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Zukünftige Vizepräsidentin der USA "Fröhlich und optimistisch": Anna Wintour verteidigt "Vogue"-Cover von Kamala Harris

Anna Wintour verteidigt "Vogue"-Cover von Kamala Harris
Anna Wintour (l.) ist seit 1988 Chefredakteurin der amerikanischen "Vogue", Kamala Harris die neue Vizepräsidentin der USA
© Angela Weiß; Tyler Mitchell/Vogue / AFP
Kamala Harris, zukünftige Vizepräsidentin der USA, ziert das Cover der "Vogue". Doch das Titelfoto sorgte für eine Kontroverse und erntete lautstarke Kritik. Nun hat Chefredakteurin Anna Wintour die Wahl des Bildes verteidigt.

"Vogue"-Chefin Anna Wintour hat ein umstrittenes Foto der künftigen US-Vizepräsidentin Kamala Harris auf der Titelseite des Modemagazins verteidigt. Die lässig wirkende Aufnahme sei "fröhlich und optimistisch", sagte Wintour in einem am Dienstag veröffentlichten Podcast der "New York Times"-Journalistin Kara Swisher. Das Foto sei "charmant und so entspannt" – und Harris sehe "fantastisch" aus.

"Natürlich haben wir die Reaktion auf das Print-Cover gehört und verstanden", erklärte die Mode-Päpstin zudem in einer separaten Stellungnahme. "Ich will wiederholen, dass es überhaupt nicht unsere Absicht war, die Bedeutung des unglaublichen Sieges der gewählten Vizepräsidentin irgendwie zu schmälern."

Das kürzlich publik gemachte Titelfoto der Februar-Ausgabe der "Vogue" zeigt Harris lächelnd in T-Shirt und Blazer, in engen Jeans und Chucks. Die künftige Vizepräsidentin – die erste Frau und erste Afroamerikanerin in diesem Amt – steht dabei vor grünem und rosafarbenem Hintergrund. Die Farben sind als Hommage an Harris' studentische Laufbahn gedacht: Während ihres Studiums an der Howard University in Washington D.C. war sie Mitglied der Stundentenverbindung Alpha Kappa Alpha, deren traditionelle Farben Lachsrosa und Apfelgrün sind.

Kritik am "Vogue"-Cover von Kamala Harris

Die Aufnahme sorgte schnell für Wirbel: Internetnutzer bezeichneten das Foto als Respektlosigkeit gegenüber der künftigen Nummer zwei der USA. Kritik wurde auch an der fahrig wirkenden Beleuchtung laut, die Harris bleich erscheinen lasse. Für Verwunderung sorgte, dass eine vom selben Fotografen gemachte Aufnahme der 56-Jährigen in einem eleganten blassblauen Hosenanzug im Innenteil der "Vogue" und nicht auf dem Titel landete. Auch Harris selbst soll Medienberichten zufolge überrascht über die Auswahl gewesen sein. Das Foto mit dem Hosenanzug wurde schließlich als Digital-Cover veröffentlicht.

Wintour betonte in ihrem Statement, es habe "keine offizielle Absprache über die Wahl des Covers" gegeben. "Als die beiden Bilder 'Vogue' vorlagen, waren wir alle der Meinung, dass das weniger formelle Porträt der designierten Vizepräsidentin wirklich den Moment widerspiegelt, in dem wir gerade leben. Ein Moment, in dem wir uns alle inmitten der schrecklichsten Pandemie befinden, die minütlich Leben fordert. Um diese tragische Zeit in der Weltgeschichte zu reflektieren, habe man ein "weniger formelles Bild, etwas, das sehr zugänglich und nahbar ist", für passend gehalten. Zudem solle die Aufnahme Harris' authentischen und zugänglichen Charakter betonen.

Das Titelfoto zeige eine "Frau, die die Kontrolle über ihr Leben hat, die uns zusammen mit dem gewählten Präsidenten die Führungsqualitäten bringen wird, die wir so sehr brauchen", sagte Wintour der "New York Times". Es sei ein "einladendes" Bild und passe in die Zeit.

Kamala Harris und Joe Biden werden am Mittwoch kommender Woche vereidigt. Sie hatten sich bei der Präsidentschaftswahl vom 3. November gegen Präsident Donald Trump und dessen Vize Mike Pence durchgesetzt.

jum/DPA

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