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Britischer Abhörskandal: Paul McCartney geht zur Polizei

Im Skandal um abgehörte Telefone und bestochene Polizisten in Großbritannien gerät jetzt als weitere Zeitung der "Daily Mirror" immer mehr ins Visier. Die Ex-Frau von Musiker Paul McCartney, Heather Mills, hatte erklärt, ein "Mirror"-Journalist habe ihr gegenüber zugegeben, ihre Mailbox angezapft zu haben.

Ex-Beatle Paul McCartney ist womöglich ebenfalls Opfer im britischen Abhörskandal geworden. Er werde sich an die Polizei wenden, da offenbar auch sein Telefon angezapft worden sei, sagte der Star laut US-Medienberichten. Im Zentrum der Affäre steht das inzwischen eingestellte Blatt "News of The World" des "News"-Konzerns von Rupert Murdoch, doch gibt es Hinweise, dass auch Zeitungen eines anderen Konzerns beteiligt waren. Er werde gleich nach seiner US-Tournee mit der britischen Polizei sprechen, kündigte der 69-jährige Sänger nach Angaben der "Los Angeles Times" an. Das Abhören von Telefonaten sei eine "abscheuliche Verletzung der Privatsphäre". Welche Zeitung sein Telefon angezapft haben soll, ließ McCartney offen.

Am Vortag hatte seine Ex-Frau Heather Mills ähnliche Vorwürfe erhoben. In einem BBC-Interview beschuldigte das ehemalige Topmodel am Mittwoch einen Reporter der Mirror-Gruppe, Telefongespräche zwischen ihr und McCartney belauscht zu haben. Er habe dies ihr gegenüber bereits im Jahr 2001 zugegeben. Die Gruppe, der die Boulevardblätter "Daily Mirror", "Sunday Mirror", "Sunday Mail" und "People" gehören, ist selbst Teil des Konzerns Trinity Mirror, in dessen Besitz sich darüberhinaus Hunderte Regionalzeitungen befinden.

Ehemalige Journalisten des "Daily Mirror" und "Sunday Mirror" haben bereits bestätigt, dass auch in ihren Redaktionen Telefone angezapft worden seien. Trinity Mirror wies in einer Erklärung gegenüber BBC alle Vorwürfe zurück. Seine Journalisten hätten sich bei ihren Recherchen ausschließlich innerhalb der gesetzlichen Grenzen und des Pressekodex' bewegt.

ono/AFP/DPA / DPA