen.

Es geht zurück auf eine alte "Polizeiruf"-Folge

Doch hat er damit Recht? Hat die sonst so rechtschaffende Polizistin tatsächlich geholfen, einen Unschuldigen einzusprerren? Die Vorwürfe gehen zurück auf die "Polizeiruf"-Folge "Für Janina", die am 11. November 2018 ausgestrahlt wurde. (Hier lesen Sie eine Kritik des Films)

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Damals mussten die Ermittler einen Verbrecher wieder laufen lassen, obwohl sie ihn mittels eines DNA-Gutachtens überführen konnten. Der Familienvater Guido Wachs (Peter Trabner) hatte 30 Jahre zuvor ein Mädchen vergewaltigt und ermordet. Obwohl das nun zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte, kam der Mann straffrei davon. Der Grund: Er war bereits einmal wegen der Tat angeklagt und freigesprochen worden. In Deutschland darf er deshalb nicht noch einmal für das gleiche Delikt vor Gericht gestellt werden.


Der Gedanke, den Mörder und Sexualstraftäter laufen zu lassen, war für Katrin König unerträglich. Und so versuchte die Kommissarin, auf andere Weise für Gerechtigkeit zu sorgen: Sie schob dem Mann einfach den Mord an einer nigerianischen Prostituierten unter - indem sie Beweise manipulierte. Ihr Kollege Bukow wusste davon und deckt sie seither. So steckt er mit drin.

Katrin König und Alexander Bukow droht ein Verlust ihrer Jobs

Dieses schwere Dienstvergehen könnt den beiden Ermittlern nun auf die Füße fallen. Sollte der verurteilte Guido Wachs nachweisen können, dass er mittels falscher Beweise verknackt wurde, dürften Bukow und König ihre Jobs los sein. 

Ob es so kommt und wie es mit dem Rostocker "Polizeiruf"-Team weitergeht - das werden wir wohl in der nächsten Folge erfahren.