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Paula Riester von "TatortWatch" Diese Frau passt auf den "Tatort" auf


Darf ein Verdächtiger so behandelt werden? Ist die Durchsuchung ok? Diese Fragen stellt sich Grünen-Politikerin Paula Riester beim "Tatort"-Schauen - und twittert, sobald Bürgerrechte verletzt werden.

Frau Riester, unter dem Motto "Darf der Tatort das?" twittern Sie und Ihre Kollegen unter @TatortWatch Sonntag für Sonntag, wenn der Krimi Bürgerrechte verletzt. Warum?
Wir schauen alle gern "Tatort" und haben entdeckt, dass es bei Facebook und Twitter zu dem Thema immer um alles Mögliche geht: um Klamotten, um Frisuren. Ist der Fall spannend oder nicht? Da haben wir uns gedacht: warum nicht auch mal um Bürgerrechte?

Sind Sie Spielverderber? Der CDU-Abgeordnete Hermann Gröhe witterte schon ein "neues, grünes Bevormundungsprojekt".


Mit solcher Kritik hatten wir gerechnet. Macht aber nichts. Wir wollen nichts verbieten, wir wollen niemandem den Spaß verderben. Man muss nicht alles bierernst nehmen. Wir twittern nebenbei, weil es ein schnelles Medium ist.

Wie hat man sich das eigentlich vorzustellen: Sie, die Juristin, gucken Tatort mit Smartphone in der Hand und Gesetzbuch auf der Sofalehne?


Manches weiß ich, ansonsten kann man im Netz ja auch schnell mal die Strafprozessordnung aufrufen.

Und so "Tatort" zu gucken, bringt Spaß?


Wenn ich das jede Woche machen müsste, wäre es mir auch zu anstrengend. Aber wir sind ja mehrere. Und wir haben auch nicht den Anspruch, alles bis ins kleinste Detail zu zerlegen, wir wollen einfach auf bestimmte Dinge aufmerksam machen.

Aber es ist doch nur eine Krimiserie, es ist doch nur Fernsehen.


Natürlich. Es kommen auch Tweets, die sagen uns: Guckt doch mal Krimis bei den Privaten, da ist alles noch viel schlimmer. Aber "Tatort" ist eben eine recht realitätsnahe Serie, die will auch zeigen, wie es zugeht bei der Polizeiarbeit. Ich höre auch immer wieder von Freunden und Verwandten als Kommentar: Ich dachte, man macht das so. Aber es geht eben nicht, Leute zu vernehmen, ohne sie über ihre Rechte zu belehren. Oder sie einfach mal in U-Haft zu nehmen.

Ist ein guter "Tatort" einer, an dem es nichts zu meckern gibt?


Ach, irgendwas gibt es immer.

Interview: Alf Burchardt

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