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"Tatort"-Kritik: Wunden, die nie verheilen

Was hat ein vor 15 Jahren verschwundenes Kind mit dem aktuellen Mordfall zu tun? Der als Wiederholung angesetzte Dortmund-"Tatort" reißt bei Peter Faber und den anderen Ermittlern alte Wunden auf.

Tatort aus Dortmund

Fast wie im Köln-"Tatort": Die Kommissare Peter Faber (Jörg Hartmann) und Martina Bönisch (Anna Schudt) genehmigen sich an der Pommes-Bude Bratwurst und Bier.

Kinder sind für viele Menschen das schönste, was es im Leben gibt. Doch Kinder können auch das furchtbarste sein. Im Fall ihres Todes oder ihres Verschwindens hinterlassen sie bei den übrigen Familienmitgliedern eine Wunde, die nie wieder verheilt. 

So ist es Eva Dehlens (Maren Eggert) ergangen. Vor 15 Jahren verschwand ihr Sohn spurlos. Ein Verlust, den sie bis heute nicht verarbeitet hat. Von Zeit zu Zeit glaubt sie, ihn wiederzuerkennen - und bezichtigt dann fremde Mütter, ihren Sohn geraubt zu haben.

Mit einer dieser Frauen hat sich ihr Mann getroffen - kurz darauf liegt er tot im Hafenbecken. Bei ihren Ermittlungen muss sich die Dortmunder Mordkommission notgedrungen auch mit dem verschwundenen Kind befassen. Damals war Martina Bönisch (Anna Schudt) für den Fall zuständig. Sie macht sich noch immer Vorwürfe, den Jungen nicht gefunden zu haben. Dadurch ist sie in den aktuellen Fall auch persönlich involviert.

Alle "Tatort"-Ermittler leiden

Was die "Tatort"-Folge "Hundstage" so rundum gelungen macht: Der Film (Buch: Christian Jeltsch, Regie: Stephan Wagner) hat ein Thema, das alle Charaktere miteinander verbindet. Denn wenn jemand das Gefühl kennt, ein Kind zu verlieren, dann Peter Faber (Jörg Hartmann). Der schien sich gerade stabilisiert zu haben, doch der Fall weckt alte Traumata.

Die Beziehung der beiden anderen Dortmunder Ermittler, Nora Dalay (Aylin Tezel) und Daniel Kossik (Stefan Konarske), zerbrach an einer Abtreibung: Das nie geborene Kind steht noch immer unausgesprochen zwischen den beiden. Und auch Bönisch leidet unter Kinder-Entzug: Sie hat ihre Familie verlassen und bemerkt langsam, was sie angerichtet hat. Wehmütig erinnert sie sich glücklicher gemeinsamer Tage, die nicht wiederkommen.

Außergewöhnlich gut

Während die Handlung der bisherigen Dortmunder "Tatort"-Folgen immer unter einer gewissen Zerfaserung litt, die sich aus den zu vielen Ermittlerfiguren ergibt, so tut die thematische Zusammenführung dem aktuellen Fall sichtlich gut. Umso unnötiger, dass Daniel Kossik ein Alkoholproblem ins Drehbuch geschrieben bekommen hat. 

Das ändert nichts daran, dass "Hundstage" ein außergewöhnlich guter Film geworden ist. Der Titel bezeichnet nicht nur die unerträglich heißen Augusttage, an denen die Hitze alle leicht irre macht. Tatsächlich ist es ein Hund, der am Ende zur Klärung des Falles beiträgt. Ehe ein Gewitter einsetzt und die Hundstage in beendet.

Die "Tatort"-Folge "Hundstage" wurde erstmals am 31. Januar 2016 ausgestrahlt. 


Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo