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TV-Kritik: Was Jauch noch zu Grass sagen musste

Eigentlich ist längst alles zum verkorksten Geschreibsel von Günter Grass gesagt. Doch ARD-Talker Günther Jauch war im Osterurlaub – da kann einem schon mal die Aktualität aus dem Blick geraten.

Von Christoph Forsthoff

Courage oder Selbstüberschätzung? Es gehört schon eine gewisse Chuzpe dazu, ein Thema, über das seit elf Tagen in allen Medien diskutiert wird und zu dem mittlerweile auch kleinste politische Lichter ihre Meinung sagen durften, nun noch einmal zum Thema der Woche zu erheben. Aber auf dem Talkshow-Königsplatz der ARD ist das offenbar möglich - und so gab denn gestern Abend Günther Jauch den Blechtrommler mit der Frage "Was ist dran an Grass‘ Israel-Kritik?"

Natürlich musste auch hier nochmals darüber gesprochen werden, ob der Literaturnobelpreisträger sich mit seinem Israel-kritischen Text als Antisemit geoutet habe. Nein, ein solcher sei der Schriftsteller nicht, durfte da Historiker Michael Wolffsohn wie schon so viele andere vor ihm festhalten ("Schluss mit dem inflationären Begriff des Antisemitismus!"), aber es gäbe offenbar einen Günter Grass, "der von Haus aus Probleme mit Juden und Israel hat". Was Jauch nicht davon abhielt, diverse Male auf die Frage zurückzukommen - ebenso wie der Moderator partout noch einmal das in den vergangenen Tagen bereits allerorten diskutierte Thema erörtern musste, ob Israel-Kritik in Deutschland tabu sei. Nein, ist diese nicht (was wir übrigens auch schon vor dieser unseligen Debatte wussten), wie Entwicklungsminister Dirk Niebel hier noch einmal bestätigte - "im Gegenteil: Man muss als Freund auch kritisieren dürfen".

"Eine Hybris, die ihresgleichen sucht"

Natürlich sind Wiederholungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen aus Kostengründen an der Tagesordnung - aber muss das auch in einer teuer produzierten Talkshow sein? Jauch scheint das wohl ebenfalls irgendwann klar geworden zu sein, und so kramte er denn in seinen Karteikarten und stellte absurd-provozierende Fragen wie "Gibt es aus der deutschen Geschichte eine Verpflichtung, dass wir Waffen an Israel liefern?" Oder versuchte aus dem Satz Angela Merkels von der besonderen historischen Verantwortung gegenüber Israel als Teil der Staatsräson Deutschlands einen "Kadavergehorsam" abzuleiten, "komme was da wolle?" Garantiert nicht, wie ihm FDP-Mann Niebel erklärte: "Wenn jemand keine Unterstützung der Bundesrepublik braucht, dann ist es die israelische Armee."

Immerhin, einen kritisch-wachen Moment hatte Jauch dann doch: Als Schleswig-Holsteins Ex-Ministerpräsidentin Heide Simonis nämlich ihren alten Wahlkampfhelfer verteidigte und erklärte, Grass habe eigentlich mit seinen Zeilen eine "große Diskussion um die Situation im Nahen Osten" entfachen wollen ("das ist ihm gründlich misslungen") und daraufhin Jakob Augstein loslegte: "Wir sehen eine große Schere zwischen der öffentlichen und der veröffentlichten Meinung", behauptete der Publizist, und dass die Medien zwar nicht gleichgeschaltet seien, wie von Grass behauptet, aber doch "gleichgerichtet". Was das denn bedeute, hakte da Jauch nach - und der Verleger des Wochenmagazins "Der Freitag" verstieg sich zu einer Hybris, die ihresgleichen sucht. Die "Leute im außenpolitischen Kommentatorenbereich" würden alle sehr ähnlich denken, denn sie hätten alle die gleiche Schulung durchlaufen und seien "alle Teilnehmer eines Zirkels" - "da haben es andere Meinungen sehr schwer": eine Anmaßung gegenüber (fast) allen deutschen Medien, die wohl nur einer Mischung aus Ignoranz und übergroßer Selbstgefälligkeit entspringen kann.

Grass beim Tänzchen mit Simonis

Aber da Vertiefungen an diesem Abend (wieder einmal) nicht angesagt waren, verloren sich auch diese Worte im großen Palaver-Nirwana. Stattdessen durfte Kritikerpapst Marcel Reich-Ranicki in einem Film-Beitrag Grass noch eine verpassen - der müsse ja jetzt für solche Skandale sorgen, da er literarisch nichts mehr zu Wege brächte - und mit Michael Lüders hatte die Redaktion auch noch einen "Nahostexperten" gefunden, der die von Israel ausgehende Gefahr für den Frieden im Nahen Osten, ja in der ganzen Welt eindringlich beschwor. Woraufhin Wolffsohn noch einmal das israelische System der nuklearen Abschreckung erläuterte - "in einem konventionellen Wettrüsten könnte Israel nicht bestehen" - und der jüdische Schauspieler Michael Degen von Jauch geradezu zu ein paar kritischen Worten über die Regierung von Benjamin Netanjahu gedrängt wurde.

Ach ja, ein Filmchen aus dem Archiv gab's zum Schluss auch noch: Grass beim Tänzchen mit Simonis, nachdem er 1999 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden war. Und dazu die süffisante Bemerkung des Moderators, es wundere ihn schon, dass der Schriftsteller offenbar nur ein Sakko besitze - ja, spitze Bemerkungen kann er schon machen, der Jauch: Doch für eine geistreiche Talkshow ist das zweifellos zu wenig.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(