HOME

Britney Spears: Versunken im geistigen Chaos

Das Sorgerecht für ihre beiden Söhne ist futsch, das Besuchsrecht auch, und jetzt steht Britney Spears auch noch unter medizinischer Dauerbeobachtung. Familie und Freunde fürchten, dass der gefallene Popstern jeden Sinn für die Realität verloren hat.

Von Frank Siering, L.A.

Britney Spears ist das Sorge- und Besuchsrecht für ihre beiden Söhne los. Ex-Ehemann Kevin Federline erhält somit vorerst die alleinige Aufsicht für Sean Preston und Jayden James. Diese Entscheidung traf gestern ein Richter in Los Angeles, nachdem Spears sich mit einem ihrer Söhne in ein Badezimmer eingeschlossen und die Herausgabe des Kindes verweigert hatte. Erst nachdem Polizeibeamte gewaltsam die Tür aufgebrochen hatten, gab Spears das Kind heraus. Dies ist ein neuer trauriger Höhepunkt im tragischen Abstieg des einstigen Popstars: Die 26-jährige Multimillionärin darf nun bis zum 14. Januar ihre beiden Kindern nicht mehr besuchen. Seit gestern hat Kevin Federline die Kleinen in seiner Obhut.

Spears befindet sich derzeit in einer geschlossenen Anstalt in Los Angeles und muss sich nach Medienberichten 24-stündiger psychologischer und medizinischer Betreuung unterziehen. Aus dem Spears-Lager heisst es, die Sängerin sei derzeit suizidgefaehrdet. Federline-Anwalt Mark Vincent Kaplan gab gestern ­ nach dem 40minütigen Emergency-Meeting mit der Spears-Seite ­ eine erste Erklärung ab: "Es gibt keine Gewinner in dieser Situation." Ungewöhnlich wortkarg für einen juristischen Bluthund, dessen Ziel es von Anfang an war, Spears die Kinder wegzunehmen.

Spears muss nun auch noch damit rechnen, dass sie wegen der Verweigerung der Herausgabe ihres Sohnes - nach einem Gerichtsbeschluss ist sie dazu verpflichtet - einer erneuten Anklage wegen Kidnappings entgegensieht. "Das hängt aber im Moment von Kevin Federline ab", sagt Joe Pertel, ein Strafverteidiger aus Santa Monica. Kindesentführung wird in den USA meist schwer bestraft. Und für Spears würde eine solche Anklage wohl bedeuten, dass sie ihre Kinder für immer verlieren könnte.

Wie grausam ist Kevin Federline?

Von Anfang an war klar, dass Federline Spears nur durch einen Anwalt bedrängte, weil der Möchtegern-Musiker knapp bei Kasse war. Als ein Settlement mit der Popsängerin platzte, zog Federline mit dem Anheuern von Bluthund Kaplan strengere Saiten auf.

In diesem ganzen Durcheinander sackte Spears immer weiter ab. Physisch, mental. Bis zum gestrigen Tiefpunkt. Gefesselt im Krankenwagen. Mit Spritzen ruhiggestellt. Eine Gefahr fuür sich und ihre Kinder. Ein trauriges Bündel Elend. Trägt Federline einen Teil der Schuld an dieser Entwicklung? ­ Sicher, daran ist nicht zu zweifeln. Aber Britney Spears braucht Hilfe, drigend. Auch an dieser Tatsache gibt es nichts zu rütteln.

Gebete sollen helfen

Ob die notwendige Hilfe dabei von Mama Lynne Spears kommt, ist mehr als fraglich. Die hat nämlich mit der kleinen Schwester von Britney, der 16-jährigen Jamie Lynne, derzeit alle Hände voll zu tun: Erst kürzlich wurde bekannt, dass der Teenager schwanger ist. Mama und Baby-Schwester waren für ein paar Tage untergetaucht. Gestern allerdings musste Lynne Spears dann doch mal wieder Stellung nehmen zu den neuesten Entwicklungen um ihre ältere Tochter: "Ich bitte alle, für Britney zu beten", so die Frau Mama.

Doch ob Gebete im Moment wirklich weiterhelfen? Britney Spears braucht eine Mutter und einen Vater an ihrer Seite, um die bösen Geister endlich aus ihrem jungen Leben vertreiben zu können.

  • Frank Siering