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TV-Kritik

"Die Bachelorette", Folge 2: Oggy gegen Ösi - und zwischendrin schlurft Bierchen-Harald durchs Bild

Im Kampf um Gerda Lewis schießen sich die Kerle langsam aufeinander ein: Allen voran ein Ösi-Vielredner namens Daniel und Kampfmaschine Oggy. Wie gut, dass Bier-Connaisseur Harald noch dabei ist – findet auch die "Bachelorette".

Von Simone Deckner

"Bachelorette": Um Gerda für sich zu gewinnen, geht Daniel aufs Ganze und wagt einen ersten Annäherungsversuch.

Dinge, die man bei der "Bachelorette" zur Kenntnis nehmen muss: Männer kreischen nicht, wenn sie eine mondäne TV-Villa beziehen. Sie loben die Größe des Kleiderschranks. Oder reißen mit ihren muskelbepackten Oberarmen gleich die Gardinenstange runter. Kampfmaschine Oggy trägt zum Einzug in die Nobelhütte eine Kappe mit Propeller, die ihn aussehen lässt wie den älteren Bruder von Karlsson vom Dach. Genauso kindlich-naiv ist seine Freude über den ungewohnten Luxus: "Geil, eine richtige Matratze! Ich habe bislang nur auf Betten aus Pappe geschlafen."

Frauen lieben Piloten. Gilt das auch für die Bachelorette?

Aber lieber Pappe unterm Popo als ein Brett vorm Kopf. Mit einem solchen scheint Österreicher Daniel gesegnet – fast alles andere sehen es, nur Gerda durchschaut den dauerschmalzenden Daherredner noch nicht. Wir erinnern uns: "Ich bin Pilot", hatte sich der 35-Jährige vorgestellt. Pilot kommt immer gut. Frauen lieben Piloten.

Die "Bachelorette" Gerda Lewis sitzt mit Kandidaten Yannic auf der Couch.

Beim Date will Gerda mehr über den aufregenden Beruf von Daniel erfahren. Dann wird es sehr peinlich. Ja, sagt er, er sei schon Pilot, also, genauer gesagt Gleitschirm-Pilot, sagt Daniel. Gerda guckt extrem irritiert aus der Wäsche. Nach einer gefühlten Ewigkeit fragt sie ihn schließlich: "Was ist denn ein Gleitschirm?" Als Daniel in "Ich quatsch' dich um"-Manier versucht, ihr seinen Gleitschirm als "Ein-Mann-Fluglinie" zu verkaufen, dämmert es Gerda allmählich: "Ich dachte, du bist ein richtiger Pilot", beendet sie das Gespräch abrupt.

Oggy: "Mein Charakter hat Eier"

Daniel bekommt von der neu eingenommen Distanz der Bachelorette nichts mit, ist er doch vor allem mit sich selbst beschäftigt. "Ich höre ihr total gern zu", behauptet er dennoch nach dem Date. Was er vermutlich meint: Ich starre sie total gerne an. "Ich muss ständig auf ihre Lippen und ihre Zähne schauen, ahhh!", sagt er und hält sich theatralisch die Hände vors Gesicht. Es ist alles sehr unangenehm.

"Manche frühstücken zwar Eier, aber besitzen keine", fasst Stiernacken-Philosoph Oggy seine Meinung zu Daniel zusammen. Der hält ihn wiederum für einen "kompletten Vollspacko". Kurzzeitig sieht es so aus, als würde es zu einem Handgemenge zwischen den zwei Testosteronios kommen, aber in einer unerwarteten Wendung entscheidet sich Oggy, nachzugeben: "Ihr fuckt mich nicht ab, ich fucke euch nicht ab" lässt er die Crew um Daniel wissen. "Mein Charakter hat Eier", bekräftigt Oggy.

Interessant auch, was Gerda über sich sagt: "Ich bin ja relativ Barbie, da steht ja nicht jeder drauf", so die Bachelorette. Yannick zum Beispiel. "Bei dem ist das alles so Larifari", stellt die Blondine fest. "Ich mache mich für eine Frau nicht zum Affen", hatte das Muckimännchen zuvor die Teilnahme an diversen Challenges verweigert: Planken? Reifen wechseln? Feuer machen? Womöglich Zwiebeln schneiden? Nicht mit ihm. Dass es für so wenig Engagement am Ende keine Rose gab, nahm er wie sein Leben: einfach so hin. Zuhause warten schließlich "zweieinhalb Beziehungen", wie er den anderen zuvor verriet. "Die wissen alle voneinander", erklärte er die "Yannick-Norm". Schade bloß um all die verpassten Zitate – nun, da der Jüngste draußen ist.

Herzensguter Harald

Aber da ist ja gottlob noch Harald. Schlaksig, bierselig, irgendwie immer zehn Meter neben der Spur, im Taumel. "Sehr schlecht" gehe es ihm, sagt er, als er von der Bachelorette nach seinem Befinden befragt wird. Er habe ja noch kein Date gehabt mit ihr, klagt Harald und wirkte dabei, als müsse er dringend auf den Arm oder zumindest schnellstens in den Keller, wo die Bierkisten stehen. "Den Harald gibt es nur ein Mal im Universum", erkennt Gerda blitzgescheit. "Man denkt, der hat eine Schraube locker, aber er ist ein herzensguter Mann."

Unversehens punkten kann "der herzensgute Mann" dann, als er die Bachelorette auf eine kleine Narbe im Gesicht anspricht. Die stamme von einem Hundebiss, erklärt Gerda. "Und trotzdem magst du Hunde noch? Toll!", lobt Harald und hat in diesem einem Satz mal eben mehr echtes Interesse gezeigt als Daniel in gefühlt zwölf Stunden Gequatsche.

Gerda steht auf Tim

Gerda hat unterdessen ihr Auge auf einen anderen "unglaublich attraktiven Mann" geworfen: Polizist Tim. Die Erklärung: "Es gibt eine gute und eine langweilige Art von ruhig. Er hat die gute Art." Gerda kann nach einem Massen-Date auf einer Kirmes gar nicht mehr aufhören, von Tim zu schwärmen: "Er ist nicht irgendeiner, ich spüre schon eine besondere Anziehungskraft", sagt sie. Nur konsequent, dass Tim direkt eine Rose einsackt.

Aber auch Basketballer David, der die allererste Rose bekam, ist weiterhin im Rennen: "Du hast mich umgehauen", gesteht Gerda ihm. David redet im Gegensatz zu Daniel nicht viel, aber wenn er etwas sagt, dann Sachen wie "Ich mag intelligente und selbstbewusste Frauen."

Dass hatte auch Grinsebacke Fabio von sich gesagt. Bei einem Date hatten er und Gerda noch mehr Gemeinsamkeiten festgestellt: Beide bevorzugen eine eigene Bettdecke, beide streicheln gern Straßenkatzen. Warum in aller Welt Fabio in der Nacht der Rosen plötzlich meinte, er sei im Home Office in seinem Job als Headhunter unterwegs, weiß wohl nur er selbst: "Was macht dich besonders?", wollte er urplötzlich von der Bachelorette wissen. Eine mögliche Antwort wurde jedoch durch das Aufkreuzen diverser Konkurrenten unterbunden.

Fabio hatte dennoch genug. "Du konntest mir meine Frage nicht beantworten, deshalb werde ich dich leider verlassen", lehnte er die ihm angebotene Rose ab. "Was ist sein Problem?", fragte sich danach nicht nur Gerda. Auch der "sehr schüchterne" Fabiano musste rosenlos von dannen ziehen.

Die Zwei mit dem Rührei

Weiterhin dabei: die Zwei, die am liebsten Rührei auseinander machen würden: Oggy und Daniel. "Ich glaube, dass mich in ihrem Herzen eingenistet habe", freute sich Oggy. Auch Daniel bekam seine Rose, wenn auch die letzte. Er tat danach so, als habe in Prozac gebadet: "Ich sterb'!" Kandidat Marco sprach aus, was viele vor den Fernsehern dachten: "Man kann es auch ziemlich übertreiben und das nervt einfach nur."

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