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"Die Bachelorette": Die toughe Gerda – drei Kerle schickt sie direkt nach Hause

Gerda Lewis heißt die neue "Bachelorette". Gerda? So hießen früher Ommas aus dem dritten Stock. Und genau so hart gesotten ist sie, wenn es um Typen geht.

Von Ingo Scheel

Fitnessmodel Gerda Lewis wird die neue Bachelorette.

Tja, wo fängt man an? Am besten wohl bei Gerda. Einst hießen so die Hauptdarstellerinnen in Schnellimbiss-Serien, die ungeliebte Tante aus Bottrop oder eine der wunderlichen Ommas aus dem dritten Stock. Heute verbirgt sich dahinter eine 26-jährige beziehungswillige Wahl-Kölnerin, geboren in Litauen, einem Land, das sogar drei, vier Eleven aus der Rosen-Abteilung bekannt ist, wie sich in der Smalltalk-Hölle auf dem roten Teppich herausstellt.

Die Bachelorette also, sie heißt Gerda, baut keine Liebesschlösser, shoppt gern, was Mama wiederum stolz macht und mit Pipi in den Augen verfolgt. Sie ist immer lustig, tatsächlich immens attraktiv, nur mit der Ordnung hat sie es nicht so. Das erzählt ihre beste Freundin Larissa, die wiederum hat es nicht so mit dem Ankleben der künstlichen Wimpern, weswegen die Teile dann merkwürdig im Wind flattern. Die restliche Bio im Schnelldurchlauf: 17. Platz bei GNTM, alles andere selbst erarbeitet - "mehr oder weniger".

Der Weg ist hier auch das Ziel, 20 Kerle reihen sich traditionell zum Fackelempfang am Eingang der Griechen-Villa auf und reden sich binnen Sekunden um Kopf und Kragen, wenn sie nicht, was zuweilen die bessere Lösung ist, überhaupt keinen Ton herausbekommen. Schon im Vorwege rattern Jonas und Daniel, Mudi und Yannic, Harald, Tim und wie sie nicht alle heißen, ihr Tinder-Telegramm runter. Fraglich, ob Gerda hier nicht bereits präventiv die Rosenausgabe verhindert hätte, wäre sie in den Genuss dieser Haikus aus der Hölle gekommen. Beispiele gefällig? Griechenland ist bekannt für schöne Frauen, aber vor allem für Oliven. Im Gesicht hat man keine Muskeln. Ich kann ein Mann fürs Leben sein. Mehr davon? Man ist hier, um seinen Fame zu pushen. Das Rosensystem habe ich nie geblickt. Und vor allem: Hier riecht es nach Liebe.

Massige Typen haben bei Gerda keine Chance

Gut, dass Gerda während alldem noch die Villa inspiziert, die frisch pedikürten Füße in den Pool tunkt und noch ein wenig von der Liebe und wo man sie normalerweise findet - "Im Fernsehen, auf einer Weltreise oder beim Postboten" - philosophieren darf. Ein loses Täterprofil gibt es auch: Vollbart ist nicht so ihrs, zum Affen machen dafür schon, Hygiene ist das A und O, massige Typen haben eher keine Chance.

Die "Bachelorette" Gerda Lewis sitzt mit Kandidaten Yannic auf der Couch.

Am Abend dann, nachdem die 20er-Rutsche Junggesellen im Ballermann-Bus zwischenzeitlich ins Hotel garni zum Aufrüschen verbracht worden ist, die limousinenlibidonöse Schnellvorstellung:  Yannic, Typ Riesenbaby mit Muskelbergen, bringt eine Zahl ins Spiel: Die 4, und das gleich zweimal. Vier Tage schon keinen Sex. Und vier Hobbys: Sauna, Shisha, Sushi. Und eben, man ahnt es, genau: Sex. Einziges Problem, das sagt er selbst: Bodybuilder sollen so oft einen kleinen Dödel haben. So wie Yannic schon am Kennenlern-Abend auf der Couch am Manspreaden ist, wird man das bei ihm spätestens in der zweiten Folge nachprüfen können.

In derselben Folge gibt es womöglich schon Augentee von Oggy. Die Kampfmaschine steht nämlich auf Kampfsport, ist laut Selbstbezichtigung jedoch ein "Glücklich-Mensch" und will die Liebe finden. Selbstcharakterisierung: Beschützertyp, das nämlich ist die Pflicht des Mannes, wohingegen die Frau bodenständig ist. Seine Stoßrichtung: "Kleine Oggys züchten, sie die Sonnenblume, er die dicke Hummel", Nektar saugen und so weiter und so fort. Und ja, der Mann hat am Ende eine Rose bekommen. Dafür hat er Gerda aber auch immerhin einen Stoffgorilla geschenkt.

20 Kerle: das Potenzial für die "Bachelorette"

Das Beste der Reste im Überblick: Martin ist baff. Einfach nur wow.  David trägt eine Hose, die auf der Fahrt vom Hotel zur Villa geschrumpft zu sein scheint. Andreas ist "scheiße aufgeregt" und macht sich fast in den Blumenanzug. Fabiano sagt "Bellissima", Fabio behält die Hand in der Tasche, Jonas verschenkt eine Kuckucksuhr aus Schokolade und hat einen Dutt, in dem man Kanarienvögel spazieren tragen könnte. Chris hat die nackte Angst in den Augen, Gerda seinen Namen schon wieder vergessen, noch bevor er das beruhigende Sektglas in der schweißigen Hand hält. Serkan bekommt eine Begrüßung Marke Kellyanne Conway - "Bist du Deutscher?" - und Florian trägt Fliege.

"Bachelorette": Um Gerda für sich zu gewinnen, geht Daniel aufs Ganze und wagt einen ersten Annäherungsversuch.

Harald wirkt ein bisschen grungy um den Kopf und singt beim Kölsch-Karaoke irgendwas von Bläck Fööss, Mudi sieht nicht nur aus wie Jay Khan, er tanzt auch so, und Keno weiß eh, wo es langgeht: In der letzten Limousine sitzen die Geilsten. Das wiederum können wohl fast alle von sich behaupten. Die letzte Flasche Schampus ist noch nicht geköpft, da ist rund um Gerda schon feuchtfröhlicher Antanz-Ball wie am Silvesterabend auf der Kölner Domplatte. Ihr Fazit am Ende der 2019er Premiere: "Potential ist da." Für drei der jungen Herren scheint das nicht zu gelten. Jan und Christian gehen in der Masse einfach etwas unter. Und Sebastian hatte schon mal was mit Gerdas bester Freundin. Alle drei werden direkt von der toughen Gerda aussortiert. Da gilt dann für die Welt, was man sich eben auch vom Bodybuilder-Penis zuraunt: Sie ist zuweilen klein.