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TV-Tipp 31.5: "Unternehmen Petticoat": U-Boot versenkt LKW

Unvergessen die Szene, in der Cary Grant versehentlich einen LKW torpediert. "Unternehmen Petticoat" ist eine klassische Blake-Edwards-Komödie - und noch immer extrem komisch.

Schampus für die Dame: Versorgungsoffizier Nicholas Holden (Tony Curtis) nimmt die gestrandeten Krankenschwestern nur allzu gerne an Bord auf.

Schampus für die Dame: Versorgungsoffizier Nicholas Holden (Tony Curtis) nimmt die gestrandeten Krankenschwestern nur allzu gerne an Bord auf.

"Unternehmen Petticoat"
00.05 Uhr, rbb
KOMÖDIE "Es gibt zwei einfache Methoden, um an Geld zu kommen: Man stiehlt es, oder die Frau bringt's mit!" Und weil eine reiche Frau in schmucker Uniform besser abzugreifen ist, hat sich Nicholas Holden (Tony Curtis) für eine Karriere in der US-Marine entschieden. Ein klitzekleines Detail konnte der Hallodri aber nicht vorausberechnen: den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.

Holden lässt sich als "Versorgungsoffizier" auf die Sea Tiger von Kommandant Sherman (Cary Grant) versetzen, ein U-Boot, das bei einem Überraschungsangriff der Japaner schwer beschädigt wurde. Seine ungewöhnlichen Methoden Ersatzteile zu organisieren und sein flapsiger Umgangston stoßen dem Kommandanten Sherman (Cary Grant) zwar schwer auf, erfüllen aber ihren Zweck. Doch dann gewährt Holden fünf Krankenschwestern auf dem U-Boot Asyl - und die amourösen Spannungen und Missverständnisse nehmen ihren Lauf.

Die Schrecken des Krieges spart diese Komödie, die der rbb um Mitternacht zeigt, aus: Selbst wenn japanische Kampfflieger den US-Stützpunkt auf den Philippinen bombardieren, wird niemand verletzt oder getötet. Doch im Gegensatz zu patriotischen Schinken wie "Pearl Harbour" lässt Regisseur Blake Edwards seinen Film nicht zu einem billigen Propagandamachwerk verkommen.

Edwards galt in den fünfziger und sechziger Jahren als Garant für rasante Komödien mit spannenden Figuren auf beiden Seiten des Geschlechts. "Unternehmen Petticoat" von 1959 ist ein frühes Werk - und schon hier liefert der späterer Macher von Klassikern wie "Frühstück bei Tiffany's" und "Das große Rennen rund um die Welt " ab. Die Handlung rasant, die Dialoge herrlich geschliffen, die Nebenfiguren köstlich - daran könnte sich so manche heutige Komödie ein Beispiel nehmen. In einer Zeit, in der selbst Superheldenfilme düster und tödlich ernst daherkommen, tut es auf jeden Fall gut, mal wieder unbelastet lachen zu können.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor bei stern.de


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Gregs Tagebuch 2: Gibt’s Probleme?"
20.15 Uhr, Pro Sieben

KOMÖDIE nach Jeff Kinneys Bestseller. In der Fortsetzung der Comicverfilmung muss sich Greg (Zachary Gordon) mit seinem großen Bruder Rodrick arrangieren. Der hat wenig Verständnis für Gregs Probleme. Und bei der ersten Liebe kann er ihm schon gar nicht helfen. - Anstatt die Zuschauer mit gängigen Highschool-Klischees zu überschütten, wartet Regisseur David Bowers mit netten Gags wie einer schreiend komischen Parodie auf Youtube-geile Teenager und einen Talentwettbewerb mit Müttern zum Fremdschämen auf. Ganz nebenbei vermittelt der Spaß familiäre Werte wie Zusammenhalt und Respekt ebenso warmherzig wie unverkrampft. Gibt’s daran was zu meckern? (bis 22.15)

"Velvet Goldmine"
00.30 Uhr, WDR

TRIP Journalist Arthur (Christian Bale) forscht nach dem verschwundenen Glamrock-Star Brian Slade (Jonathan Rhys Meyers). Die Suche wird zum Trip in die eigene Jugend... Todd Haynes huldigt dem Glamrock, zitiert "Citizen Kane" und feiert die Bisexualität. Der Sound stimmt. (bis 2.30)

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo