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TV-Tipp 16.8.: "Adèle und das Geheimnis des Pharaos": Mumientanz mit Flugsaurier

Mumien! Ein Pterodaktylus! Und eine hinreißend kecke Französin, die Bücher schreibt und Abenteuer erlebt. Dieser Film ist Abenteuer pur - und Adèle Blanc-Sec die bessere Indiana Jones.

"Maske? Was für eine Maske?" Nein, wir sind hier nicht bei Loriot, auch wenn der Herr links (Mathieu Amalric) ein wenig an Vic Dorn erinnert.

"Maske? Was für eine Maske?" Nein, wir sind hier nicht bei Loriot, auch wenn der Herr links (Mathieu Amalric) ein wenig an Vic Dorn erinnert.

"Seltsame Geschichte! Taugt nicht einmal für einen schlechten Roman... Zu kompliziert! Man würde nichts verstehen..." - Simon Flageolet in "Der Dämon vom Eiffelturm"

"Adèle und das Geheimnis des Pharaos"
20.15 Uhr, RTL2

ABENTEUER Okay, legen wir die Karten gleich auf den Tisch. Ich bin ein Fan. Vom großen Comickünster Jacques Tardi ganz allgemein und von Adèle Blanc-Sec, Tardis wohl hinreißendster Schöpfung, im Besonderen. Eine schlagfertige Schriftsteller-Dame der Belle Époque, die sich mit Detektiv-Romanen ihren Lebensunterhalt verdient, und immer wieder in Abenteuer gerät, die fantastischer sind als alles, was sie zu Papier bringt. Adèle trifft verrückte Wissenschaftler, Mumien, Tentakelwesen, Dinosaurier und Affenmenschen - und verliert nie, aber wirklich nie die Fassung. Eine echte Dame halt. Und eine, die fest zuschlagen kann.

Dass ausgerechnet Luc "Das-fünfte-Element" Besson besagte Adèle von den Comicseiten in die Zelluloid-Welt beamen sollte, erscheint da nur folgerichtig. 2010 kam in Frankreich "Adèle und das Geheimnis des Pharaos" heraus, der lose den ersten Band der Comic-Reihe adaptierte und mit Louise Bourgoin eine würdige Adèle fürs wahre Leben fand.

Hierzulande ging dieser Mix aus Krimi, Abenteuerfilm und Pulp leider etwas unter, und nicht jeder Kritiker konnte sich für die irre Geschichte erwärmen: Gedankenkontrolle, ein Flugsaurier, Mumien-Zombies - und all das im Paris der 1910er Jahre? Klingt schräg, aber wer sich darauf einlässt, wird kann viel Spaß mit diesem Actionfilm der etwas anderen Sorte erleben. Mehr davon, Monsieur Besson.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor beim stern


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Hangover"
20.15 Uhr, Sat.1


KOMÖDIE Wie kommt der Tiger ins Bad? Woher stammt das Baby? Und wo zum Teufel ist Bräutigam Doug? Am Morgen nach dessen Junggesellenabschied in Las Vegas haben seine drei besten Kumpels (Zach Galifianakis, Ed Helms, Bradley Cooper) einen Filmriss. Beim Versuch, die letzte Nacht zu rekonstruieren, wird das Trio verhaftet, von Schulkindern gequält und mehrfach verdroschen, u. a. von Boxlegende Mike Tyson... Was den Hit über pubertäre Suff- und Sexklamotten heraushebt, sind interessante Figuren und das Gespür von Todd Phillips ("Road Trip") für Slapstick am Rande des Surrealen. Zwei Fortsetzungen folgten, dann war Schluss - eine weise Entscheidung. (bis 22.15)

"Die Liebe der Kinder"
23.10 Uhr, WDR


DRAMA Die junge Beziehung zwischen Maren (Marie-Lou Sellem) und ihrer Internetbekanntschaft Robert (Alex Brendemühl) gerät ins Wanken, als sich ihre Kinder ebenfalls ineinander verlieben. - Klingt schwergängig und geizt tatsächlich mit Momenten unbeschwerten Glücks. (bis 0.30)

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo