HOME

Stern Logo Kolumne Kopfwelten

Kopfwelten: Fernsehen für die Kleinsten? Besser nicht!

Flackernden Bildschirmen kann bei uns auch der jüngste Kopf kaum noch entgehen. Schon Babys werden von den bunten Bewegtbildern magisch angezogen. Aber was machen diese mit einem Gehirn, das sich erst noch entwickeln muss?

Von Frank Ochmann

Flackernde Bilder ziehen magisch an, doch der Fernseher ersetzt keine reale Beziehung

Flackernde Bilder ziehen magisch an, doch der Fernseher ersetzt keine reale Beziehung

Videoschirme sind überall. Selbst in Bussen und Bahnen, beim Einkaufen und natürlich zuhause, und da meist nicht mehr nur in einem Zimmer. Das bedeutet aber auch, dass wir - zusätzlich zur normalen Umwelt der Dinge und Akteure - einem andauernden visuellen Informationsstrom ausgesetzt sind, den ein Kopf erst einmal verarbeiten muss. Zumal, wenn dieser Kopf noch ganz jung ist und gerade dabei, sich überhaupt erst in der Welt zurechtzufinden. Es ist für Kleine nämlich gar keine Kleinigkeit, zum Beispiel das zweidimensionale Abbild eines Würfels oder Autos auf einem flachen Fernseher mit einem dreidimensionalen Würfel oder Auto aus dem echten Leben in Verbindung zu bringen. Ein Grund vermutlich, warum entsprechende Forschungsarbeiten einen "Video-Defizit-Effekt" zutage fördern: Vor dem Bildschirm wird von einem Kind bis zu einem Alter von mindestens drei Jahren durchweg weniger gelernt als wenn die gleiche Lektion mitten im Leben beobachtet werden kann.

Solche Ergebnisse sind reproduzierbar und stellen schon einmal alle angeblichen medialen Wunderwaffen in Frage, die aus einem Baby einen kleinen Einstein machen sollen. Der direkte Austausch mit einem Menschen ist bei den Jüngsten auch durch das raffinierteste Bildungsfernsehen nicht zu ersetzen. Wenn er also schon nicht viel nützt, könnte früher Fernsehkonsum dann vielleicht sogar schaden? Derartige Befürchtungen gibt es schon lange. Aber womöglich sind die ja ähnlich überzogen wie die Versprechungen, die bei medialen Schlaumachern mitgeliefert werden.

Kein Nutzen in den ersten Lebensjahren

Die Psychologinnen Mary Courage und Alissa Setliff von der kanadischen Memorial University in St. John's haben jetzt noch einmal alle verfügbaren Untersuchungen zum Thema des frühkindlichen Fernsehkonsums zusammengetragen und bewertet. Dabei zeigt sich natürlich: Auch schon die Allerkleinsten werden vom Trubel auf dem Bildschirm wie magisch angezogen. Dass bedeutet aber nicht, dass in ihren Köpfchen irgendetwas Nennenswertes hängen bleibt. Zumindest auf der Verstandesebene. Dafür ist das Gehirn eines Babys von ein paar Monaten einfach noch nicht weit genug.

Das besondere Interesse am Bildschirm geht aber auch später nicht verloren. Läuft in der Nähe ein Fernseher, kleben auch bei ein- bis eineinhalbjährigen Kindern die Augen die allermeiste Zeit (zu 60 bis 70 Prozent) am Gerät. Aber erst irgendwann im dritten Lebensjahr ist normalerweise ein Reifegrad im Kopf erreicht, der es ihm erlaubt, beim Blick auf den Bildschirm auch etwas zu lernen. Was dann vom Inhalt her gut oder weniger gut sein kann. Lernen durch Beobachten ist in der ersten Lebenszeit jedenfalls keine Selbstverständlichkeit und scheitert manchmal auch noch bis in die Schuljahre hinein an mangelnden Erfahrungen, mit denen sich das Gesehene in die eigene Lebenswelt übertragen lässt. Fernsehen kann in den ersten zwei, drei Lebensjahren also keinen nachvollziehbaren Nutzen haben, weil auf der Empfängerseite noch etliche Voraussetzungen fehlen, damit etwas Sinnvolles anzufangen, auch wenn das dann von Tag zu Tag besser wird.

Fernseher kein Ersatz für reale Beziehungen

Und was ist mit dem möglichen Schaden? Wenn die Knirpse oft verstandesmäßig nichts mitnehmen können, bleibt dennoch eine zweite Komponente, die auch schon in diesen frühen Kindheitstagen ausgesprochen wichtig ist: die emotionale. Babys sind voller Gefühle, können sich erschrecken, und schon ganz Kleine können vor dem, was sich auf dem Bildschirm tut, auch Angst bekommen. Sie können umgekehrt aber auch zu Fernseh-Figuren wie den Teletubbies Zuneigung, Vertrauen und sogar eine regelrechte Bindung entwickeln, wie entsprechende Studien gezeigt haben. Eine Bindung aber, die unerwidert bleibt und ins Leere läuft.

Das alles muss nicht gleich tragisch sein und Schäden für den Rest des Lebens hervorrufen, führt aber zu dem Resultat, das auch schon beim Lernen deutlich wurde: Reale Menschen sind weder als Lehrer noch beim Aufbauen einer Sicherheit, Geborgenheit und Liebe bietenden Beziehung zu ersetzen. Durch kein smartes Video und keine noch so kuschelige Fernsehsendung. Viel Arbeit auf diesem Feld frühesten Medienkonsums bleibt zwar noch zu tun, wie die Forscherinnen betonen. Doch auch unabhängig von noch abzuwartenden Details gibt es schon jetzt einen klaren Rat für Eltern und Erzieher: Babys und Kleinkinder gehören besser nicht vor den Bildschirm. Auch nicht zusammen mit Erwachsenen.

Literatur:

  • Anderson, D. R. & Hanson, K. G. 2010: From blooming, buzzing confusion to media literacy: The early development for television viewing. Developmental Review (im Druck, online vorab: doi:10.1016/j.dr.2010.03.004)
  • Barr, R. 2010: Transfer of learning between 2D and 3D sources during infancy: Informing theory and practice. Developmental Review (im Druck, online vorab: doi: 10.1016/j.dr.2010.03.001)
  • Courage, M. L. et al. 2010: When the television is on: The impact of infant-directed video on 6- and 18-months-olds' attention during toy play and on parent-infant-interaction. Infant Behavior and Development 33, 176-188
  • Courage, M. L. & Setliff, A. E. 2010: When babies watch television: Attention-getting, attention-holding, and the implications for learning from video material. Development Review (im Druck, online vorab: doi: 10.1016/j.dr.2010.03.003)
  • Christakis, D. A. 2009: The effects of infant media usage: what do we know and what should we learn? Acta Pædiatrica 98, 8-16
  • Kirkorian, H. L. et al. 2009: The Impact of Background Television on Parent-Child Interaction. Child Development 80, 1350-1359
Themen in diesem Artikel
CO2-Paket2019
Habe mir gerade mal die heutige Koalitionsregelung durchgelesen. GAS soll angeblich bepreist werden, wie Flüssig- & Feststoff-Energien. Frage A: ERD-GAS soll laut früheren Aussagen KEIN bzw. KAUM "Abgase" erzeugen. Erdgas-Auto-Anlagen-Werbe-Slogan: "unser Abgas ist reines Wasser" Frage B: Wir haben Fernwärme (angeblich zu 100% aus RUSSEN-ERD-GAS) ZUDEM sind "unsere" Genossenschafts-Wohnbauten (angeblicher "Neubau" in 1989/90/91 (Erstbezug-Timeline 1991 bis 1992) und voll nach WEST-Standard gedämmt und entsprechend baurechtlich von Westbehörden abgenommen worden. Die Balkondämmungs-VOB-Baugewähr lief bspw. in "unserem" Block in 2006 ab. Die Anzahl der Blocks "unserer" Wohn-Genossenschaft beträgt rund 10 Blocks, die "zusammen in den NK abgerechnet werden" (und auf die m2 der Einzelnen Wohnungen "anteilmäßig umgelegt" werden). FAKTUM: Die jährlichen Heizkosten-VERBRÄUCHE liegen "bei uns" rund 50% niedriger als bei der Landeseigenen-Wohngesellschaft., auf der gegenüber liegenden Straßenseite. Diese haben zur Außen-Sanierung nur "dick Farbe" auf die "dünn verputzten" Kieselstein-Fertigplattenbauten (aus gleicher Bauzeit) aufgetragen. Die Heizkostenstatistik stammt von den Grundsicherungsämtern, die die Miet- & NK von "Bedürftigen" ersatzweise übernehmen. Die Landes-Wohnbaugesellschaften gelten als Treiber der Miet- & NK. Hiermit wurde der Mietspiegel (laut Zahlen der BBU) "preistreibend beeinflusst". FRAGE C: Diese "neue Preistreiberei" NUN, mit der CO2-Bepreisung ab 2019 sowie die "Sanierung der früheren Minmal-Sanierung" wird auch "unseren Mietspiegel" drastisch weiter manipulieren, obwohl es 1. bei "uns" gar keinen "frischen" Handlungsbedarf gibt ! (vollsaniert, GAS-Fernwärme) 2. wir auch den Anbieter NICHT wechseln können, weil der wir Ferngas-Heizung-bestimmt sind, durch Baurecht. 3. weil die Landes-Wohnbausgesellschaft, das, was im eigentlichen Sinn KEINE Sanierung darstellt, als solche definiert (und auf den deren Mietpreis umlegt) ... (Unsinnsbeispiel): so schaffen die gerade die Müllschächte ab und kassieren dafür einen "WohnWerte-Aufschlag" bei den NK, der den Mietspiegel fürden gesamten Nahbereich anhebt. ... (Sanierungs-spielchen): ein Bekannter von mir musste, weil lediglich seine Block-Außenwände "bunt saniert" wurden, 400 Euro (Erstbezug nach Sanierung) für die selbe Wohnung monatlich mehr bezahlen. Er widersprach der Mieterhöhung und es ging vor Gericht. Das Gericht folgt der Landes-Wohnbaugesellschaft und deren Argument, der Bekannte würde schließlich "massiv Enegie einsparen" !!! .... das traf natürlich bis heute (5 Jahre später) niemals zu. Neben den Mietzusatzkosten (KM) sowie den Heizkostensteigerungen (NK) - bei gleichem, extrem hohen Verbrauch - wurde er doppelt bestraft. ... und der Mietspiegel sagt, der "graue" Ghetto-Bezirk sei nun ein "buter und gut sanierter" Luxus-Wohnbestandsbereich ! FRAGE D: demnach macht es auf KEINEN Sinn mehr, ERD-GAS-Taxen & -Busse einzusetzen, nur Wasserstoff- oder E-KFZ ????? SCHLUSSFRAGE: was passiert, wenn diese hohen NEUKOSTEN für die Verbraucher, durch die CO2-Bepreisung wieder einmal ein TEURER NULLEFFEKT -- ohne unabhängige Kontrolle und ohne Strafbewehrung wird ?? Ein 50 Milliarden-Märchen ... das bereits in Stufe 1 (bis 2022) scheitert ?? Vermutlich werden wieder die PRIVATEN Wohnanbieter und PRIVAT-Organisierten Wohn-Genossenschaften die LOOSER sein. Sowie die Verbraucher als Ganzes.
Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.
Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.