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Kritik zu "Günther Jauch": Wulff auf der Psycho-Couch

Wieder einmal beschäftigte das Schicksal von Christian Wulff die ARD-Talkrunde am Sonntagabend. Doch was als Amigo-Diskussion geplant war, entpuppte sich doch wieder nur als das altbekannte Hauen und Stechen von Gegnern und Befürwortern eines Präsidenten-Rücktritts.

Von Sylvie-Sophie Schindler

Gibt es eigentlich schon den Wulff-Burger? Wenn ja, dürfte er zumindest nicht besonders schmackhaft sein. An ihm würde man sich garantiert die Zähne ausbeißen. Denn Wulff, der Sessel-Kleber, der Pattex-Präsident, hätte in seiner Eigenschaft als Burger zu hundert Prozent zähes Fleisch.

Nun mag es nicht gerade schicklich sein, darüber nachzudenken, ob Fastfood den Namen des Bundespräsidenten tragen könnte. Dass überhaupt dieser bloße Gedankenvorgang erfolgt, zeigt aber, wie sehr das Thema Wulff, im Seichten, Trivialen, Boulevardesken angekommen ist.

Und damit folgen auf dem Fuße neue Fragen: Wird Christian Wulff "Wetten, dass..?" moderieren? Findet Heidi Klum nach der Trennung von Seal Trost in Christians Armen? Kämpft Wulff in der nächsten Staffel um die Dschungelkrone? Und wie urteilt DSDS-Juror Dieter Bohlen über dessen Gesangsqualitäten?

Mit Wulff könnte es ewig so weitergehen, Szenarios könnten entstehen, von denen heute noch keiner etwas auch nur ahnt. Vielleicht gibt es dann schon längst keinen Euro, mehr und die Klimakatastrophe ist auf ihrem Höhepunkt - doch Hauptsache wir haben unseren täglichen Wulff. Günther Jauch, dann im besten Joopie-Alter, verhandelt dann im Zwei-Wochen-Rhythmus immer noch, was mit Wulff zu geschehen hat. Etwa: Wer hat Wulffs Seniorenteller während seiner Sylt-Urlaube bezahlt? Darf man einen ehemaligen Bundespräsidenten in ein Altersheim abschieben? Hat Carsten Maschmeyer Wulffs Treppenlift gesponsert?

Amigo-Diskussion kommt nicht in Fahrt

Doch zurück zu Sonntagabend. Wir schreiben den 12. Februar 2012, und in seiner Polit-Talkshow beschäftigte sich Günther Jauch mit der Nähe der Politik zur Wirtschaft. Was ist erlaubt, was nicht und überhaupt, wie läuft das denn in der legendären Hannover-Connection? Im Mittelpunkt der Debatte: Wulff natürlich. Hätte gut werden können. Aber sagen wir besser gleich die Wahrheit: Trotz bester Vorsätze kam jegliche Amigo-Diskussion gar nicht erst in Fahrt. Wie Rottweiler bissen sich die Gäste mal wieder an Rücktrittsforderungen fest (Heide Simonis, Hiltrud Schwetje und Getrud Höhler mit einem "es ist aller-, allerhöchste Zeit"? - oder demonstrierten mit der Treue eines Bernhardiners (Peter Hintze und Hans Rudolf Wöhrl) ihre Solidarität mit dem Bundespräsidenten. Wulff hatte zu diesem Zeitpunkt längst schon die nächste bittere Pille schlucken müssen. Beim Berlinale-Empfang im Schloss Bellevue tauchten viele aus der Filmbranche Geladene gar nicht erst auf. Da hilft auch nicht das "erotische Verhältnis", das wir Deutschen laut SPD-Politikerin Simonis angeblich zu unserem Bundespräsidenten haben. Wulff ist out. Ob er überhaupt anderswo einen Fuß in die Tür kriegen würde, so überlegte Jauch in seiner Talkrunde, sei deshalb fraglich. "Wo käme er überhaupt noch unter? Von dem würde doch niemand auch nur ein Stück Brot nehmen", so der Moderator. Hat das Staatsoberhaupt also Angst vor einem "Ich muss draußen bleiben"? Ein Versuch, um das Krallen an seinem Amt zu erklären.

Das Schweigen in allen Sprachen der Welt

Überhaupt, was ist dieser Wulff für ein Typus? Bei so einem möchte man hinter die ach so harmlose Fassade blicken, tief hinein in die dunklen Abgründe, ähnlich wie der "Tatort"-Zuschauer, der jetzt noch weiterguckte, den Täter verstehen will. Zeitweise versuchten deshalb die Talkgäste, den Bundespräsidenten auf die Psycho-Couch zu legen. Von "Geltungssucht" sprach Politikberaterin Höhler, mutmaßte später, er habe vielleicht "Realitätsverlust". Und was eigentlich, so Höhler, hat es zu bedeuten, dass Wulff mit den Reichen schnell per Du sei, aber keine, wie sie behauptete, "armen Freunde" hätte.

Hillu" Schwetje, einst Gattin von Altbundeskanzler Gerhard Schröder, zeigte sich überzeugt, dass ihr Ex-Mann ein wichtiges Vorbild für Wulff gewesen sei. "Da hat einer versucht, die Kopie eines anderen zu sein", sagte sie. Doch die Schuhe seien einfach zu groß.

Seelenanalyse hin oder her, Simonis ging die Sache eher verhaltenstherapeutisch an. Sie interessiere sich vor allem dafür, wie dieser Mann reagiert. "Er reagiert selten dämlich", resümierte die ehemalige Ministerpräsidentin Schleswig-Holsteins. Wulff schweige "in allen Sprachen der Welt", so Simonis weiter. "Wir wissen nichts." Das hätte Sokrates nicht besser formulieren können.

Hinze beklagt "parasitäre Berichterstattung"

Aber, Halt, stehen wir wirklich so blank da? Peter Hintze protestierte vehement, gebärdete sich wie ein Strafverteidiger, der seinem Mandanten ein Lebenslänglich ersparen will. "Alle Vorwürfe sind widerlegt", echauffierte er sich. Jauch bezeichnete den CDU-Politiker und Merkel-Vertrauten als "den Letzten, der sich so in die Bresche schlägt", fragte auch nach dem Warum, erhielt aber keine zufriedenstellende Antwort. "Ich habe ein Gerechtigkeitsgefühl", so der parlamentarische Staatssekretär. Es sei unfair, dass der Bundespräsident so behandelt werde, schließlich habe er, so Hintze, gute Arbeit gemacht, man könne mit unserem Staatsoberhaupt nicht so umgehen.

Das sollte als Erklärung genügen, obwohl es schon fast als gesichert gilt, dass die Bundeskanzlerin ihn beschworen haben soll, sich unerschütterlich hinter Wulff zu stellen. Hintze zufolge müsste also die Weste des Bundespräsidenten strahlendweiß sein. Warum es zu diesem Desaster gekommen ist, erklärte er so: "Das alles ist aus dem Wettlauf dreier großer Zeitungen entstanden, daraus hat sich ein Hype entwickelt". Hintze sprach sogar, von einer "parasitären Berichterstattung". Autsch. Vor lauter Solidaritätsbekundungen wütete er wie Rumpelstilzchen und entwickelte eine Kontinuität darin, den anderen das Wort abzuschneiden. Nur bei Unternehmer Wöhrl gönnte er sich eine Atempause, da dieser in dieselbe Kerbe schlug und entschieden Abstand davon nahm, Wulff auch nur einen einzigen Vorwurf zu machen. "Die Diskussion ist skurill", sagte Wöhrl. "Wirkliche Probleme haben wir nicht in diesem Land wohl nicht."

Unvorstellbar wie ein Oberarm-Tattoo bei Angela Merkel

In der letzten Minute sagte Jauch, man könne locker noch ein, zwei Stündchen weiterreden. Und das ist, kaum überraschend, mehr als eine Floskel. Wulffreie Wochen sind derzeit genauso unvorstellbar wie ein Oberarm-Tattoo bei Angela Merkel. Derweil muss Jauch den Redestab allerdings erstmal weiterreichen. Kollege Frank Plasberg setzt am Montagabend mit dem Thema "Christian Wulff - eine Zumutung" das Rennen um hohe Einschaltquoten fort. Wulff nämlich, kein Geheimnis, sorgt für Bestquoten. Und einem Günther Jauch tut Wulff auch sonst gut. Der Moderator hat bei keinem Thema, das er bisher in seinem Talk präsentiert hat, mehr Souveränität gezeigt. Schalten Sie also spätestens am 12. Februar 2050 wieder ein.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
  • Sylvie-Sophie Schindler