HOME

Stern Logo Tatort

Schnellcheck

"Tatort" aus Dresden: Geiselnahme im Kinderheim: Ein Vater als tickende Zeitbombe

"Wir müssen verhindern, dass der durchknallt": Die Dresdner Kommissarinnen Karin Gorniak und Leonie Winkler bekommen es mit einem Vater zu tun, der in einem Kinderheim Geiseln nimmt. Ein Wettlauf gegen die Zeit, denn der Mann verliert zunehmend die Kontrolle.

"Tatort: Die Zeit ist gekommen" aus Dresden

Louis Bürger (Max Riemelt) am Rande des Nervenzusammenbruchs. Im Hintergrund hockt seine Frau Anna.

ARD
  • 3 von 5 Punkten
  • Geiselnahme im Kinderheim und Familiendrama: Keine Leichte Kost in schwierigen Zeiten 

Worum geht's?

Der Polizist Jan Landrock wird erschlagen vor seinem Haus aufgefunden. Kommissarin Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und ihre Kollegen glauben, dass der vorbestrafte Louis Bürger (Max Riemelt) etwas mit dem Mord zu tun hat. Mit Hilfe seiner Frau Anna (Katia Fellin) gelingt dem 31-Jährigen allerdings die Flucht aus der Untersuchungshaft. Die beiden wollen sich nach Kroatien absetzen. Zuvor haben sie noch ein Ziel: Den gemeinsamen Sohn Tim (Claude Heinrich) aus dem Kinderheim holen. Der zwölfjährige Junge wurde den Eltern weggenommen, weil er nach einer Drogenüberdosis ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Im Kinderheim eskaliert die Situation, als die Polizei eintrifft. Der bewaffnete Louis Bürger wird zur tickenden Zeitbombe und nimmt mehrere Personen als Geiseln.

Warum lohnt sich dieser "Tatort"?

Der Film lebt vor allem von den Darstellern Katia Fellin und Max Riemelt, die das Ehepaar Bürger spielen. Beide wollen ihr Leben endlich in den Griff kriegen, keine Partys mehr, keine Drogen, dafür ein geregelter Alltag mit Job und Kind. Dabei wird allerdings schon früh klar, dass das nur ein Traum bleibt und die ganze Geschichte nicht gut ausgeht. Vor allem Riemelt spielt den Vater, der komplett die Kontrolle verliert und gleichzeitig verzweifelt um das Wohl seiner Familie kämpft, sehr überzeugend.

Was stört?

Momentan leben viele Familien auf engstem Raum zusammen. Da ist eine Geiselnahme in einem Kinderheim, die Beklemmung, Angst und Panik verbreitet, nicht das optimale Thema für einen entspannten Fernsehabend. Auch Eltern am Rande des Nervenzusammenbruchs will man jetzt im TV eigentlich nicht noch zusätzlich sehen. Zudem springt der Film, gerade am Anfang, bei den zeitlichen Ebenen viel hin und her und hat mehrere kleine Fehler, angefangen beim Kennzeichen des Fluchtautos.

10 Fakten zum Tatort, die Sie noch nicht kannten

Die Kommissare?

Es ist der dritte gemeinsame Fall für Kommissarin Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und ihre neue Kollegin Leonie Winkler (Cornelia Gröschel). Die beiden beschnuppern sich wie Tiger im Käfig und werden nicht richtig miteinander warm. Zu verschieden sind sie in ihrer Arbeitsweise: Gorniak die Zupackende, Impulsive, Winkler der eher rationale, stets auf Vorschriften bedachte Typ. Als "die Neue" in der Geiselnahme eine zentrale Aufgabe übernehmen will, zweifelt ihre Kollegin Gorniak, ob sie der Herausforderung gewachsen ist.

Ein- oder Ausschalten?

Schwere Kost in schweren Zeiten. Diesen Film kann man nicht einfach so weggucken, schon die ersten Minuten sind kaum zu ertragen. Wer Unterhaltung oder platte Action sucht, sollte lieber woanders einschalten.

Die Kommissarinnen Karin Gorniak und Leonie Winkler ermittelten auch in diesen Fällen: