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Born-This-Way-Foundation: In Lady Gagas Hilfsorganisation versickert das Geld

2,1 Millionen Dollar hatten sie zur Verfügung, nur 5000 Dollar haben sie gespendet: Lady Gaga und ihre Mutter müssen sich für überhöhte Ausgaben ihrer Born-This-Way-Foundation rechtfertigen.

Von Frank Siering, Los Angeles

Popstar Lady Gaga bezeichnet sich gerne als Champion der Außenseiter, als Sprachrohr der Minderprivilegierten. Auch deshalb gründete die Multimillionärin die gemeinnützige Organisation Born This Way, der ihre Mutter, Cynthia Germanotta, vorsteht.

Als jetzt der finanzielle Jahresbericht der Organisation in die Hände amerikanischer Journalisten geriet, staunten selbst die Fans von Gaga Bauklötze. So stellte Born This Way, die von Gaga und ihrer Mutter gerne auch als "youth empowerment movement" – also als jugendfördernd – bezeichnet wird, gerade mal 5000 Dollar als Spende für karitative Zwecke und individuelle Stipendien im vergangenen Jahr zur Verfügung.

800.000 Dollar für "andere Kosten"

Interessant ist diese Zahl vor allem deshalb, weil Born This Way Einlagen von 2,1 Millionen Dollar zu verzeichnen hat, und somit keineswegs knapsen muss, wenn es um Spenden oder Stipendien geht. Das allein brachte Medien wie die New York Post allerdings nicht auf die Palme. Vielmehr waren es die "administrativen Kosten", die in dem Jahresbericht aufgeführt wurden, die allgemeines Kopfschütteln verursachte.

So gab die Organisation, deren Mission es ist "Unterschiede zu begrüßen und Individualität zu zelebrieren", 300.000 Dollar für nicht näher aufgeführtes Consulting aus, 50.000 Dollar für Social Media, 5000 Dollar für Event Koordinierung, 400.000 Dollar für Anwaltskosten und mehr als 800.000 Dollar für aufgeführte "andere Kosten".

Zweck der Organisation "falsch interpretiert"

In einem Statement in der Huffington Post versuchte Mama Gaga Germanotta die Zahlen zu verteidigen. Sie stritt die Ausgaben zwar nicht ab, aber wies gleichzeitig darauf hin, dass der Zweck der Organisation von Lady Gaga "falsch interpretiert" worden sei.

So sei Born This Way niemals als Organisation zu verstehen gewesen, die Gelder ausschütte. Vielmehr seien es die Events und die Service-Leistungen der Organsation, die einen direkten Eingriff auf die Entwicklung von Jugendlichen nehmen wolle. So stellt Gaga beispielsweise regelmäßig bei Konzerten einen Therapie-Bus vor ihre Hallen, in denen Jugendliche mit Experten über ihre Probleme sprechen können.

"Wir sind eine Foundation, die direkte Charity-Arbeit verrichtet. Und wir finanzieren unsere eigene Arbeit", so Germanotta. "Wir sind keine Organisation, die in erster Linie andere karitative Einrichtungen unterstützt". Und weiter: "Jeder Dollar, den wir ausgeben, betrifft auch die Anwaltskosten, ist dafür da, jede Initiative direkt, effektiv und gesetzlich einwandfrei zu implementieren." Viel gesagt, wenig erklärt.

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