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Dominic Cummings Ex-Berater behauptet: Boris Johnson wollte die Queen trotz Corona-Pandemie treffen

Boris Johnson und Queen Elizabeth II.
Boris Johnson und Queen Elizabeth II. im Juni 2021. Es war das erste Treffen des Premierministers und der Queen seit März 2020.
© Dominic Lipinski / Picture Alliance
Einmal pro Woche empfängt Queen Elizabeth II. den amtierenden Premierminister. Boris Johnson soll weiterhin auf diese Treffen bestanden haben – trotz der Coronavirus-Pandemie. Das behauptet Johnsons früherer Berater Dominic Cummings.

Es ist eine Tradition seit Queen Elizabeth II. im Jahr 1952 den Thron bestiegen hat: Immer mittwochs lädt sie den amtierenden Premierminister zur Audienz im Buckingham Palast, um aktuelle Themen zu besprechen. 14 Premierminister hat die Königin im Laufe ihrer Regentschaft empfangen, Winston Churchill war der erste, Boris Johnson ist der aktuelle. In seine Amtszeit fällt nicht nur der Brexit, sondern auch die Corona-Pandemie, die Großbritannien im vergangenen Jahr besonders schwer getroffen hat.

Trotz der gesundheitlichen Risiken soll Johnson darauf bestanden haben, die damals 94-jährige Queen weiterhin persönlich zu treffen. Das behauptet Johnsons Ex-Berater Dominic Cummings in einem Interview mit der BBC. "Ich sagte zu ihm: 'Was tust du?' und er antwortete: 'Ich werde die Queen treffen.' Daraufhin sagte ich: 'Wovon in aller Welt redest du? Natürlich kannst du die Queen nicht treffen.'" Cummings will Johnson darauf hingewiesen haben, dass bereits mehrere Mitarbeiter von Downing Street 10 erkrankt seien. "Ich sagte zu ihm: 'Wenn du das Coronavirus an sie überträgst und sie stirbt, was wirst du dann tun? Du kannst das nicht riskieren, das ist völlig verrückt.'" Schließlich soll Boris Johnson eingesehen haben, dass ein persönliches Treffen mit der hochbetagten Monarchin nicht möglich sei.

Boris Johnson erkrankte schwer an Covid-19

Tatsächlich erkrankte der Premierminister Ende März 2020 selbst an Covid-19 und zwar so schwer, dass er zeitweise auf der Intensivstation eines Londoner Krankenhauses behandelt werden musste. Die Queen zog sich während der Pandemie auf Schloss Windsor zurück. Die Gespräche mit Johnson fanden nur über Telefon statt. Erst Ende Juni trafen sich der Premier und die Königin das erste Mal wieder persönlich im Buckingham Palast.

Downing Street 10 hat die Behauptungen von Dominic Cummings zurückgewiesen. "Seit dem Beginn der Pandemie hat der Premierminister die notwendigen Maßnahmen ergriffen, um Leben zu schützen, geleitet von fundierten wissenschaftlichen Ratschlägen", heißt es in einem Statement der Regierung. Das Gespräch über einen möglichen Besuch bei der Queen habe nie stattgefunden.

BBC zeigt Interview mit Dominic Cummings

Dominic Cummings arbeitete mehrere Jahre als Berater und enger Vertrauter von Boris Johnson. Der 49-Jährige gilt als Architekt des Brexit-Abkommens. Im November 2020 kam es jedoch zum Zerwürfnis zwischen den beiden Männern. Seitdem tritt Cummings zu einer Art Rachefeldzug an und plaudert Regierungs-Interna aus. Boris Johnson wirft er ein Versagen in der Corona-Politik vor, der Premierminister würde seine eigenen politischen Ambitionen über das Leben der Menschen stellen.

Das einstündige Interview mit Dominic Cummings wird am Dienstagabend auf BBC Two ausgestrahlt.

Quellen:BBC, "Daily Mail"

jum

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