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"Miss Germany"-Wahl: Babett ist die schönste Frau Deutschlands

Ein anderes Komitee hatte bereits vor einer Woche den Titel der «Miss Deutschland» vergeben. Die neue «Miss Germany» heißt aber Babett Konau. Die 24-jährige Kielerin setzte sich gegen 21 Konkurrentinnen durch.

Sie ist 24 Jahre alt, 1,74 Meter groß, hat rote Haare und arbeitet als Zahnarzthelferin: Babett Konau aus Kiel ist in der Nacht zum Sonntag zur neuen «Miss Germany» gewählt worden. In der drei Stunden dauerenden Endausscheidung im baden-württembergischen Rust (Ortenaukreis) setzte sich die Schleswig-Holsteinerin gegen 21 Konkurrentinnen aus ganz Deutschland durch. Als ihr schließlich vor mehr als 1000 Zuschauern das Krönchen aufgesetzt wurde, blieb sie äußerlich gelassen, Freudentränen flossen keine. «Man kommt ja zu nichts. Nicht einmal zum Weinen», sagte sie.

«Wir haben nicht nur nach dem Aussehen zu entscheiden, sondern auch nach der Ausstrahlung», sagte Jury-Mitglied und Eiskunstlauf- Europameister Norbert Schramm. Auch seine Kollegen, unter anderem der ehemalige Fußball-Nationalspieler Olaf Thon (36), Fernsehmoderator Heinz Schenk (78), Chorleiter Gotthilf Fischer (74) sowie der ehemalige DFB-Schiedsrichter Walter Eschweiler (67), hielten sich an diese Vorgabe. Heinz Schenk («Der blaue Bock») als Ältester der Runde musste sich besonders Mühe geben. «Jetzt bin ich mal bei einer Miss-Wahl, und dann habe ich meine Brille im Hotel vergessen», ärgerte er sich.

Optische Eindrücke standen im Vordergrund

Die Sehhilfe wäre wichtig gewesen. Denn bei der Wahl zur schönsten Frau Deutschlands standen die optischen Eindrücke im Vordergrund. Die jungen Frauen präsentierten sich zunächst im Abendkleid, später dann im Badeanzug. Tiefere Einblicke waren nicht gefragt. Die Wahl zur «Miss Germany» fand weitgehend ohne Worte statt.

Konau war die älteste Miss-Anwärterin in diesem Jahr. Sie holte sich die Krone mit deutlichen Vorsprung. Für ihren Sieg erhält die frisch gekürte «Miss Germany» unter anderem einen Kleinwagen sowie eine Reise nach Ägypten. «Jetzt geht es erst einmal in die Sonne», sagte die Kielerin, die im vergangenen Herbst zur «Miss Schleswig-Holstein» gewählt worden war. Nach der Reise beginne die harte Arbeit. Sie werde ein Jahr lang Deutschland im In- und Ausland vertreten - bei Messen, Geschäftseröffnungen und Abendveranstaltungen. Ihren Beruf als Zahnarzthelferin wird sie zumindest für ein Jahr an den Nagel hängen.

«Mein Chef weiß noch gar nichts davon», sagte Konau. Während der eine Woche dauerenden Vorbereitung zur Miss-Wahl hatte der Zahnarzt seine Praxis alleine organisiert und sich mit gelben Merkzetteln über Wasser gehalten. «Der wird jetzt ganz schön ins Schwimmen kommen», befürchtet nun seine gekrönte Mitarbeiterin.

«Ich hoffe, ich werde so bleiben, wie ich bin», sagte Konau. Sie werde versuchen, auch als «Miss Germany» ihrem Lebensmotto treu zu bleiben. «Ich stehe mit beiden Beinen fest im Leben», sagte die junge Frau, die ihre Hobbys mit Tanzen, Sport und Fotografieren angab.

Konkurrenz aus Deutschland

Im November wird Konau in China an der Wahl der «Miss World» teilnehmen. Dort muss sie sich gegen 92 Mitbewerberinnen aus der ganzen Welt behaupten. Doch auch in Deutschland gibt es Konkurrenz. Ein anderes Komitee hatte bereits vor einer Woche in Bielefeld den Titel der «Miss Deutschland» vergeben. Siegerin war die 19-jährige Münchnerin Alexsandra Vodjanikova.

Jürgen Ruf / DPA