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"Polizeiruf 110" aus Rostock: Die dünne Grenze zwischen Recht und Gerechtigkeit

Wie weit darf die Polizei gehen, um Gerechtigkeit durchzusetzen? Der "Polizeiruf 110" unternimmt ein verstörendes Gedankenexperiment.

"Polizeiruf 110" aus Rostock

Szene aus dem Rostock-"Polizeiruf": Bukow (Charly Hübner) und Katrin König (Anneke Kim Sarnau) nehmen Guido Wachs (Peter Trabner, M.) in die Zange.

ARD
  • 4 von 5 Punkten
  • Dieser "Polizeiruf" ist weit mehr als ein Krimi: Er stellt eine grundlegende Frage nach Gerechtigkeit - und lässt die Antwort offen.

Worum geht's?

Das Rostocker "Polizeiruf"-Team rollt diesmal einen 30 Jahre alten Fall auf. 1988 wurde die Tochter einer Kollegin vergewaltigt und erwürgt. Der Hauptverdächtige Guido Wachs (Peter Trabner) wurde damals vom Gericht freigesprochen. Obwohl die Polizei mittlerweile stichfeste Beweise hat, die seine Schuld belegen, darf er nicht noch einmal belangt werden. So will es das Rechtssystem. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, den Täter doch noch zur Verantwortung zu ziehen: Er gesteht das Verbrechen - oder ihm wird ein anderes Verbrechen nachgewiesen. Die Kommissare Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Alexander Bukow (Charly Hübner) setzen alles daran, den Familienvater hinter Gittern zu bekommen. Die sonst so rechtschaffene König ist dafür sogar bereit, die Grenzen des rechtlich Gebotenen zu überschreiten. 

Warum lohnt sich dieser "Polizeiruf 110"?

Viele Fernsehkrimis haben schon den Unterschied zwischen Recht und Gerechtigkeit thematisiert, selten ist das jedoch so eindringlich wie bei "Für Janina". Darf man zusehen, wenn ein Verbrecher ungesühnt davon kommt - oder sollte man etwas dagegen tun? Und ist dem Rechtsstaat unbedingt Folge zu leisten? Die Autoren (Buch: Eoin Moore und Anika Wangard) geben keine einfache Antwort und überlassen die Entscheidung dem Zuschauer. Damit ist dieser Film der ideale Auftakt für die ARD-Themenwoche "Gerechtigkeit", die vom 11. bis zum 17. November läuft.

Was stört?

Der "Polizeiruf 110" kommt nur behäbig in Fahrt. Das Aufrollen eines alten Falles erzeugt zunächst wenig Spannung, hier wird viel Polizeiroutine abgespult. Erst spät versteht der Zuschauer, worum es in diesem Film wirklich geht.

Die Kommissare?

Zu Beginn wird Alexander Bukow zu einer Geldstrafe von 8400 Euro wegen einer Falschaussage verurteilt. Die hatte er abgegeben, um Katrin König zu schützen. Doch in ihrem moralischen Rigorismus hat sie sich selbst angezeigt und damit auch ihren Kollegen ans Messer geliefert. Die angespannte Stimmung entlädt sich in einer Schlägerei zwischen den beiden Ermittlern. Danach gibt es Momente der zärtlichen Annäherung. Beziehungsstatus: kompliziert.

Ein- oder Ausschalten?

Ein packender Fernsehkrimi, der noch lange nachhallt. Schalten Sie unbedingt ein!

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.