»SEXAFFÄRE« Borer erhält hohes Schmerzensgeld


Der frühere Schweizer Botschafter Thomas Borer und der Zeitungsverlag Ringier haben ihren Streit die angebliche Sex-Affäre Borers mit einem Vergleich beendet.

Der ehemalige schweizerische Botschafter in Berlin, Thomas Borer, erhält nach der Diskreditierungskampagne in den Boulevardzeitungen des Ringier-Verlags ein Schmerzensgeld in ungenannter Höhe. Darauf einigten sich der Diplomat und Verlag in einem außergerichtlichen Vergleich in einem Medienskandal, in dem es unter anderem um eine angebliche Sexaffäre Borers ging. Der Schweizer Außenminister Joseph Deiss bekräftigte unterdessen seine Kritik an Borer, die zu dessen Abberufung aus Berlin geführt habe.

Borer erhält siebenstelligen Betrag

Der Ringier-Verlag gab den Vergleich mit Borer am Sonntag in einer Medienmitteilung und in einer Erklärung des Verlegers Michael Ringier im »SonntagsBlick« bekannt - drei Tage nach den ersten hausinternen Konsequenzen aus der Affäre. Demnach einigten sich der Verlag und Borer am Samstag auf die Zahlung eines Schmerzensgelds an den Exbotschafter, über dessen Höhe Stillschweigen vereinbart wurde. Ringier-Sprecher Fridolin Luchsinger bestätigte auf Anfrage, dass der Verlag ganz sicher einen siebenstelligen Betrag aufbringen müsse.

Verleger Ringier äußert Bedauern

Ringier bedauert zudem, mit der Berichterstattung über die angebliche außereheliche Affäre Borers mit Djamile Rowe dessen Privatsphäre verletzt zu haben. Und er entschuldigt sich dafür, ihn als »Lügenbotschafter« bezeichnet zu haben.

In seiner im »SonntagsBlick« veröffentlichten Erklärung an die Leserschaft des Blatts räumt Michael Ringier aber ein, Rowe habe ein Informationshonorar von 10.000 Euro erhalten. Dies sowie der Umstand, dass die am vergangenen Ostersonntag vom »SonntagsBlick« veröffentlichten Nacktfotos von Rowe unter einem Vorwand beschafft worden seien, seien Fehlleistungen, die in den vergangenen Tagen sicherlich zu spät aufgeklärt worden seien. Rowe hatte ursprünglich erklärt, mit Borer eine Affäre gehabt zu haben, diese Aussage aber inzwischen wieder dementiert.

»Entschuldigung!« in großen Lettern

Im »SonntagsBlick«, auf dessen Frontseite mit großen Lettern das Wort »Entschuldigung!« prangt, bedauerte Michael Ringier weiter das »Ungemach«, das das Ehepaar Borer erlitten habe. Sein Verlag habe sich bei der Berichterstattung wohl zu sehr auf die erste eidesstattliche Erklärung von Rowe verlassen. »Dies war ein Fehler«, räumte Ringier ein. »Eine Rückbesinnung auf Grundwerte des Anstands und der Fairness ist notwendig«, schreibt der Verleger. Sie habe mit den bereits getroffenen Maßnahmen - gemeint ist die sofortige Trennung vom Chefredakteur des »SonntagsBlicks« und der Autorin des ersten Berichts über die angebliche Affäre Borers - begonnen und werde im Hause Ringier konsequent weiterverfolgt.

Ob dies zu weiteren personellen Konsequenzen führen wird, blieb offen. Borer selbst hatte auch den Rücktritt des Chefredakteurs des »Blicks«, Jürg Lehmann, gefordert.

Außenminister Deiss sagte in einem Interview der »NZZ am Sonntag«, eine Reihe von Elementen habe dazu geführt, dass Borer nicht mehr in der Lage gewesen sei, seine Aufgabe im Sinne der Interessen der Schweiz wahrzunehmen. Sein Privatleben und insbesondere die angebliche Beziehung zu einer anderen Frau seien für die Abberufung nicht relevant gewesen. Er habe Borer bereits mehrmals warnen müssen, er solle Privatleben und Beruf besser trennen.


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