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Bohlen-Überfall: Mit 60.000 Euro auf der Flucht

Zwei unbekannte Täter haben Dieter Bohlen in seiner Villa überfallen. Mit einer Waffe zwangen sie den Pop-Star zur Herausgabe von 60.000 Euro. Was die Flüchtigen nicht wussten: Sie wurden von einer Überwachungskamera aufgenommen.

Musikproduzent Dieter Bohlen (52) ist in seiner Villa in Tötensen bei Hamburg überfallen und ausgeraubt worden. Zwei bewaffnete Täter drangen am Montagmorgen in das Anwesen ein und fesselten Bohlen, dessen Freundin sowie zwei Angestellte, wie ein Polizeisprecher berichtete. Es sei aber niemand verletzt worden. Die Täter flüchteten mit Bargeld und Wertgegenständen zu Fuß. Dabei wurde einer der beiden unmaskiert von einer Überwachungskamera im Eingangsbereich der Villa gefilmt.

Die Täter hätten ihn mit Waffen gezwungen, seinen Safe zu öffnen, sagte Bohlen dem Fernsehsender RTL. Dafür hätten sie ihm die Fesseln gelöst. Er habe den Kriminellen 60.000 Euro und Schmuck übergeben. Als die Täter mehr Geld forderten und drohten, Bohlens Freundin als Geisel zu nehmen, habe er fliehen können. Er sei zu einem Nachbarn gerannt, der die Polizei alarmierte.

Täter auf freiem Fuß

Die Täter seien jüngere Männer gewesen. Sie hätten Deutsch mit leichtem Akzent gesprochen, berichtete die Polizei. Trotz einer sofort eingeleiteten Fahndung - unter anderem per Hubschrauber - konnten die Täter zunächst nicht gefasst werden.

Bei dem Überfall bedrohten die beiden Männer Bohlens Hausmeister während der Gartenarbeit mit einem langen Küchenmesser und einer Schusswaffe. Sie zwangen den 65-Jährigen nach Polizeiangaben, an der Haustür zu klopfen. Die Haushälterin öffnete und die Männer stießen den Gärtner hinein. Sie fesselten ihn sowie die Haushälterin in der Küche. Bohlen und seine Freundin eilten aus dem oberen Stockwerk zu Hilfe. Die maskierten Täter fesselten auch das Paar und forderten Wertsachen. In Tatortnähe fanden die Beamten inzwischen eine der Masken.

Bohlen 2003 komplett ausgeraubt

Kriminelle hatten die Bohlen-Villa in den vergangenen Jahren bereits öfter heimgesucht. Im Herbst 2003 hatten Unbekannte einen Geländewagen vom Hof der Bohlen-Villa gestohlen. Nur etwa zwei Monate später schlugen Einbrecher erneut zu. Während Bohlen an der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" teilnahm, räumten sie die Villa leer. "Ich habe jetzt nix mehr. Das ist so deprimierend", sagte Bohlen damals in einem Interview.

Im Sommer 2002 sorgte Bohlen zudem mit Schüssen auf vermeintliche Einbrecher - die aber Polizisten waren - für Schlagzeilen. Die Polizei war verständigt worden, dass Bohlens Sohn hilflos in der Villa des Stars liege. Zwei Beamte überprüften die Situation, doch auf ihr Klingeln öffnete niemand. Daraufhin gelangten sie durch ein Fenster ins Haus. Bohlen schoss von einem Balkon mit einer Schrotflinte, um die vermeintlichen Einbrecher abzuschrecken. Gemeinsam mit seiner damaligen Lebensgefährtin Estefania Küster war Bohlen danach nackt in den nahen Wald geflüchtet. Im Sommer dieses Jahres hatten sich Bohlen und Küster getrennt.

DPA / DPA