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Britney Spears: Halleluja statt Halligalli

Britney Spears feiert ein Comeback - zumindest ein kleines auf der Mattscheibe. Auf einmal scheint es, als seien die Sorgen der Vergangenheit weggeblasen. Einen maßgeblichen Anteil daran trägt ihr neuer Seelsorger Mel Gibson.

Von Frank Siering, L.A.

Na also, es geht doch noch. Britney Spears feiert ein kleines Comeback, und ganz Amerika - besser gesagt der TV-glotzende Teil - schaut gespannt zu. Spears Gastrolle als Rezeptionistin Abby in der TV-Serie "How I met your mother" brachte der Show mit 10.6 Millionen Zuschauern nicht nur einen Quotenrekord (normalerweise schauen nur 7.8 Millionen Leute zu), sondern auch einen neuen Vertrag für eine vierte Staffel. Thank you, Britney!

Was aber geht derzeit wirklich vor in Brit-World? Was ist dran an den Gerüchten, dass sich der gefallene Popstern wundersam über Nacht gefangen haben soll, plötzlich wieder wie ein ganz normaler Mensch agieren soll? Nichts weiter als eine geniale PR-Strategie, um das geschätzte Einkommen von monatlich 700.000 Dollar zu sichern? Einiges deutet tatsächlich auf einen fundamentalen Aufwärtstrend bei der Spears-Aktie hin. Britney arbeitet derzeit fast täglich in einem Tanzstudio, lebt gesünder, ist nicht mehr jede Nacht in irgendwelchen Tankstellen unterwegs. Die Annäherung an ihre Eltern scheint ihr gut zu tun: Spears trägt wieder Unterhosen, kaut nicht mehr an den Fingernägeln.

Verführt vom Geist Gibsons

Sicher, eigentlich Banalitäten, aber bei einer Frau, die so schnell in Depressionen verfällt wie ein Pitbull-Terrier in Blutgier "ist das schon ein echter Fortschritt", sagt auch Drew Pinsky, Psychologe in Los Angeles.

Und dann ist da noch Mel Gibson, der neue spirituelle Berater von Frau Spears. Spiritueller Berater? Mehrfach hat sich das ungleiche Paar schon in einem russischen Restaurant getroffen. Bei Borschtsch und Leitungswasser will Gibson das Teenyidol davon überzeugt haben, den Weg zurück zum Glauben zu suchen. Spears stammt aus dem tiefreligiösen Süden der Vereinigten Staaten und soll tatsächlich den spirituellen Annäherungen Gibsons nachgegeben haben. Angeblich hat sie ihm sogar versprochen, in der Kirche einen Gospelabend zu veranstalten.

Und nicht zu vergessen ist auch das herannahende Happy End mit dem Ex Kevin Federline. Der "Vorzeigepapa", der zusammen mit Spears zwei Kinder hat, will die positiven Veränderungen wohlwollend zur Kenntnis genommen haben und hat der 26-Jährigen deshalb auch angeboten, die Kinder jetzt wieder häufiger besuchen zu können. Ein Richter hatte Spears das Sorgerecht wegen ihrer Probleme entzogen.

Die bösen Geister sind vertrieben

Wird nun also doch wieder alles gut? Die bösen Geister der Vergangenheit scheinen vorerst vertrieben. Kein dubioser Manager Sam Lufti in der Nähe, selbst Paparazzi-Boyfriend Adnan Ghalib macht sich dieser Tage dünn und wird nicht mehr im selben Atemzug mit Britney Spears in den Klatschblättern erwähnt.

Dazu passen die Bilder einer züchtigen Britney Spears hinter der Rezeption. Die blonden Haare (es ist noch immer eine Perücke) sind straff zum Pferdeschwanz gebunden. Die dunkle Hornbrille steht ihr gut. Freilich, die Fotos wurden auf dem Filmset von "How I met your mother" aufgenommen. Aber so ein bisschen zeigen sie wohl doch, dass Spears redlich bemüht ist, ihr Negativ-Image ein für allemal ad acta zu legen. Eine junge Frau kämpft sich aus der Krise. Und schaut begeistert dabei zu. Denn nichts lieben die Amis mehr als ein Comeback. Genau das scheint Britney Spears der Popkultur derzeit liefern zu wollen.