HOME

TV-Kritik "Hart aber fair": Und täglich grüßt der Wulff

Auch Frank Plasberg wollte mal wieder über den Bundespräsidenten debattieren. Dass trotzdem eine gute Sendung heraus kam, verdankte er Wulffs letztem Getreuen – und einer Berufsberatung.

Von Sophie Lübbert

Kurz vor Schluss kann er sich nicht mehr beherrschen. Peter Hintze lacht. Er lacht zu laut und ein wenig hektisch, aber er lacht. Eigentlich soll er zum Thema Wulff sprechen, über Moral, Freunde und Sylturlaube. Dieselbe Leier, die seit zwei Monaten die Medien beherrscht. Gestern Jauch, heute Frank Plasbergs "Hart aber fair", wieder sitzt Hintze da und muss einen Präsidenten verteidigen, der kaum noch zu verteidigen ist.

Vielleicht ist lautes Lachen da die automatische Abwehrreaktion des Körpers, vielleicht findet auch Hintze das Ganze nur noch lächerlich, die Diskussion, den Eifer, mit dem Plasberg persönlich gegen den Präsidenten wettert, den Präsidenten selber. "Herr Hintze lacht", ruft Plasberg und scheint genauso überrascht wie der CDU-Mann und Merkel-Vertraute Hintze selbst.

Denn eigentlich gibt es für ihn kaum was zu lachen in Plasbergs Sendung. Er ist der Wulff-Verteidiger, zum verbalen Abschuss frei gegeben, einer der letzten Getreuen, die der Präsident noch hat. Es gebe ja sonst kaum noch jemanden dafür in der Union, erklärt Hintze seine Leidenschaft für Wulff. Deshalb ist er heute da und er macht seine Sache nicht allzu schlecht, den Umständen entsprechend.

Christian sei im Kern ein warmer, sensibler Mensch

"Unanständig" finde er es, dass Wulff in der Öffentlichkeit verurteilt werde, schließlich sei nichts bewiesen von den Vorwürfen. Der Präsident sei das Opfer der Medien, weil sonst wenig zu schreiben gewesen wäre. Er zahle eben lieber bar als mit Kreditkarte, bei guten Freunden, na und? Ohnehin: Der Christian sei im Kern ein warmer, sensibler Mensch, schon von Kindheit an.

Hintze redet so schnell, dass er sich manchmal verschluckt, aber er macht keine Pause, niemand soll ihm dazwischen funken. Denn der wichtigste Punkt fehlt noch in seiner Aufzählung der Gründe, warum Wulff nicht das Schlechteste ist, was dem Bundespräsidentenamt jemals zugestoßen ist: Die Hälfte der Leute findet Wulff immerhin noch sympathisch, irgendwie.

Nur leider hat sich offenbar niemand gefunden, der mit Hintze für den gequälten Wulff in die Bresche springen wollte. Neben ihm sitzt zwar Mehmet Daimagüler, Anwalt aus Berlin und Vertreter der Meinung, dass man "alles mal eine Nummer kleiner" sehen sollte. Der jedoch redet sich selber dermaßen um Kopf und Kragen, dass er keine Hilfe, sondern eher hilfsbedürftig ist. Erst zitiert er aus der Bibel ("Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein"), dann versteigt er sich zur doch etwas abenteuerlichen Vermutung: "Nach zehn Wochen würden wir anfangen, den Dalai Lama zu hassen", wenn es eine solche Medienkampagne gegen den Tibeter gebe, wie Daimagüler sie im Fall Wulff sieht.

Stuckrad-Barre will Wulff ins Dschungelcamp schicken

Für ähnlich griffige Parolen sorgt auf der gegnerischen Seite vor allem Schriftsteller und Moderator Benjamin von Stuckrad-Barre. "Abmarsch, Durchgang bis ins Dschungelcamp", fällt ihm zur Causa Wulff ein, allerdings sei es nicht das "Bobbycar und Pipifax", das ihn störe, sondern dass der Bundespräsident durch die ganze Affäre seine Autorität und Integrität verloren habe.

In dieselbe Kerbe schlagen Stuckrad-Barres Mitstreiter. Michael Spreng, Politikberater und Ex-Bild am Sonntag-Chef, wünscht sich, dass Wulff zurück tritt, bevor es zu einer juristischen Anklage kommen könnte. Weniger, weil er sich Sorgen um Wulffs Vorstrafenregister macht, sondern vielmehr weil er keinen Präsidenten will, der moralisch längst nicht mehr von der Bevölkerung akzeptiert werde.

Währenddessen erklärt Thomas Oppermann, SPD, warum die Opposition keinen Rücktritt fordere: "Politiker treten erst zurück, wenn sie bei den eigenen Leuten durchfallen." Natürlich könne jeder, auch Wulff, Fehler machen – aber er müsse sie dann auch zugeben. Oppermann geht in seiner Rolle als schärfster Wulff-Kritiker der Runde auf. Er liefert sich wahre Rede-Duelle mit Widersacher Peter Hintze, der wiederum bei Oppermanns Äußerungen laut "Unsinn!" ruft oder ihn als "Winkeladvokaten" beschimpft. Die Talkrunde mit den beiden erinnert an ein Kasperle-Theater.

Material fürs Kasperle-Theater

Besonders Moderator Plasberg hat Spaß an der Aufführung gefunden, die ihm da geboten wird. "Sie dürfen ihn nicht so viel fragen, dann pickt er sich die besten Sachen raus", gibt er Tipps, einmal springt er hinterm Pult hervor und gratuliert Hintze, als der einen plumpen Trick versucht ("Herr Plasberg und ich sind beide davon überzeugt!").

Und der Moderator gibt ihm gleich noch einen Tipp: er könne eine Talkshow leiten mit einem Arbeitstitel wie "Der Bundespräsident ist toll". Damit müsste man sich wenigstens um den beruflichen Weg von Hintze keine Gedanken mehr machen – um den seines Parteifreundes Wulff nach dieser Sendung schon eher. Denn sie zeigt: Christian Wulff ist längst Material fürs Kasperle-Theater geworden.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
  • Sophie Lübbert