BORIS BECKER Fünf Millionen sollen Becker vor dem Knast bewahren


Boris Becker will sich mit einer Zahlung von fünf Millionen Euro von seiner Steuerschuld »freikaufen«, um einer Haftstrafe zu entgehen. Hat er aus Geldnot seine Münchner Villa verkauft?

Ex-Tennisstar Boris Becker könnte bei seinem Verfahren wegen Steuerhinterziehung eine Haftstrafe abwenden. Das Nachrichtenmagazin »Focus« meldete vorab, dass der Fiskus den dreifachen Wimbledon-Sieger dränge, noch im August 5,2 Millionen Euro zu bezahlen, um seine Steuerschuld zu begleichen. Zusammen mit einem Schuldeingeständnis könne sich eine solche Zahlung im Falle eines Prozesses strafmildernd auswirken, schreibt das Magazin. Experten rechneten dann mit einer Bewährungsstrafe von ein bis zwei Jahren. Sollte es zum Prozess kommen, drohen Becker im schlimmsten Fall bis zu sechs Jahre Gefängnis.

Steuerhinterziehung kein Kavaliersdelikt

Beckers Anwälte hätten die Devise ausgegeben: nur keine Konfrontation mit der Justiz. Und auch Becker selbst neige inzwischen dazu, sich mit dem Fiskus zu einigen. Vor kurzem war bekannt geworden, dass die Münchner Staatsanwaltschaft Anklage gegen Becker wegen Steuerhinterziehung erhoben hat. Dabei geht es Presseberichten zufolge um mehr als fünf Millionen Euro, die Becker dem Fiskus in den Jahren 1991 bis 1993 verschwiegen haben soll, indem er das Steuerparadies Monaco als Wohnsitz angegeben, in Wahrheit aber bereits im Münchner Stadtteil Bogenhausen gewohnt habe.

Boris in Geldnöten?

Boris Becker soll allerdings Probleme haben, das viele Geld aufzubringen. Nach Informationen der »Bild am Sonntag« hat Becker bereits seine Villa in München verkauft und ist in eine 120 Quadratmeter große Mietwohnung gezogen. Das bestätigte Beckers Berater Robert Lübenoff der Zeitung. Der Verkauf habe allerdings nichts mit den Steuerschulden des Ex-Sportlers zu tun. Lübenoff sagte der »Bild«: »Herr Becker hat schon im vergangenen Jahr beschlossen, sich von der Villa zu trennen.«

- Foto-Show: Boris Becker

»Es hat sich ausgebeckert«

Indessen scheinen dem früheren Tennis-Star wertvolle Werbeeinnahmen wegzubrechen. »Es hat sich ausgebeckert«, sagt der Geschäftsführer der großen deutschen Werbegruppe BBDO, Udo Klein- Bölting. Nach dessen Angaben ist der Ex-Tennisstar »in der Werbung so gut wie nicht mehr zu vermitteln«. Klein-Bölting: »Sein Image hat sich von dem des Siegers zu dem eines Verlierers gewandelt.«

- Mallorca: Becker darf seine Villa umbauen

Auf der Ferieninsel Mallorca zeichnet sich unterdessen ein Ende des jahrelangen Streits um das zu groß geratene Anwesen Boris Beckers ab. Wie die Wochenzeitung »Mallorca Magazin« berichtete, genehmigte die Gemeinde Artà die Pläne für den Umbau des Landguts. Damit dürfte die Gefahr, dass Beckers Bauprojekt für illegal erklärt wird, vorerst gebannt sein.

Bau ohne Genehmigung

Der prominente Deutsche hatte 1997 ein teilweise verfallenes Landhaus im Osten der Insel gekauft und auf eine Wohnfläche von 987 Quadratmeter ausbauen lassen. Da die Anlage sich in einem Landschaftsschutzgebiet befindet, ist nur eine Fläche von maximal 500 Quadratmetern zugelassen.


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