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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick Verpiss moi!


Ein pinkelnder Gallier, Echthaaralarm bei Naddel, ein ganzer Zug für Brangelina - und eine irre Silberhochzeit: Hach, was wäre die Woche ohne diese Promis gewesen.
Von Stefan Mielchen

Kleine Kinder, das weiß der Volksmund, bescheren kleine Sorgen. Große Kinder hingegen machen gleich richtig Schlagzeilen. So wie der französische Schauspieler Gérard Depardieu, der seiner Rolle als dickster Mann der Welt immer wieder neue Facetten abringt. So wird auch sein jüngster Auftritt allen, die daran teilhaben durften, noch lange in Erinnerung bleiben: Der 62-Jährige ließ in dieser Woche im Flugzeug die Hosen runter! Dies allein hätte sensible Gemüter schon an den Rand der Atemnot gebracht. Doch der Dicke setzte noch einen drauf: "Ich will pinkeln, ich will pinkeln", zitieren Augenzeugen den Franzosen in Not, der unmittelbar vor dem Start nicht mehr an sich halten mochte. Da der angetrunkene Depardieu nicht warten konnte, bis die Anschnallzeichen erloschen waren, pinkelte er kurzerhand auf den Kabinenboden: Prost, Prösterchen - Prostata! Letztlich hatte er auch keine andere Wahl. In eine Bordtoilette passt der Schauspieler schließlich schon lange nicht mehr. Das ahnten wohl auch die Mitreisenden. "Keiner sagte ein Wort", berichtete eine Augenzeugin nach der Pipipanne voller Ehrfurcht. "Alles ist höflich abgelaufen." Kein Wunder: "Verpiss dich!" wäre in einer solchen Situation auch keine adäquate Ansage gewesen.

Perücken sind schlecht fürs Gehirn

Zum Fürchten ist auch, was diese Woche Nadja Abd el Farrag offenbarte: ihr echtes Haar. Naddel, die für Geld und gute Worte in der Zeitung alles zu machen bereit scheint, konnte bisher stets mit einstimmen, wenn an irgendeiner Kirmesbude "Du hast die Haare schön" gespielt wurde. Was die wenigsten wussten: Ihre Naturkrause versteckte die 46-Jährige unter einer Langhaarperücke! Damit ist jetzt Schluss: "Es war warm, schwer und nicht gut für das darunter liegende Haar", erklärte Naddel. Für das darunter liegende Hirn allerdings auch nicht. Mit dem neuen Look scheint zumindest ein Bewusstseinswandel eingetreten zu sein: "Ich möchte endlich wieder stolz auf mich sein. Ich will dieses Leben so nicht mehr", sagte die Bohlen-Ex, die vom Busen-Wiegen bis zur Volksmusikkarriere nichts unversucht gelassen hat. Zum Beweis, dass sie mit ihrem alten Leben abgeschlossen hat, nahm Nadja denn auch gleich ein Fernsehteam mit zum Promi-Friseur - sicher ist sicher! Mit dem neuen Echthaar ist die gelernte Apothekenhelferin zwar auf einen Schlag um Jahre gealtert. Trotzdem bleibt sie tapfer: "Ich bin glücklich mit meinem neuen Spiegelbild", beteuert sie. Hoffentlich bleibt sie damit nicht allein.

Apropos einsam: Dass man allein reisen auch anders definieren kann, bewiesen in dieser Woche Brad Pitt und Angelina Jolie. Sie mieteten sich in London gleich einen ganzen Zug, um mit Sack, Pack und den Kindern nach Schottland zu fahren. Abenteuerliche Szenen sollen sich auf dem Bahnsteig abgespielt haben: Absperrungen für den gemeinen Pöbel, haufenweise Bodyguards, abgedunkelte Limousinen - das volle Programm eben, um dem Nachwuchs ein möglichst normales Leben zu bieten. Die Wahl des Reisemittels ist allzu verständlich: Der Helikopter, mit dem Angelina normalerweise zum Shoppen in die Stadt fliegt, ist für einen solchen Familienausflug auch wirklich zu klein.

Zsa Zsa im Schlafrock

War sonst noch was? Na klar: Zsa Zsa Gabor und Prinz Frederic von Anhalt feierten endlich ihre seit Wochen angedrohte Silberhochzeit. Woher der Adoptiv-Adelige das Selbstbewusstsein nahm zu glauben, dass Michelle Obama oder Oprah Winfrey der Einladung folgen würden, bleibt sein Geheimnis. Die meisten der erwünschten Gäste sagten jedenfalls nicht einmal ab. Ein paar Unerschrockene gaben sich den Anblick der 94-jährigen Zsa Zsa dennoch, die in einen rosa Schlafrock gehüllt und mit einem Diadem auf dem lichten Haupthaar eine gewisse Ekelfaszination versprühte und vom Bett aus das Geschehen verfolgte. Eine harmlose Pyjamaparty war's dennoch nicht: 30 Flaschen Schampus und eine dreistöckige Buttercremetorte wurden dem Vernehmen nach bei der Rentnersause vernichtet. "Am Schluss waren alle satt - und besoffen", freute sich Jubilar Frederic. Kein Wunder: Für manchen Gast dürfte es die letzte Gelegenheit gewesen sein.


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