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Wohnsitz der Queen: Ma'am, Ihr Schloss ist ein Schrotthaufen - Buckingham Palast droht "Katastrophe"

Manche Klos sind so alt wie Prinz Charles: Der Buckingham Palast muss dringend saniert werden. Rund 430 Millionen Euro kostet die Erneuerung von Sanitär- und Elektroanlagen. Die Queen ist an der Misere nicht ganz unschuldig.

Buckingham Palast

Der Buckingham Palast in London, Wohnsitz von Queen Elizabeth II., braucht dringend eine Sanierung.

Schon mit bloßem Auge sind die Schäden zu erkennen. Die Elektroleitungen stammen noch aus der Vorkriegszeit. In Versorgungsgängen rosten uralte Wasserboiler und Rohre vor sich hin: Die Elektro- und Sanitäranlagen sind für das Gebäude zur unkalkulierbaren Gefahr geworden. Nach Angaben des königlichen Haushalts bestehe "ein sehr hohes Risiko eines Brandes oder eines Wasserschadens", falls nicht endlich gehandelt würde.

Der Buckingham Palast muss aufwendig saniert werden. Das Schloss, das im Jahr 1703 erbaut wurde, wirkt nach außen zwar immer noch prächtig, doch drinnen nagt im Londoner Wohnsitz von Queen Elizabeth II. der Zahn der Zeit. Wie das britische Finanzministerium am Freitag bekannt gab, muss das Gebäude in den kommenden zehn Jahren für 389 Millionen Pfund renoviert werden, das sind stattliche 430 Millionen Euro.

Sanierung von Buckingham Palast soll "Katastrophe" verhindern

Die Gelder dafür wird nicht die Königin selbst, sondern der Steuerzahler aufbringen müssen. Um die Sanierung zu finanzieren, wird die jährliche Zuwendung für die Queen, der derzeit 43 Millionen Pfund beträgt, um 25 Prozent erhöht. Darauf einigte sich die Regierung. Der Beschluss ist nicht unumstritten.


Finanzministerium und der königliche Haushalt rechtfertigen die hohen Ausgabe damit, dass eine "Katastrophe" wie auf Windsor Castle verhindert werden müsse. Dort wütete 1992 ein Feuer und zerstörte große Teile des Gebäudes. Angesicht der uralten Elektroleitungen drohe dem Buckingham Palast das gleiche Schicksal. "Wir können eine viel kostspieligere Gebäudesanierung nur verhindern, wenn wir jetzt handeln", sagte Tony Johnstone-Burt, Vorsitzender des königlichen Haushalts, der BBC.

Kritiker werden Queen Elizabeth Missmanagement vor

Kritiker werfen der Queen wiederum vor, sie sei selbst Schuld am schlechten Gesamtzustand des Gebäudes. Die Organisation "Republic", die eine Abschaffung der Monarchie fordert, sieht den Sanierungsstau als Indiz für das Missmanagement der königlichen Finanzen in 60 Jahren. Seit 1950 sei im Buckingham Palast nur notdürftig repariert worden. Dadurch würde es jetzt richtig teuer werden.

Buckingham Palast

Außen hui, hinten Pfui: Hinter den Kulissen der State Rooms im Buckingham Palast nagt der Zahn der Zeit.

Die Queen, die für ihre Sparsamkeit bekannt ist, weiß um die Brisanz des Themas. Sie befindet sich in einem Dilemma. Jahr für Jahr wird ihr vorgeworfen, die Kosten der Krone seien zu hoch. Auch deshalb wurden notwendige Reparaturen immer wieder aufgeschoben. "Wir werden sicherstellen, dass wir für jeden Penny das beste Preis-Leistungsverhältnis bekommen", versucht sie über Johnstone-Burt zu besänftigen.

Elizabeth II. selbst will mit gutem Beispiel voran gehen. Wenn die Sanierungsarbeiten im April starten, will sie im Palast wohnen bleiben. Auch wenn er dann für lange Zeit eine Baustelle ist.

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