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Boris Becker: Stress, Erfolgsdruck und Einsamkeit setzten Becker zu

Boris Becker hat geschwächt von Alkohol und Schlaftabletten auf dem Tennisplatz gestanden. Er habe Schlafmittel genommen und Whisky getrunken, um mit Stress und Erfolgsdruck fertig zu werden.

Boris Becker hat während seiner aktiven Tennis-Zeit jahrelang unter dem Einfluss von Schlaftabletten und Alkohol gestanden. Damit habe er Einsamkeit und den Stress des Lebens als Tennisstar bekämpft, schreibt der dreifache Wimbledon-Sieger in seiner demnächst erscheinenden Autobiografie "Augenblick, verweile doch...", die die "Bild"-Zeitung derzeit als Vorabdruck bringt. Zeitweise habe er sein Turnierpensum reduzieren müssen, "weil ich zwischendurch Zeit brauchte, um mich ein wenig von den Tabletten zu lösen".

Ein Tennis-Leben mit Schlafmitteln

Angefangen habe alles im Frühjahr 1987, als er den Druck nicht mehr habe aushalten können, schreibt Becker, der in Kürze 36 Jahre alt wird. "Ich fing mit Schlafmitteln an - scheinbar ganz harmlos." Über Jahre habe er dann "mit diesem Zeug gelebt". Am Ende sei er mitten in der Nacht aufgewacht, weil die Wirkung nur noch drei, vier Stunden angehalten habe. "Ich musste dann noch mal zwei Tabletten nachwerfen - die doppelte Dosis. Keiner wusste von der Chemie, die mich betäubte."

Um aus seinem sportlichen Tief von 1987 herauszukommen, habe er "für jedes Problemchen ein Gegenmittel" gesucht, schreibt Becker: "Gegen die Schlaflosigkeit gab es Planum, gegen Schmerzen ein paar andere Tabletten. Gegen das Alleinsein halfen Frauen, Whisky oder beides." Als Nebenwirkung der Schlaftabletten sei er auch noch melancholisch geworden. Seine Spiele habe er immer "verpennt" angetreten - so auch das Wimbledon-Finale 1990 gegen Stefan Edberg, das er verlor.

"Noah hat mich befreit"

Mit der Geburt seines ersten Sohnes Noah im Januar 1994 sei "der ganze Spuk vorbei" gewesen, schreibt Becker: "Ich hatte jetzt einen wunderbaren Grund, wach zu bleiben, wollte mich nicht mehr in den Schlaf flüchten, musste nicht mehr diese Seele und Herz zerreißende Einsamkeit bekämpfen. Noah hat mich befreit."