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2. Staffel auf Tele 5 Ganz nah an Trumps Amerika: Wer sich gruseln möchte, guckt "The Handmaid's Tale"

The Handmaid's Tale
Elizabeth Moss (rechts) als June in der zweiten Staffel von "The Handmaid's Tale"
© George Kraychyk/ / Picture Alliance
Die preisgekrönte Dramaserie "The Handmaid's Tale" über ein Amerika der unterdrückten Frauen hat in Trumps Politik erschreckend viele Parallelen gefunden. Nun ist die zweite Staffel im deutschen Free TV zu sehen - und die ist noch brutaler und düsterer als die erste.

Als die erste Staffel von "The Handmaid's Tale" im Frühjahr 2017 erschien, platzte sie mitten in Donald Trumps erste Monate als US-Präsident. Überall im Land hatten sich Frauen zu großen Demonstrationen zusammengetan, hatten mit Massenprotesten klar gemacht, dass ihnen der "Grab 'em by the Pussy"-Präsident zutiefst zuwider ist. Perfektes Timing also, für die Verfilmung des dystopischen Romans von Margaret Atwood, in der es um ein religiöses Amerika der unterdrückten Frauen geht. Die US-Show wurde mit Preisen überhäuft, darunter dem Emmy als beste Dramaserie. In Deutschland läuft nun die zweite Staffel erstmals im Free-TV  - und hat leider nichts an Aktualität eingebüßt.

Zu nah sind die Geschehnisse in der Serie an den frauenfeindlichen Positionen von Donald Trump dran. Da ist zum Beispiel das große Thema der Familientrennung, das erneut das Handeln von Protagonistin June, gespielt von Elizabeth Moss, prägt. June wurde von Mann und Tochter getrennt und tut alles, um ihr Kind zurückzubekommen - auch wenn es bedeutet, eine Fluchtmöglichkeit nicht zu nutzen. Es fällt schwer, da nicht an die Situation an der mexikanischen Grenze zu denken, wo die Trump-Regierung Familien trennte, die einwandern wollten. Erst kürzlich wurde bekannt, dass deshalb noch immer über 500 Kinder alleine in den USA zurückgeblieben sind - Kontaktdaten zu den Eltern fehlen.

Frauen weltweit nutzen die Symbolik der Serie bei Protesten

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Eine weitere Parallele findet sich in Trumps Kampf gegen das Recht auf Abtreibung. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit hat der US-Präsident die sogenannte Global Gag Rule wieder eingeführt, die Gelder von Hilfsorganistationen abzieht, die zu Schwangerschaftsabbrüchen beraten. Mit der Ernennung von Amy Coney Barrett, einer konservativen Hardlinerin und Abtreibungsgegnerin, als neuer Richterin am Surpreme Court, bleibt er seinem Kurs treu.

In der Serie wird diese Haltung ins Extreme gedacht, der weibliche Körper als Eigentum des Staats ist die Prämisse der Erzählung. Als "Handmaid" hat June im religiösen Land Gilead kein Recht über ihren eigenen Körper. Sie wird regelmäßig vergewaltigt, um Nachwuchs zu produzieren.

Am Ende der ersten Staffel  stellt June fest, dass sie schwanger ist, was ihr in der zweiten Staffel paradoxerweise Vorteile und Freiheiten verschafft. Das ändert aber nichts daran, dass die zweite Staffel noch düsterer und brutaler als die erste geraten ist. Folter, Mord, Ausbeutung - neben Junes Erlebnissen werden auch die Schicksale ihrer Freundinnen Emily (Alexis Bledel) und Moira (Samira Wiley) weitererzählt.

Fazit: Wer sich gruseln möchte, der guckt "The Handmaid's Tale" - oder die Nachrichten. Die typische rote Kutte, die June tragen muss, ist längst als Symbol ins reale Leben übergeschwappt und wird von Frauen weltweit bei Protesten getragen. 

"The Handmaid's Tale", Staffel 2, läuft ab ab dem 6. November auf TELE 5 als Free TV-Premiere. An drei aufeinander folgenden Wochenenden wird freitags und samstags ab ca. 22:15 Uhr je eine Doppelfolge ausgestrahlt und zum großen Finale am 21. November gibt es das Triple bestehend aus den letzten drei Folgen der Serie.


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