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"Tatort" aus Köln Ballauf, Schenk und ein düsteres Kapitel DDR-Geschichte

"Tatort: Der Tod der Anderen" heute aus Köln
Die Kölner Kommissare Freddy Schenk (Dietmar Bär, l.) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) müssen den Tod von Rentnerin Kathrin Kampe aufklären
© WDR/Thomas Kost / ARD
Erhängt oder gehängt worden? Diese Frage stellen sich die Kommissare Ballauf und Schenk, als sie die Leiche von Kathrin Kampe finden. Um den Tod der Rentnerin zu klären, graben die Ermittler tief in der deutsch-deutschen Vergangenheit.
  • 3 von 5 Punkten
  • Solider Krimi, der in die deutsch-deutsche Vergangenheit eintaucht

Worum geht's?

Bettina Mai (Ulrike Krumbiegel) führt in Köln das exklusive Hotel "Rheinpalais". Sie stammt aus der ehemaligen DDR und hat es über verschiedene Stationen zur erfolgreichen Geschäftsfrau gebracht. Eines Tages sitzt die 60-jährige Kathrin Kampe (Eva Weißenborn) bei ihr im Hotelrestaurant. "Wir sind uns nie persönlich begegnet, aber wir haben gemeinsame Bekannte", sagt Kampe und fordert von Mai Geld. 300.000 Euro will sie haben. Wofür, das lässt sie offen. Wenig später wird die Rentnerin tot in ihrem Hotelzimmer gefunden. Erhängt oder gehängt worden? Diese Frage müssen die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) klären. Doch Mai kommt den Ermittlern zuvor: Sie entführt den Assistenten Norbert Jütte (Roland Riebeling) und nimmt Schenk als Geisel. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um die Umstände von Kampes Tod zu klären und Jüttes Leben zu retten.

Warum lohnt sich dieser "Tatort"?

Der Fall "Der Tod der Anderen" beleuchtet ein dunkles Kapitel der DDR-Geschichte. Im Chemiedreieck um die Städte Halle, Merseburg und Bitterfeld waren riesige Fabriken angesiedelt, in denen Kunststoffe produziert wurden. Zu den größten gehörten die Buna-Werke in Schkopau. "Plaste und Elaste aus Schkopau" war damals ein Werbespruch, der noch vielen ehemaligen DDR-Bürgern geläufig sein dürfte. Im Volksmund machte jedoch ein anderer Slogan die Runde: "Bitterfeld, Bitterfeld, wo der Dreck vom Himmel fällt". Denn die Umweltbelastungen waren massiv, die Städte oft Smog-verhangen, wie man es heute von Bildern aus China kennt. Ganz zu schweigen von den widrigen Arbeitsbedingungen und gesundheitlichen Belastungen, denen die Arbeiter ausgesetzt waren. Es gab Explosionen und Unglücke, viele leiden bis heute unter den Langzeitschäden, die auslaufende Säuren, giftige Dämpfe und Quecksilbervergiftungen verursacht haben. Doch in der DDR wurde das vertuscht und totgeschwiegen.

Was stört?

Die Geschichte ist insgesamt wenig strukturiert. Die meisten Ereignisse spielen in der Vergangenheit, liegen Jahrzehnte zurück. So wird die ganze Zeit nur erklärt, erläutert und versucht, Zusammenhänge herzustellen. Es ist schwer, den Überblick über alle beteiligten Personen und ihre Rolle in der Story zu behalten. Das macht das Zuschauen bisweilen zäh und anstrengend, richtig Spannung kommt eigentlich nie auf.

Die Kommissare?

Als sie am Tatort eintreffen, agieren Ballauf und Schenk noch als Team. Danach trennen sich ihre Wege und das Vertrauensverhältnis der beiden Kommissare wird auf die Probe gestellt. Während Schenk gezwungenermaßen als Geisel an der Seite von Hotelfachfrau Bettina Mai bleiben muss, ermittelt Ballauf zunächst allein. Dann bekommt er aber Unterstützung von der KTU-Mitarbeitern Natalie Förster (Tinka Fürst). "Wir zwei kennen uns nicht besonders gut", gibt Ballauf zu bedenken. "Daran müssen wir arbeiten", kontert sie forsch. Klingt, als könnte sich da eine neue Beziehung anbahnen.

Ein- oder ausschalten?

Es ist der erste "Tatort" des Jahres auf dem angestammten Sonntags-Sendeplatz. Wer diese Gewohnheit mag, kann ruhig einschalten, alle anderen verpassen nichts.

Die Kölner Kommissare Ballauf und Schenk ermittelten zuletzt in diesen Fällen:


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