Laut PEN America wurden in den USA in den Jahren 2024 / 2025 etwa 6.000 Bücher aus Schulbibliotheken entfernt, unter anderem weil sich konservative Gruppen wie Moms for Liberty über Titel aus den Bereichen Rassismus, LGBTQ, sexuelle Aufklärung oder politische Geschichte Amerikas beschwerten. Die 3sat-Dokumentation "Verbotene Bücher – Kulturkampf in den USA" erzählt die Geschichte von Kämpferinnen und Kämpfern, die sich gegen diese Bücherverbote wehren. Sie wurden zu Verteidigern der Demokratie, indem sie für das Grundrecht junger Menschen auf Bildung eintraten.
Auch klassische Werke der Belletristik sind betroffen. So wurden Werke wie "A Clockwork Orange" oder "Der Report der Magd" wegen ihrer Parallele zu heutigen Verhältnissen verbannt. Bibliothekarinnen, die sich den konservativen Eingriffen widersetzten (in Amerika werden fast alle Schulbibliotheken von Frauen betreut), verloren ihren Job oder wurden zumindest Drohungen und Diffamierungen ausgesetzt.
Während die einen für die Freiheit des Lesens plädieren, schränken andere diese immer mehr ein. Bereits im Oktober 2021 veröffentlichte Matt Krause, ein republikanischer Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Texas, eine Liste mit 850 Büchern, die von den Schulen auf "obszöne" und "rassistische" Inhalte überprüft werden sollten. Mit Erfolg; seitdem nehmen Zensur und Diskriminierung weiter zu.
Verbotene Bücher – Kulturkampf in den USA – Mi. 27.05. – 3sat: 20.15 Uhr