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TV-Tipps des Tages für den 12.4.: Meister- oder Machwerk?

Bruce Willis als fliegender Taxifahrer, Mila Jovovich als Femme Fatale from Outer Space. Luc Bessons Scifi-Epos "Das fünfte Element" spaltete in den 90ern die Zuschauer - unser TV-Tipp des Tages.

Auch in der Zukunft schießt man gerne noch mit Kanonen auf den ein oder anderen Spatz: Dier hier ist Taxifahrer und heißt Korben Dallas (Bruce Willis).

Auch in der Zukunft schießt man gerne noch mit Kanonen auf den ein oder anderen Spatz: Dier hier ist Taxifahrer und heißt Korben Dallas (Bruce Willis).

"Das fünfte Element"
23.15 Uhr, Einsfestival
Fans der Zeichentrickserie "Captain Planet" haben es schon immer gewusst: Das fünfte Element ist die Liebe. Für alle anderen hat der französische Regisseur Luc Besson 1997 einen völlig abgedrehten Film in die Kinos gebracht, der die Sache ein für alle mal klarstellt - und der bis heute die Gemüter spaltet.

Ich war damals zarte 16 und Milla Jovovich unglaublich heiß. (So heiß übrigens, dass sich Besson selbst in sie verguckte und noch während der Dreharbeiten seiner Freundin den Laufpass gab.) Nun wäre es freilich etwas billig, Ihnen einen Film nur aufgrund billiger Pubertätsfantasien zu empfehlen. Also habe ich mich noch einmal hingesetzt und den Streifen unter Realbedingungen geschaut.

Erster Eindruck: Milla Jovovich ist noch immer heiß. Noch heißer allerdings ist die wahnsinnig abgedrehte Welt, die Besson für dieses zweistündige Spektakel erfunden hat. Kein geringerer als Modegott Jean-Paul Gaultier schuf die futuristischen Kostüme. Und für den richtigen Look der Zukunft holte sich Besson Unterstützung bei den Granden der französischen Comic-Zunft: Jean-Claude Mézières ("Valerian") und Mœbius ("Die Herrscher der Zeit").

Da springt mein Nerdherz einfach im Dreieck. Die skurrile Handlung tut ihr Übriges hinzu: Bruce Willis spielt den Fahrer eines Lufttaxis (Erinnerungen an die Jetsons werden wach), dem eine seltsame Rothaarige (Milla Jovovich) auf die Rückbank fällt. Dass es sich dabei um die ultimative Waffe gegen das Böse handelt, das plant die Welt zu vernichten, verkompliziert die Lage erwartungsgemäß ein wenig.

Schauen Sie selbst - aber sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt. Aber mal ehrlich: Ein Film, in dem der Bösewicht den Namen Jean-Baptiste Emanuel Zorg trägt, kann doch nur großartig sein!!

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor bei stern.de


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"In meinem Himmel"
23.10 Uhr, ARD
FANTASY von Peter Jackson ("Der Herr der Ringe"). Nachbar George (Stanley Tucci) hat die 14-jährige Susie (Saoirse Ronan) ermordet. Gefangen in einer Welt zwischen Leben und Tod, will sie ihre Familie auf seine Spur bringen. - Betörende Mischung aus Suspense, Drama und Poesie (bis 1.05)

"Dressed to Kill"
22.20 Uhr, RBB

THRILLER Hure Liz (Nancy Allen) beobachtet einen Mord, gerät in Verdacht und sucht auf eigene Faust die Täterin. Ihre erste Kontaktperson ist der Psychiater Robert (Michael Caine)... Leicht gekürzte Version von De Palmas Hitchcock-Hommage. Im Anschluss folgt "Blow Out". (bis 0.00)

Themen in diesem Artikel
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo