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TV-Tipp 1.9.: "Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen": Der vergessene Blockbuster aus China

England hat Sherlock Holmes, in China ermittelt Detektiv Di in Sachen Mord. Wahnwitzige Kampfszenen und eine bis zum Schluss spannende Handlung machen diesen Blockbuster zu unserem TV-Tipp des Tages.

Er fürchtet weder Tod noch Schwerkraft: Andy Lau muss als Detektiv Di Renjie eine geheimnisvolle Mordserie aufklären.

Er fürchtet weder Tod noch Schwerkraft: Andy Lau muss als Detektiv Di Renjie eine geheimnisvolle Mordserie aufklären.

"Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen"
20.15 Uhr, Kabel Eins
ACTION-MYSTERY In China ein Kassenschlager, in Venedig für einen Goldenen Löwen nominiert - und in Deutschland gerade mal auf DVD und Blu-ray erschienen. Manchmal kann es einen richtig wütend machen, wie gute, ausländische Filme hierzulande in der Versenkung verschwinden. Und bei "Detective Dee" fragt man sich wirklich, was die Verleihe davon abgehalten hat, diesen überaus kurzweiligen und actionreich erzählten Krimi abzulehnen.

Wir schreiben das Jahr 689. Im China der Tang-Dynastie steht ein revolutionärer Wechsel bevor. Wu Zetian (Carina Lau) soll als erste Frau in der Geschichte des Reiches Kaiserin werden. Doch eine geheimnisvolle Mordserie, bei der Menschen von innen heraus verbrennen, gefährdet ihre Krönung. Der legendäre "Detektiv" Di Renjie (der übrigens wirklich gelebt hat) könnte helfen, sitzt aber wegen Hochverrats im Gefängnis.

Zugegeben, wer "Tatorte" gewohnt ist, in denen die Kommissare meist träge durch die Gegend schlonzen, wird anfangs ein wenig fremdeln mit den großartig inszenierten Kampfszenen, in denen Di Renjie (Andy Lau) und Konsorten jenseits aller Naturgesetze durch die Szenerie wirbeln und Pfeile im Flug aus der Luft pflücken, dass selbst "Matrix"-Neo vor Neid erblassen würde.

Doch wer die Sherlock-Holmes-Kinoreihe von Guy Ritchie mag und Tarantino nicht ganz abgeneigt ist, wird an "Detective Dee" seine wahre Freude haben. Meilenweit entfernt von den billigen Pappkulissen der 1970er-Wuxia-Filme aus China und Hongkong, die heute vor allem Retrocharme versprühen, hat Regisseur Tsui Hark einen modernen Blockbuster geschaffen, der einfach gut unterhält.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor beim stern


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Another Year"
20.15 Uhr, Arte


DRAMA Wenn es ums Älterwerden geht, vertritt Woody Allen eine klare Meinung: Er ist strikt dagegen. Ganz anders sein britischer Kollege Mike Leigh: In "Another Year" zeichnet der Chronist der kleinen Leute ein optimistisches Bild vom Lebensabend als Ehepaar. – Tut gut. (bis 22.20)

"Der Fall Jakob von Metzler"
20.15 Uhr, ZDF


TRAGÖDIE Nach der Entführung des Bankierssohns drohte Frankfurts Polizei-Vizepräsident Daschner (Robert Atzorn) dem Täter Magnus Gäfgen im Verhör mit Gewalt. 2002 kam er deshalb vor Gericht. "Ich hätte an seiner Stelle auch so gehandelt", bekannte Atzorn nach dem Dreh. (bis 21.45)

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo