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TV-Tipp 12.10.: "Tatort": Treue und Verrat

Der neue "Tatort" mit Ulrich Tukur parodiert eine Vielzahl von Genres und ist mit unzähligen Anspielungen auf Film und Theater gespickt. Schon allein deshalb ist er unser TV-Tipp des Tages.

Richard Harloff (Ulrich Matthes, links) und Felix Murot (Ulrich Tukur) kennen sich noch aus alten Zeiten

Richard Harloff (Ulrich Matthes, links) und Felix Murot (Ulrich Tukur) kennen sich noch aus alten Zeiten

"Tatort: Im Schmerz geboren"
20:15 Uhr, ARD
Shakespeare, Western, französischer Liebesfilm - und dazu spielt das Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks. Der neue preisgekrönte "Tatort" mit Ulrich Tukur vereint und parodiert eine ganze Reihe von Genres und ist mit unzähligen Anspielungen auf Film und Theater gespickt. Klassische Bildung ist von Vorteil - aber kein Muss.

Die Vergangenheit holt LKA-Ermittler (Tukur) in diesem Fall ein: Drei junge Männer werden an einem kleinen Bahnhof in Hessen erschossen. Irgendetwas hat dieser mysteriöse Reisende damit zu tun, der kurz vorher aus dem Zug gestiegen ist. Der stellt sich rasch als alter Kumpel von Murot heraus. Einst besuchten die zwei gemeinsam die Polizeischule und lebten mit derselben Frau in einer Dreierbeziehung zusammen. Dann aber flog der Freund wegen einer Drogensache aus dem Polizeidienst, verschwand mit der gemeinsamen Freundin nach Südamerika und avancierte dort zum Gangsterboss.

Es geschehen noch mehr Morde als die auf dem Bahnsteig. Ein gigantischer Rachefeldzug? Hinter der Handlung steckt ein Konflikt von wahrhaft Shakespeare-artigen Ausmaßen. Murot gerät immer tiefer ins Geschehen hinein - und steht schließlich wider Willen in dessen Zentrum.
Ein TV-Tipp von Annette Berger, RvD beim


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Away We Go - Auf nach Irgendwo"
23.45 Uhr,

ROADMOVIE Mit Gespür für die (tragi)komischen Momente des Lebens folgt Regisseur Sam Mendes werdenden Eltern auf einem Selbstfindungstrip durch die USA. Der Film erzählt von der Angst, die Zukunft nicht zu meistern, zeigt aber auch, was geht. Und: Irgendwo läuft immer gute Musik. (bis 1.18)

"Die Fliege"
23.45 Uhr, NDR

HORRORDRAMA Ähnlich wie Michael Jackson im "Thriller"-Video ergeht es Wissenschaftler Brundle (Jeff Goldblum) nach der missglückten Teleportation. Der Unterschied: Freundin Veronica (Geena Davis) findet Horror-Puck nicht sexy. Haariger Neo-Klassiker von David Cronenberg. (bis 1.15)

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo