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TV-Konsum: Die Deutschen sehen wieder mehr fern

In den vergangenen Jahren ging der Fernsehkonsum in Deutschland permanent zurück. Doch dieser Trend ist gebrochen: Erstmals seit drei Jahren verbrachten die Deutschen wieder mehr Zeit vor dem Fernseher.

Dreieinhalb Stunden verbringen die Bundesbürger im Schnitt täglich vor dem Fernseher. Im vergangenen Jahr stieg der durchschnittliche TV-Konsum um fünf auf 212 Minuten pro Tag. Dies geht aus den aktuellen Zahlen hervor, die das Marktforschungsunternehmen Media Control veröffentlichte. Damit nahm der Fernsehkonsum erstmals seit drei Jahren wieder zu und erreichte das Niveau von 2006.

Auch in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen kletterte der Fernsehkonsum den Angaben zufolge um vier auf 182 Minuten und damit gut drei Stunden pro Tag. Diese Zahlen erstaunen, waren doch viele Medienexperten aufgrund des Rückgangs der letzten Jahre sowie der steigenden Bedeutung des Internets davon ausgegangen, dass dieses Medium gerade für junge Leute an Bedeutung verliert.

Der Süden lässt die Kiste öfter aus

Aufgeschlüsselt nach Bundesländern ergibt sich eine deutliche regionale Ausprägung: Im Süden wird am wenigsten ferngesehen - Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz liegen ganz am Ende. Im Osten läuft die "Glotze" dagegen am längsten: Spitzenreiter sind wie im Vorjahr die Brandenburger, die täglich 262 Minuten vor der Mattscheibe hingen - das sind fast viereinhalb Stunden. Der tägliche Fernsehkonsum stieg in diesem Bundesland in den vergangenen zehn Jahren um durchschnittlich 52 Minuten.

Auf den weiteren Plätzen folgen Sachsen-Anhalt (254 Minuten) und Thüringen (252 Minuten). Mit 250 Minuten ist Bremen das westliche Bundesland, in dem die Bürger am längsten vor dem TV-Bildschirm sitzen. Insbesondere die jungen Zuschauer steigerten in dem Stadtstaat ihre Verweildauer: Der TV-Konsum in der Altersgruppe der 14- bis 29-jährigen Bremer stieg um satte 54 Minuten auf nunmehr 166 Minuten täglich. Spitzenreiter bei der Tagessehdauer waren die über 50-jährigen Berliner mit täglich 333 Minuten. Das bundesweite Schlusslicht bildeten dagegen mit 75 Minuten die Berliner 3- bis 18-Jährigen.

Carsten Heidböhmer mit ADP
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