Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick Yes we gähn!


Erst pinkelte er Kader Loth ins Badewasser, jetzt will Prinz Frederic von Anhalt Gouverneur von Kalifornien werden. Derweil beschäftigt sich Lothar Matthäus mit ollen Kamellen.
Von Stefan Mielchen

Er ist zutiefst verletzt. Er meidet jeglichen Kontakt zur Außenwelt. Er hebt das Telefon nicht ab. Er geht nicht aus. Niemand weiß, wie man ihn aufheitern kann. Wenn sich ein Mann von 48 Jahren so benimmt, befindet er sich entweder in der für diesen Lebensabschnitt vorgesehenen Midlifecrisis. Oder er ist ein vom Abstieg bedrohter Fußballtrainer. Im Fall des Weltstars Lothar Mathäus scheint beides derzeit zusammenzukommen, sofern man der Fachpresse glauben schenken darf. Denn die breitete seine angeblichen Verhaltensauffälligkeiten in dieser Woche genüsslich aus. Das österreichische Magazin "Seitenblicke" will sich aber nicht nur an Loddars Schicksal delektieren, sondern bereits die richtige Therapeutin für ihn gefunden haben: Marijana, Ehefrau Nummer drei, die Matthäus für Liliana verlassen hat.

"Die beiden telefonieren zumindest einmal pro Tag miteinander, sie versucht, ihn aufzurichten", behauptet das Blatt - Rückkehr nicht ausgeschlossen. Das muss natürlich nichts heißen, vor allem, wenn die Informationen so gut recherchiert sind wie Österreicher Fußball spielen. Doch auch Matthäus' Ehefrau Nr. 4 scheint es derzeit wirklich nicht leicht zu haben. Nachdem Liliana auf der Berliner Fashion Week zur Persona non grata erklärt wurde, winkte ein anderer Top-Auftritt - bei einem Promi-Schnitzelessen in Kitzbühel. Modeln, während andere Leute tote Tiere mampfen: super Job! Doch Liliana soll einfach nicht erschienen sein, obwohl sie die 5000 Euro Gage angeblich bereits kassiert hatte. Der Veranstalter will das Geld jetzt zurück. Blöd nur, dass er sich dabei nicht einmal vertrauensvoll an Lilianas Erziehungsberechtigten wenden kann. Loddar geht ja bekanntlich nicht mehr ans Telefon...

Der Baron zieht den Schwanz ein

Alte Männer und junge Frauen - das Schicksal meint es selten gut mit solchen Konstellationen. Das muss auch Top-Transe Lorielle London, 26, derzeit erfahren, die schon wieder Single ist - nach nur einem Monat an der Seite ihres doppelt so alten FDP-Diplom-Designers Jobst von Harlessem. "Ich bin mit der ganzen Situation überfordert", zitiert ihn die "Bild"-Zeitung, die sich gleichzeitig darüber wundert, dass der "Baron so schnell den Schwanz einzieht". Eine Tätigkeit, die Lorielle bestens vertraut sein dürfte. Madame ist zwar am Boden zerstört, scheint aber zumindest eine sinnvolle Beschäftigung gefunden zu haben: "Ich weine den ganzen Tag."

Wie entspannt wirkt dagegen Country-Legende Dolly Parton. Sie gab jetzt zu Protokoll, wovon sich die Sandys dieser Welt mal ein Scheibchen abschneiden könnten: "Nichts an mir ist echt. Aber alles kommt von Herzen." Die Sängerin gilt als wandelndes Konjunkturprogramm für plastische Chirurgen, sieht das aber ganz lässig: "Ich sage den Menschen nicht, dass sie aussehen sollen wie ich." Was allerdings auch ungemein beruhigt angesichts zentimeterdicker Make-up-Schichten und waffenscheinpflichtiger Fingernägel. Dolly sieht sich als Blondine aus Überzeugung: "Vorher hatte mein Haar in etwa die Farbe von Spülwasser", sagte sie. Wie wird dann nur der Rest ausgesehen haben?

"Yes we gähn" mit Prinz Frederic von Anhalt

Wohl in etwa so wie Hollywood-Diva Zsa Zsa Gabor heute. Gut, die Dame ist über 90 und wurde zuletzt 1936 zur Miss Ungarn gewählt. Wer kann es ihrem Gatten Prinz Frederic von Anhalt da verdenken, dass er ab und an das Haus verlässt. Doch nicht etwa, um jungen Dingern nachzusteigen: Der Prinz kandidiert für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien. Darauf hat die Welt gewartet! Sein Programm: Marihuana und Prostitution legalisieren und das Importverbot für kubanische Zigarren aufheben. Außerdem appelliert der gute Fred an die patriotischen Gefühle seiner Landsleute: "Ihr braucht keinen französischen Champagner, keinen Wein aus Italien. Wir haben doch alles hier viel besser im eigenen Staat." Yes, we gähn! Selbstredend denkt der 66-Jährige, der einst in der ProSieben-Doku-Soap "Die Burg" Kader Loth ins Badewasser gepinklet hat, bei seinem politischen Engagement ganz selbstlos nur an sein Land: "Ich tue dies nicht, um im Rampenlicht zu stehen", beteuert er. Selten war Politik so glaubwürdig.

War sonst noch was? Na klar: Kein Tag vergeht derzeit ohne Wasserstandsmeldungen im Fall Brangelina. Blicken wir kurz auf die Liste der wichtigsten Zutaten, die derzeit in der Gerüchteküce zusammengerührt werden: Er säuft und kifft, sie nervt, verweigert den Ehevollzug (feiert aber wilde Orgien mit dem Russischlehrer), beide haben den Trennungsvertrag längst unterschrieben, was ihr Vater aber dementiert. Ja und!? Wenn das echte Scheidungsgründe sind - welche Promi-Ehe soll denn dann noch Bestand haben?


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