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TV-Tipp 14.6.: "Sex and the City - Der Film": Warum sich das Einschalten trotzdem lohnt

Ja, der Film ist klischeeverseucht. Er ist kitschig, oberflächlich und überzogen. Aber trotzdem sollten Sie einschalten. Man kann in Nostalgie schwelgen und an die fantastische Serie zurückdenken.

"Sex and the City - Der Film"
20.15 Uhr, Pro Sieben
KOMÖDIE Wir Frauen lieben "Sex and the City". Mit Carrie Bradshaw sind wir durch New York geschlendert, waren in edlen Boutiquen einkaufen, in den neuesten und teuersten Restaurants im Greenwich Village essen und im Meatpacking District feiern. Wir haben uns die Schuhschränke mit Manolo Blahniks eingedeckt, die pro Paar knapp 500 Euro kosten. Und sind mit der Sex-Kolumnistin von jedem Beziehungswirrwarr so emotional mitgerissen worden, als wären es unsere eigenen Beziehungen gewesen. Nicht zu vergessen der fortdauernder Kampf um Carries große Liebe "Big", dessen Name erst in der letzten Folge der sechsten Staffel gelüftet wurde.

Aber auch die Freundinnen von Carrie Bradshaw sind uns in den Jahren ans Herz gewachsen. Da ist die intelligente Anwältin Miranda Hobbes, die perfekte und immer an die große Liebe glaubende Charlotte York Goldenblatt und Samantha Jones, PR-Beraterin, die Männer und Sex gleichermaßen liebt und sich nicht scheut, dies auch frei auszuleben.

Die Folgen der Serie hatten Biss, Witz und Charme. Und man konnte sich in eine irreale Märchenwelt mit Luxusproblemen flüchten. Die Frauen blieben in all den Jahren junge Mädchen auf der Suche nach der großen Liebe (oder in Samanthas Fall nach dem nächsten Sexpartner). Der Film sollte eigentlich das i-Tüpfelchen zur Serie sein. Aber natürlich ist der Film klischeeversucht.

Das ewige Leid mit der Liebe

Denn vier Jahre nach Ende der Serie (2008) scheinen die vier Freundinnen noch immer ihr persönliches Happy End zu leben. Carrie hat endlich ihr Glück mit Big gefunden und die Hochzeit steht bevor. Wie es aber bei "Sex and the City" nicht anders sein kann, endet die bevorstehende Zeremonie in einem Albtraum (und einen Garderobenzirkus – die Kleider sind fantastisch!): die Hochzeit platzt und Carrie (und wir) sind am Boden zerstört.

Die folgenden zwei Stunden des insgesamt zweieinhalb langen Streifens drehen sich um Carrie Bradshaws Liebeskummer, wie sie ihr Leben wieder auf die Reihe kriegt und ihren New-Yorker-Lifestyle mit den Freundinnen genießen kann. Natürlich nicht ohne die passenden Outfits. Und ja, auch wenn der Film völlig absurd lächerlich und überzogen daher kommt, ist er auch frech und amüsant. Und wer auf Mode steht und ein bisschen Kitsch in Kauf nehmen kann, wird die Filmversion genauso lieben können, wie schon jede einzelne Folge der "Sex and the City"-Serie.

PS: Doppelpackalarm! Im Anschluss zeigt Pro Sieben "Sex and the City 2".

Ein TV-Tipp von Denise Wachter, Genussredakteurin


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Marrakesch"
22.10 Uhr, BR

SPIONAGEKOMÖDIE So hatte sich Ingenieur Andrew Jessel seinen Urlaub nicht vorgestellt. Im Hotel plumpst ihm eine Leiche aus dem Kleiderschrank entgegen. Für ihn Pech, für den Zuschauer ein Fest: Der britische Film von 1966 persifliert Spionagefilme á la Bond und Hitchcock. Die exotische Kulisse Marrakeschs und die Sixties-Optik tun ihr Übriges hinzu. Und die junge Senta Berger sorgt für ordentlich Eye-Candy (bis 23.40)