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Kinocharts: Scarlett Johansson kennt keine Gnade

Die deutsche Antwort auf Sagas wie "Twilight" oder "Die Tribute von Panem" floppt an der Kinokasse. Stattdessen lockt Scarlett Johansson - und auch Monsieur Claude feiert eine starke Woche.

Von Sophie Albers Ben Chamo und Nicky Wong

Platz 1 (-) "Lucy"

Kinotrailer: "Lucy"

Wen Sie kennen könnten: Regisseur Luc Besson ("Léon - Der Profi"), die Darsteller Scarlett Johansson ("Vicky Cristina Barcelona", "Lost in Translation") und Morgan Freeman ("The Dark Knight")

Die Geschichte in einem Satz:

Die taiwanesische Mafia platziert Drogen in Lucys Bauch, die sie schmuggeln soll, doch die Substanz tritt aus und macht aus Lucy eine übermenschliche Waffe, die ihren Peinigern Rache schwört und auch gleich unser Weltgefüge in Frage stellt.

Geschwister im Kinoversum:

"Akira", "Ohne Limit"

Warum Sie den Film UNBEDINGT sehen müssen:

Weil Sie ein Mann sind und Scarlett Johansson so noch nie gesehen haben. Weil Sie eine Frau sind und Scarlett Johansson so noch nie gesehen haben. Weil Sie gute Action lieben, die auch noch schlau ist. Weil "Lucy" definitiv ein neuer Kultfilm ist - mit einer unvergesslichen Heldin! Noch Fragen?

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Platz 2 (1) "Planet der Affen: Revolution"

Kinotrailer: "Planet der Affen: Revolution"

Wen Sie kennen könnten: Regisseur Matt Reeves ("Cloverfield") und die Darsteller Gary Oldman ("The Dark Knight"), Keri Russell ("Mission: Impossible III") und den einzigartigen Andy Serkis, der auch schon Gollum in den "Herr der Ringe"-Filmen eine Seele verpasst hat, als Superaffe Caesar.

Die Geschichte in einem Satz:

Zehn Jahre nachdem ein Virus den Großteil der Menschheit ausgerottet hat, entdecken Überlebende eine Kolonie intelligenter Affen in den Bergen nördlich von San Francisco, und irgendwie wollen die Menschen schon wieder Krieg.

Geschwister im Kinoversum:

"Planet der Affen: Prevolution"

Warum Sie den Film unbedingt sehen müssen:

Weil er die Düsternis von "Prevolution" noch toppt. Weil Andy Serkis' Motion-Capture-Kunst den Primaten so sehr Seele einhaucht, dass man bald vergisst, sich zu fragen, was hier echt ist und was nicht. Und weil Sie natürlich mitreden wollen, wenn alle über diese atemberaubende Echtheit reden und wenn Serkis nächstes Jahr den Sonder-Oscar bekommt.

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Platz 3 (4) "Monsieur Claude und seine Töchter"

Kinotrailer: "Monsieur Claude und seine Töchter"

Wen Sie kennen könnten: den französischen Humor

Die Geschichte in einem Satz:

Claude und Marie Verneuil, reich, katholisch und bourgeois, haben vier Töchter und wünschen sich nichts sehnlicher, als dass sie junge, attraktive Männer heiraten, doch eine nach der anderen bringt "eine Enttäuschung" nach Hause.

Geschwister im Kinoversum:

"Große Jungs"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil es eine wunderbar selbstkritische Komödie über Rassismus ist, und es gerade in diesen Tagen gut tut, darüber lachen zu können, denn natürlich wird zumindest im Film alles gut.

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Platz 4 (3) "Drachenzähmen leicht gemacht 2"

Kinotrailer: "Drachenzähmen leicht gemacht 2"

Wen Sie kennen könnten: die Stimme von Martina Hill ("Switch Reloaded")

Die Geschichte in einem Satz:

Wikinger Hicks ist mit seinem katzenartigen Drachen Ohnezahn auf Erkundungstour und entkommt nur knapp Drachenjägern, die auf Krieg aus sind, was auch dazu führt, dass Hicks ein Familiengeheimnis aufdeckt.

Geschwister im Kinoversum:

"Drachenzähmen leicht gemacht"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil er zwar eine Fortsetzung ist, aber eine gelungene. Weil er die Geschichte des ersten Teils erforscht, tiefer geht und ernsthafter wird, ohne dabei seine perfekt animierte, kinderbegeisternde Fröhlichkeit zu verlieren. Und weil man immer etwas über Freunschaft, Loyalität und Familie lernen kann.

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Platz 5 (2) "22 Jump Street"

Kinotrailer: "22 Jump Street"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Channing Tatum ("Magic Mike"), Jonah Hill ("Superbad") und Ice Cube ("Friday")

Die Geschichte in einem Satz:

Die Nachwuchs-Polizisten Schmidt und Jenko müssen für ihren nächsten Fall zurück aufs College, doch schon bald erliegen sie den Versuchungen des Studentenlebens, was schließlich sogar ihre Freundschaft gefährdet.

Geschwister im Kinoversum:

"21 Jump Street"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil Sie genau das kriegen, was Sie erwarten: Action, Pennälerhumor und Hollywood-Bombast. Und die Kirsche oben drauf ist die Selbstironie, mit der sich Regisseure und Hauptdarsteller die ganze Zeit selbst zerlegen.

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Platz 6 (-) "Planes 2 - Immer im Einsatz

Kinotrailer: "Planes 2 - Immer im Einsatz"

Wen Sie kennen könnten: Teil eins

Die Geschichte in einem Satz:

Da sein Motor irreparabel defekt ist, hängt Dusty seine Racer-Karriere an den Nagel und geht zur Feuerwehr, wo er lernt, was nötig ist, um ein echter Held zu werden, als ein Waldbrand außer Kontrolle gerät.

Geschwister im Kinoversum:

"Planes"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil Ihr Nachwuchs bereits vom ersten "Planes"-Film begeistert war.

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Platz 7 (-) "Saphirblau"

Kinotrailer: "Saphirblau"

Wen Sie kennen könnten: die Darstellerinnen Maria Ehrich ("Rubinrot") und Josefine Preuß ("Die Hebamme")

Die Geschichte in einem Satz:

Die Zeitreisende Gwendolyn findet sich im 18. Jahrhundert wieder, doch das Leben dort ist nicht einfach, vor allem als auch noch einer der beiden Chronographen gestohlen wird und Gwendolyn und Gideon im Kerker landen.

Geschwister im Kinoversum:

"Rubinrot"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Weil Sie Fan von Kerstin Giers "Edelstein-Trilogie" sind.

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Platz 8 (5) "Step Up: All In"

Kinotrailer: "Step Up: All In"

Wen Sie kennen könnten: Tanzfilme

Die Geschichte in einem Satz:

Seans Tanz-Crew existiert nicht mehr, und auch seine Freundin ist er los, also hat er Zeit für einen Neuanfang, was zunächst auch ganz gut anläuft, doch reicht sein Ehrgeiz für das große Dance-Battle in Las Vegas?

Geschwister im Kinoversum:

"Step Up 4: Miami Heat"

Warum Sie den Film sehen können, wenn Sie unbedingt wollen:

Weil Sie die vorhergehenden vier Teile schon gesehen haben und immer beenden, was Sie mal angefangen haben.

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Platz 9 (6) "Transformers: Ära des Untergangs"

Kinotrailer: "Transformers 4: Ära des Untergangs"

Wen Sie kennen könnten: Regisseur Michael "Patriot" Bay (alle bisherigen "Transformers"-Filme) sowie die Darsteller Mark Wahlberg ("The Departed") und Stanley Tucci ("Der Teufel trägt Prada")

Die Geschichte in einem Satz:

Vier Jahre nach den Ereignissen von Teil drei wollen die Menschen alle Roboter auf Erden vernichten - auch die friedlichen Autobots, doch der erfolglose Erfinder Cade rettet zuerst Optimus Prime, um es dann - vor wehenden US-Flaggen - mit einer Universumsverschwörung aufzunehmen, und natürlich hat er eine blonde, Hotpants-tragende Tochter.

Geschwister im Kinoversum:

"Transformers 3"

Warum Sie den Film sehen können, wenn Sie unbedingt wollen:

Nachdem mich ein Kollege angefarzt hat, dass man M&Ms auch nicht esse, um satt zu werden, lade ich alle Kinogänger, denen gute Effekte völlig ausreichen, herzlich zum ohrenbetäubend opulenten Dauerkampf der Mega-Roboter ein. Es gibt sogar stählerne Dinos. Dem Rest bleibt nichts anderes übrig, als auf Stanley Tucci zu warten, der gegen Ende des geschichtslosen Theaters aufdreht und geradezu anrührend verzweifelt versucht, gegen den BlockblockBLOCKbuster anzulachen. Ist allerdings ein schwacher Trost.

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Platz 10 (8) "Wir sind die Neuen"

Kinotrailer: "Wir sind die Neuen"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Heiner Lauterbach ("Rossini, oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief") und Karoline Schuch ("Hannas Reise")

Die Geschichte in einem Satz:

Die Mitsechziger Anne, Eddie und Johannes lassen ihre alte WG wieder aufleben, doch das stört drei Studenten, die nebenan wohnen, denn während die Alten feiern, müssen die Jungen büffeln.

Geschwister im Kinoversum:

Wer sich am Kampf Alt gegen Jung laben möchte, ist mit "R.E.D." besser aufgehoben

Warum Sie den Film sehen könnten:

Die Idee ist nett, und die Schauspieler sind nett, aber leider verliert das durchaus gutgelaunte Spiel immer wieder an all die abgerödelten Klischees, an Längen und an das Gefühl, dass der Film eigentlich auch im Fernsehen hätte laufen können.

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