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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Auf die Größe kommt es an

Zwergenaufstand in Paris: Präsident Nicolas Sarkozy duldet keine Bodyguards mehr, die größer sind als er. Britney Spears Leibwächter hingegen hat freiwillig das Weite gesucht - wegen Sex-Mobbings.

Von Stefan Mielchen

Kleiner Mann ganz groß: das schreibt Mutti gerne unter die Kinderfotos, wenn der Stammhalter zwischen lauter Erwachsenen posiert. Blöd, wenn es dann anders läuft und die Jungs als Erwachsene plötzlich feststellen müssen: großer Mann - ganz klein. So ergeht es derzeit offenbar keinem geringeren als dem französischen Herrn Staatspräsidenten: Nicolas Sarkozy mag sich auf dem politischen Parkett noch so napoleonesk geben. Er ist trotzdem von eher mickriger Statur und misst nur 1,65 Meter. Etwas wenig für den selbstbewussten Lenker der Grande Nation, der selbst zur Kanzlerin aufschaut: quel malheur! Erst wurde Gattin Carla von ihm gezwungen, flache Ballerinas statt Pumps zu tragen, damit Nicolas bei offiziellen Anlässen neben ihr nicht wie ein enger Vertrauter Schneewittchens wirkt. Seit dieser Woche nun sind die Bodyguards an der Reihe: hochgewachsene Personenschützer werden ab sofort nicht mehr geduldet, die Langen Kerls haben ausgedient. Es gebe keinen Grund, nur Supermänner zu rekrutieren, rechtfertigte ein Polizist den Pariser Zwergenaufstand. Was beweist: es kommt bei Männern eben doch auf die Größe an.

Worüber der alte Fritz nur lachen kann! Schließlich hieß er nicht umsonst zeitlebens Harry Klein, um zum genialen Kriminaloberinspektor Derrick aufzuschauen. Auch sein aktuelles Gspusi überragt Fritz Wepper um Haupteslänge. Es ist eben die ganz große Liebe, die den 68-Jährigen mit seiner nicht einmal halb so alten Bekannten verbindet. Und die packte in dieser Woche aus, dass Weppers Gattin am Tegernsee mächtig die Ohren klingelten: "Ich bin nicht die Geliebte, sondern die offizielle Freundin von Fritz", erklärte Susanne Kellermann dem offiziellen Mitteilungsorgan aller Scheidungswilligen. "Bild" notierte außerdem: "Wir sind unzertrennlich und wohnen auch zusammen." Im August 2009 hat die 33-Jährige demnach befohlen: "Harry, hol' schon man den Umzugswagen." Und Harry parierte, sehr zum Missvergnügen seiner Gattin Angela, die das Spiel seit über 30 Jahren kennt. Sie keulte via "Bild" zurück: "Meine Vermutung ist, dass er irgendwann zu mir zurückgekrochen kommt. Alles andere hält er gar nicht aus." Wir werden das aufmerksam verfolgen.

Britney Spears Bodyguard fühlt sich sexuell belästigt

So wie das lustige Leben von Britney Spears. Dass die eine Zeit lang die richtigen Pillen, aber den falschen Friseur wählte - geschenkt. Für diese Fälle haben schlaue Menschen die Entmündigung erfunden. Nun aber wird ein neues Kapitel der Brit-Awards für die größten Peinlichkeiten aufgeschlagen: Sex-Mobbing! Fräulein Spears ist der Leibwächter davongelaufen, nachdem sie ihm hinterherlief. Der 29-jährige Fernando Flores sah sich nicht länger in der Lage, auf den Popstar aufzupassen, wie die britische "Sun" berichtet: die Chefin habe sich ihm ständig nackt gezeigt und ihn ins Schlafzimmer locken wollen. Kein Wunder, dass der Bodyguard die Flucht ergriff. Denn Papa Spears hatte den guten Fernando obendrein dafür verantwortlich gemacht, dass seine Tochter künftig nicht mehr ohne Schlüpfer aus dem Haus geht. Wer würde da nicht umschulen?

Auch Hollywood-Luder Lindsay Lohan tut derzeit alles dafür, ihren ohnehin schon ramponierten Ruf mit allerlei Eskapaden weiter zu festigen. Lindsays selbstverordnete Trinkkur wird nun allerdings permanent protokolliert: dank einer elektronischen Fußfessel klingelt es bei der Polizei, sobald die Actrice Alkohol konsumiert. Also quasi ständig. Erst diese Woche wurde nach der Verleihung der MTV Movie Awards wieder Alarm ausgelöst: After-Show-Partys sind eben keine Jahreshauptversammlungen der Guttempler. Und weil es so viele Partys im Leben einer 23-Jährigen gibt, muss Lindsay derzeit wöchentlich auf dem Präsidium vorsprechen, um sich einem Alkoholtest zu unterziehen. Amerika ist so spaßbefreit!

Florian Silbereisen wurde genagelt

Vielleicht ist das auch der Grund, warum Schauspieler Helmut Berger nie zu einer Hollywood-Legende wurde: er trieb es bunt, aber er trieb es in Europa. Der ehemals schönste Mann der Welt ist mittlerweile auch schon 66. Und wie die Welt jetzt erst erfuhr: arm wie eine Kirchenmaus! "Ich bekomme heute 200 Euro Rente in Italien", diktierte er seinen Gästen von der "Bild am Sonntag" diese Woche in den Block. Doch die notierten bei ihrem Besuch noch mehr: "Der exzentrische Visconti-Star bleibt überraschend nüchtern und trinkt nur Weißweinschorle." Wozu braucht es noch Fußfesseln, wenn es gnadenlose Schmierfinken gibt? Berger wisse um die explosive Wirkung, die Alkohol auf ihn habe, berichtete das Blatt weiter: "Ich gehe ab, wie eine Rakete", wird der Schauspieler zitiert. Bei 200 Euro Italien-Rente dürfte es allerdings nur noch für Lambrusco aus dem Tetrapack reichen.

War sonst noch was? Na klar: Schwiegermutters Liebling Florian Silbereisen wurde endlich mal so richtig genagelt. Sechs Woche lang hat er dafür drei Stunden täglich trainiert, sogar mit einem Psychologen! "Damit ich keine Angst vor dem Nagelbrett habe", wie der Flori jetzt erzählte. Beim "Sommerfest der Volksmusik" gab er den fröhlichen Fakir, dann wurden auf seinem Bauch zwei Steinplatten mit dem Vorschlaghammer zertrümmert. Was man in Volksmusiksendungen eben so macht. "Dieser Stunt war wirklich gefährlich", sagte Silbereisen anschließend. Bleibende Schäden hinterließ die Nummer Gott sei Dank nicht. Kein Wunder - die waren ja auch schon vorher vorhanden.