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"Tatort" aus München One-Way-Ticket in den Tod: Batic und Leitmayr auf den Spuren der Stasi

"Tatort: One Way Ticket" aus München
Die Kriminalhauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) ermitteln in einem Giftmord
© BR/Roxy Film/Marco Nagel
Zu Weihnachten wird es ungemütlich in München: Die Kommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr ermitteln in einem Giftmord, bei dem auch ehemalige Stasi-Agenten mitmischen.
  • 4 von 5 Punkten
  • Kriminelle Geschäfte werden als Entwicklungsarbeit getarnt und die frühere Stasi hat auch ihre Finger im Spiel: ein komplexer, spannender Fall für Batic und Leitmayr

Worum geht's?

Timo Harbig (Jakob Spieler) arbeitet als Koordinator bei einer NGO in München. Gemeinsam mit einer Gruppe Rentner leistet er Entwicklungsarbeit in Afrika. Offiziell ist Harbig Single und ein "Eigenbrötler", wie eine Kollegin sagt. Doch dann wird der 36-Jährige tot in seinem Auto gefunden. Harbig wurde qualvoll vergiftet, mit ihm im Wagen saß eine junge Frau. Vor seinem Tod konnte er noch den Notruf wählen und äußerte die Befürchtung, dass er ermordet werden könnte. Die Kriminialhauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) nehmen die Ermittlungen auf. Sie stoßen auf rätselhafte Reisen der Rentner, die trotz knapper Kassen regelmäßig um den Globus fliegen und finden heraus, dass Harbig an einem Gift starb, mit dem die Stasi bis in die 80er Jahre experimentierte.

Warum lohnt sich dieser "Tatort"?

Dieser Fall führt Batic und Leitmayr über die Münchner Stadtgrenzen hinaus. Ein Teil der Geschichte spielt in Nairobi, Kenia, allerdings wenig beschaulich in "Afrikas dreckigstem Knast". Dort landet der Rentner Martin Endler (Siemen Rühaak), nachdem in seinem Koffer Drogen und große Mengen Bargeld gefunden wurden. Die Münchner Kommissare jonglieren bei ihren Ermittlungen nicht nur zwischen Zeitzonen und Ländergrenzen, sondern müssen sich auch mit deutsch-deutscher Geschichte auseinandersetzen. Mit den Machenschaften der Stasi auf dem afrikanischen Kontinent sowie untergetauchten Agenten, die noch immer schalten und walten. Das ist informativ und spannend, auf der anderen Seite aber auch beängstigend realistisch inszeniert.

Was stört?

Die Überheblichkeit, mit der Batic und Leimayr die Rentner in einem Verhör maßregeln, ist unangemessen. Sicher, ihre Taten sind in keiner Weise zu entschuldigen. Wenn eine der Beteiligten aber schildert, wie ihre knappe Rente kaum zum Leben reicht, sie sich Essen von der Tafel  holen muss oder eine kaputte Waschmaschine schon die Existenz bedroht, dann wirkt der Belehrton der Beamten mit ihrer dicken Pension ziemlich realitätsfern. Wenig sympathisch ist auch die Figur des BKA-Mitarbeiters Rolf Hardt (Moritz von Treuenfels), der dem Rentner Martin Endler in Nairobi helfen soll. Mit arroganten Sprüchen, halboffenem Hemd und einem dauerhaft klappernden Klickzähler ist er eine Schwachstelle in dem sonst überzeugend besetzten Film.

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Die Kommissare?

Für Batic und Leitmayr ist es bereits der 82. Fall. Seit 1991 ermittelt das Duo aus München. Dass die beiden zu den erfahrensten Kommissaren gehören, klingt immer wieder an - verbunden mit dem Hinweis, ob nicht langsam mal die Rente anstehe. "Wie alt seid ihr jetzt eigentlich inzwischen?" werden die Komissare von einem pensionierten Verfassungsschützer gefragt. Für Nachwuchs aus den eigenen Reihen ist gesorgt: Kommissar Kalli (Ferdinand Hofer) übernimmt immer mehr Verantwortung und hat auch den Kommando-Ton gegenüber anderen Kollegen schon perfekt drauf. "Von wem er das wohl hat", kommentiert Leitmayr.

Ein- oder Ausschalten?

Wer entspannen will, schaut im ZDF das "Traumschiff" mit Florian Silbereisen als neuem Kapitän. Spannung gibt's hingegen in der ARD mit diesem "Tatort".


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