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Arnold Schwarzeneggers Karriere: Junge, komm bald wieder

Seine Karriere scheint zu Ende zu sein: Seine Ämter ist Arnold Schwarzenegger ohnehin los, seine Filmprojekte liegen nach der Enthüllung seiner Affäre auf Eis. Einige Experten glauben jedoch an gutes Timing - und ein baldiges Comeback.

Endlich sitzt der Richtige im Oval Office. Ein Mann, der Entscheidungen trifft. Einer, der mit breitem österreichischen Akzent Sätze sagt wie: "Die ham mi g'wählt um zu lenken, net um zu denken." Einer aus dem Volk. Ohne Rücksicht auf die Washingtoner Lobbyisten setzt er seine Politik durch. Auch in Krisensituationen. Präsident Schwarzenegger sitzt mit gelbem Gesicht am Tisch des Präsidenten im Weißen Haus und lenkt die Geschicke Amerikas. Was 2007 im Comic-Film "The Simpsons" auf der Kinoleinwand Wirklichkeit wurde, war insgeheim der lang gehegte Wunsch nicht weniger US-Bürger: Arnie for President. Doch die Träume scheinen vorerst ausgeträumt.

Nicht nur, weil die Verfassung einen Präsidenten verbietet, der nicht in den Vereinigten Staaten geboren wurde. Schwarzenegger hat im Moment ein ganz anderes Problem. Es ist zehn Jahre alt und soll dem Terminator angeblich wie aus dem Gesicht geschnitten sein: sein Sohn, den er mit einer Haushälterin gezeugt hat. Der Grund für seine Trennung von Ehefrau Maria Shriver.

Kein Ausrutscher, sondern eine "vorsätzliche Lüge"

Mit dem Aus der Ehe scheint auch die Karriere des Gouvernators zu Ende zu sein. Seine politischen Ämter ist er nach sieben Jahre Amtszeit seit Anfang 2011 ohnehin los. Am Donnerstag hat er außerdem mitgeteilt, auch seine Filmprojekte vorerst auf Eis legen zu wollen. Sowohl eine weitere Karriere in Washington als auch in Hollywood scheint für Schwarzenegger in weite Ferne gerückt zu sein. "Da die Affäre über zehn Jahre angedauert hat, kann er sich nicht damit herausreden, betrunken oder high gewesen zu sein oder einfach nur einen schlechten Tag gehabt zu haben. Es war wirklich eine vorsätzliche Lüge", sagte Mark Young, Professor für Betriebswirtschaft bei der Universität Südkaliforniens USC, der Zeitung "Los Angeles Times". Schwarzeneggers Image sei durch die Affäre in der Öffentlichkeit beschädigt worden, glaubt Young.

Trotzdem halten es viele für ziemlich wahrscheinlich, dass der 63-Jährige sich ganz bewusst jetzt zur Veröffentlichung seines Seitensprungs entschlossen habe. "Wenn die Affäre während seiner Amtszeit als Gouverneur aufgedeckt worden wäre, wäre es eine große Sache geworden", sagt Dan Schnur, Direktor der politischen Fakultät an der USC. Es hätte ihn sogar seine Widerwahl kosten können, glaubt Schnur. Jetzt, da er alle Ämter los sei, dauere es höchstens ein bis zwei Monate, bis Gras über die Sache gewachsen sei.

"Das ist eine der Sachen, an die sich niemand mehr erinnern wird", ist sich auch Albert Ruddy sicher. Der Hollywood-Produzent plant zusammen mit Schwarzenegger das Filmprojekt Cry Macho. "Bill Clinton hatte eine abscheuliche Affäre, heute gilt er als einer der beliebtesten Präsidenten der USA", sagte Ruddy dem "Hollywood Reporter". "Das einzige was zählt ist, wie gut der Film wird." Der Macher der Comic-Verfilmung "The Governator" wiederum will von einem Aus für die Zeichentrickserie nichts wissen. Er habe lediglich seine Pläne geändert, auch Maria Shriver in dem Comicstreifen eine Rolle spielen zu lassen, sagte Comicautor Stan Lee. "Jetzt können wir sogar noch mehr Frauen einbauen, die es auf unseren Helden abgesehen haben", sagte Lee. Und so könnte es passieren, dass es auch für Schwarzenegger bald wieder heißt: "I'll be back."