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Alec Baldwin Schwulenhasser? Ich doch nicht!


"Schwanzlutschende Schwuchtel." Das soll Alec Baldwin zu einem Paparazzo gesagt haben. Nach einer Welle der Empörung versucht er, sich als Schwulenfreund darzustellen. Mit hanebüchenen Erklärungen.

Von den Entschuldigungen seines Kollegen hält Anderson Cooper überhaupt nichts. Der öffentlich schwul lebende CNN-Starreporter schreibt auf Twitter: "Lesen Sie nur die letzten Entschuldigungen von Alec Baldwin. Die sind so lächerlich, dass sie schon wieder lustig sind." Cooper spielt auf homophobe Äußerungen Baldwins an, die seit Tagen die amerikanischen Medien beschäftigen. Zwar hat der Schauspieler bereits um Verzeihung gebeten, doch seine Erklärungen klingen wenig überzeugend.

"Schwanzlutschende Schwuchtel" soll Baldwin in der vergangenen Woche einem Kameramann hinterhergebrüllt haben. Als das Promiportal "TMZ.com" am Donnerstag ein Video davon veröffentlichte, löste das einen Sturm der Entrüstung aus. In der Öffentlichkeit wurde der 55-Jährige scharf für seine Äußerungen kritisiert. Der Fernsehsender MSNBC sah sich sogar veranlasst, Baldwins Late-Night-Show aus dem Programm zu kippen.

"Schwanzlutscher" - das ist nicht schwulenfeindlich

Baldwin zeigte sich daraufhin zunächst reumütig. Kleinlaut entschuldigte er sich am Freitag auf der Seite des Fernsehsenders für seinen Ausraster. "Ich wollte niemanden mit meiner Wortwahl verletzen, aber das habe ich - und dafür möchte ich mich aufrichtig entschuldigen", wird Baldwin zitiert. Mit seinem Verhalten habe er hart erkämpfte Rechte untergraben, die er kräftig unterstütze.

Doch die Reue des Sünders hielt offenbar nicht lange an. Denn nur einen Tag später, am Samstag, bestritt er in einem Gastbeitrag der Internetzeitung "Huffington Post", das Wort "Schwuchtel" gesagt zu haben. Statt "Fag" will er nun das eher selten genutzte Wort "Fathead" (Dummkopf) benutzt haben. "Welches Wort ich nach dem anderen Wort gesagt habe, ist unklar", erklärte Baldwin wörtlich.

Zwar ist der letzte Teil seiner Beschimpfung auf dem Video tatsächlich nicht eindeutig zu verstehen, trotzdem klingen Baldwins Erklärungsversuche eher nach Ausrede. Auch seine weiteren Erklärungen sind hanebüchen: So wundert er sich darüber, dass "Schwanzlutscher" ein schwulenfeindlicher Begriff sei. Das habe er nicht gewusst, behauptet Baldwin.

Schwuler Friseur als Beweis

Um zu beweisen, dass er nichts gegen Homosexuelle hat, mussten sogar seine Tochter und sein Friseur herhalten. "Mein Vater ist weit davon entfernt, schwulenfeindlich oder rassistisch zu sein", schrieb Ireland Baldwin am Sonntag auf Twitter. Dann ließ der Papa sich noch bei einem Friseurbesuch filmen. Die durchschaubare Aussage dahinter: Wer einen schwulen Friseur hat, kann ja nicht homophob sein.

Er sei nicht Täter, sondern Opfer, erklärte Baldwin. "Paparazzi provozieren mich täglich, indem sie mir mit ihren Kameras gefährlich nahe kommen - in der Hoffnung, dass ich reagiere. Wenn ich es tue, wird das Aufnahmegerät zur Waffe. Und dann, so scheint es, verliere ich jedes Mal", schilderte er die Szenen, die sich regelmäßig vor seinem Haus abspielen.

Der Unmut über Paparazzi ist nachvollziehbar. Doch Baldwins Erklärungen zu seinen schwulenfeindlichen Äußerungen sind es nicht. Statt bei seiner Entschuldigung zu bleiben, sucht er Ausflüchte für seine Beleidigungen. Baldwin sorgt sich übrigens nicht nur um das Wohl seiner Familie, sondern auch um das seiner Nachbarn und deren Kinder.

Um zu zeigen, welche Gefahr von den Paparazzi ausgeht, schreibt Baldwin: "Mehrere Fotografen sind in meiner Straße bereits über Kinderwagen gestolpert und auf Babys gefallen", schreib Baldwin ernsthaft. Oder wie Anderson Cooper es treffend formulierte: Baldwins Erklärungen sind "so lächerlich, dass sie schon wieder lustig sind".

mai

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