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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick Schwund ist überall


40 Hühner weniger im Stall von Prinz Charles - nur Camilla ist noch da. Auch andere Prominente müssen Verluste hinnehmen: Mehrzad hat keine Zuschauer mehr, Zsa Zsa Gabor ist ihre Adoptivblagen los.
Von Stefan Mielchen

Holzmichel, dein Name sei Zsa Zsa: Ja, sie lebt noch! Die gefallene Hollywood-Diva, die zwischen 80 und 93 Jahre alt sein soll, kämpft ihren letzten Kampf mit harten Bandagen. Erst ließ sich Frau Gabor die Sterbesakramente erteilen, dann enterbte sie ihre Adoptivsöhne - Respekt! Anstatt das Schlachtschiff in Ruhe sinken zu lassen, legen die Angehörigen nun allerdings richtig los: "Es gibt ohnehin nichts zu erben", bölkt etwa Prinz Marcus, der für 2000 Dollar ein von Anhalt wurde. "In der Not hilft man Menschen und macht sie nicht auch noch schlecht", kontert Zsa Zsas Ehemann Frederic von Anhalt (ebenfalls adoptiert, Preis unbekannt). Er rechnet den Söhnen und der daran brennend interessierten Weltöffentlichkeit vor: "Ich muss zwei Krankenschwestern bezahlen und habe ein Krankenbett für 25.000 Dollar gekauft." Man zerfließt förmlich vor Anteilnahme! "Marcus und die anderen Jungs haben einfach keinen Anstand und keinen Charakter", behauptet der Alte und weiß selbst am besten, wovon er spricht. "Frederic macht alles für Schlagzeilen", sagt wiederum der Adoptiv-Sohn. Wobei der Apfel auch hier nicht allzu weit vom Stamm gefallen sein dürfte. Prinz Marcus wäscht seine Hände allerdings in Unschuld: "Sehe ich etwa so aus, als ob ich Geld brauchen würde?" depeschierte Seine Scheinheiligkeit aus Monaco in die Redaktionsstuben der Society.

Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Auch "Superstar" Mehrzad Marashi kann hiervon mehr als nur ein Lied singen. Allerdings werden die künftig nicht mehr von Dieter Bohlen verbrochen - das Traumpaar hat sich getrennt. "In aller Freundschaft", wie RTL sich mitzuteilen bemüht. Na klar! Ums Geschäft geht's hier zu allerletzt. Bohlen arbeitet nun lieber mit Schlager-Domina Andrea Berg zusammen. Ganz ehrlich: Eine wie die passt auch besser zu Dieters künstlerischem Anspruch. Sie hat schließlich auch keinen. Der arme Mehrzad hingegen musste gerade seine erste Tournee absagen. Er kriegt nicht mal Säle für 2000 Zuschauer voll. "Gold- und Platinauszeichnungen sind keine Garantie für ausverkaufte Hallen", klugscheißert der Manager, was zumindest die Hoffnung nährt, dass die Deutschen noch nicht völlig den Verstand verloren haben.

40 Hühner weniger im Stall von Prinz Charles

Einer, der den sozialen Aufstieg vom Arbeitervorort in den Jet Set perfekt hingelegt hat, ist David Beckham. Er hat das Singen in weiser Voraussicht seiner Gattin überlassen und gönnt sich neben der Modelkarriere ab und zu ein paar lässige Kicks unter metrosexuellen Männern. Jetzt aber gibt's hässliche Schlagzeilen: Becks Schwester ist auf Stütze! Die gute Lynne muss von 200 Euro Sozialhilfe die Woche leben. Eine Summe mit so wenig Nullen, dass Davids bessere Hälfte Victoria sie nicht einmal denken kann. Der kleine Bruder hingegen soll außer sich sein: Schließlich hat er seiner Lynne ein Haus gekauft und zahlt ihre Handyrechnung - doch es reicht immer noch nicht. "Lynne erhält staatliche Unterstützung, weil sie in letzter Zeit Pech hatte und keinen Job hat", verteidigt ein Bekannter die 38-Jährige. Da lachen ja die Hühner! Wozu arbeitet ihr Ehemann eigentlich als Koks-Dealer?

Apropos Federvieh: Prinz Charles musste in dieser Woche einen herben Verlust hinnehmen. 40 Hühner hat der Fuchs im königlichen Stall zu Gloucestershire gerissen - na Mahlzeit. Am helllichten Tag überwand Gevatter Reineke den Elektro(!)zaun des Bio(!)bauernhofes, um sich an Charles' Frühstückseiproduzentinnen schadlos zu halten. Nun sind die restlichen 130 royalen Hennen in höchster Aufregung - bis auf eine. Camilla ist auch weiterhin die Ruhe selbst.

Jack White macht Tralala

War sonst noch was? Na klar: Im deutschen Schlagerhimmel ist die Hölle los, seit Erfolgsproduzent Jack White mehrere Seiten Papier mit dem bedrucken ließ, was er für eine Biografie hält. In Wahrheit ist das alles natürlich nur ein Fortsetzungsroman für die Kollegen der "Bild-Zeitung". Dort darf nun das Who-Is-Who der Abgehalfterten knallhart zurückschlagen: "Ich hatte nie etwas mit seiner Frau", verteidigt sich beispielsweise die musikalische Spritschleuder David Hasselhoff. "Von 100.000 D-Mark weiß ich nichts", bestreitet Weichspülbarde Howard Carpendale angebliche Schulden. "Ob er mich sympathisch oder nicht findet, ist so wichtig, wie wenn in China ein Sack Reis umfällt", doziert Grand-Prix-Papst Ralph Siegel in einwandfreiem Deutsch. Auch Tony Marshall darf natürlich nicht fehlen. Für den hat Jack White die "Schöne Maid" erfunden. Nun behauptet er, der Sänger habe das Lied alkoholisiert eingesungen. Das weist der 72-jährige Schrecken der Festzelte allerdings weit von sich. "Jack selbst hat mich am Abend zuvor zum Trinken animiert", sagt er. "Außerdem kann man Lieder wie 'Schöne Maid' nur beschwipst singen, sonst kommt keine Stimmung auf." Danke für die Selbstauskunft, Herr Marshall - aber was soll das Publikum erst sagen? Das kann solche Lieder schließlich auch nur besoffen ertragen. "Wir singen Tralala und tanzen Hoppsassa - ho ja ho ja ho…"


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