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TV-Tipp 7.8.: "Ring – das Original": Wer diesen Text liest, stirbt in sieben Tagen

Viereckige Augen sind das wenigste, was die Zuschauer dieses Videofilms befürchten müssen. "The Ring" ist längst ein Horror-Klassiker. Doch das japanische Original hat das gruseligere Mädchen.

"Ring - Das Original"
0.45 Uhr, WDR
HORROR Nachdem meine Freundin und ich "The Ring" im Kino gesehen hatten, blieb das Licht die Nacht über angeschaltet. Der Mitbewohner einer anderen Freundin, ein ziemlich schmerzbefreiter Typ, wurde gar dabei beobachtet, seinen Fernseher kommentarlos vor die Zimmertür gestellt zu haben. "The Ring" hatte mich kalt erwischt. Endlich gab es wieder einen Horrorfilm, der seinen Namen verdient hatte. Einen, der tatsächlich gruselig war und der es geschafft hatte Ängste anzuzapfen, die tief in meinem Unterbewusstsein vergraben lagen.

Was ich erst später erfuhr: Gore Verbinskis "The Ring" mit Naomi Watts und der furchterregenden Daveigh Chase als Samara war "nur" ein Remake. Das Original "Ringu" war vier Jahre zuvor, 1998, in Japan entstanden. Im Endeffekt hatte Verbinski den gleichen Film nochmal gedreht - und nur die Handlung in den Westen verlagert. Natürlich gibt es Unterschiede in der Art der Kameraführung, in der Ausstattung und den Dialogen - aber grundsätzlich wartete die Neuauflage für Kenner des japanischen Originals mit keinerlei Überrschungen auf.

Normalerweise stehe ich der Idee, hervorragende Filme, die in einem anderen Kulturraum entstanden, für das westliche Publikum neu zu drehen und damit angeblich kompatibler zu machen, sehr skeptisch gegenüber. Entweder es kommt eine völlig verwässerte Version der Geschichte dabei herum - oder ein völlig neuer Film. Im Fall von "The Ring" allerdings kann ich die Entscheidung nachvollziehen. Horror ist der Einbruch des Unnatürlichen in das Alltägliche. Wenn aber schon der Alltag, der in einem Film gezeigt wird (in diesem Fall das Alltagsleben im Japan der 1990er), für den Zuschauer etwas Besonderes ist, fällt es schwerer, den Einbruch des Unnatürlichen als ebenso schockierend wahrzunehmen.

Mein Tipp: Wenn Sie sich wirklich gruseln wollen und mit der japanischen Kultur nur vage vertraut sind, zeichnen Sie sich "Ringu" heute Abend auf, schauen aber das US-Remake zuerst. "Ringu" sollten Sie sich trotzdem ansehen - schon alleine, weil das Mädchen, hier Sadako genannt, noch eine Spur gruseliger daher kommt.

PS: Wie mutig sind Sie? Hier finden Sie das Todesvideo im Original und in der US-Fassung. Ab jetzt - noch sieben Tage...

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor beim stern


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Jesus liebt mich"
20.15 Uhr, ZDF


KOMÖDIE Erst hält sie Jeshua (Florian David Fitz) aus Palästina für einen Bombenleger. Die Wahrheit ist viel verrückter: Der smarte Typ, der Marie (Jessica Schwarz) kurz nach ihrer geplatzten Hochzeit über den Weg läuft, ist der leibhaftige Messias, und auf Erden, um das Jüngste Gericht einzuleiten. Marie bleibt nur wenig Zeit, um ihm zu zeigen, dass die Menschheit die Erlösung verdient. Angesichts ihrer gestörten Familie (u. a. Hannelore Elsner) ist das gar nicht so einfach... Fitz versieht sein Regiedebüt mit reichlich Theaterdonner und Klamauk. Spaß machen vor allem die "kaputten" Figuren: Henry Hübchen als versoffener Erzengel Gabriel und Nicholas Ofczarek als öliger Satan. (bis 21.45)

"Wagner: Der Ring"
20.15 Uhr, ZDF Kultur


KULTUR Richard Wagners "Der Ring des Nibelungen" hat eine Aufführungsdauer von 16 Stunden. Namhafte Wagner-Kenner wie Dirigent Christian Thielemann geben hier eine Einführung in den Stoff. ZDF kultur zeigt den Vierteiler aus dem letzten Jahr am Stück. Dauert immerhin 4 Stunden. (bis 0.15)

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