Epstein-Akten Für Sex mit Ex-Prinz Andrew gab es Tee und eine Palast-Führung

Andrew Mountbatten-Windsor
Andrew Mountbatten-Windsor, damals noch Prinz Andrew, im Jahr 2007 in seinem Büro im Buckingham Palast
© David Sandison / Imago Images
Andrew Mountbatten-Windsor rutscht durch neueste Akten-Veröffentlichungen immer tiefer in den Epstein-Sumpf. Eine Frau erzählt von einer Nacht mit ihm im Palast.

Die Jeffrey-Epstein-Unterlagen spucken verlässlich brisante Schilderungen aus. Der neueste Vorwurf öffnet die Türen zu dem bekanntesten Königshaus der Welt und führt direkt hinter die Mauern des Buckingham Palastes. In den neuveröffentlichten Akten erhebt eine Frau den Vorwurf, sie sei im Jahr 2010 von Epstein nach Großbritannien geschickt worden, um dort eine sexuelle Begegnung mit Andrew Mountbatten-Windsor zu haben. Das teilte ihr Anwalt gegenüber "BBC" mit.

Nach Darstellung der Frau habe das Treffen in der Royal Lodge stattgefunden, der damaligen Wohnresidenz des früheren Prinzen auf dem Windsor-Anwesen. Die Frau, keine britische Staatsbürgerin, sei zu diesem Zeitpunkt in ihren Zwanzigern gewesen, Andrew hingegen bereits 51 Jahre alt. Was nach dem Treffen folgte, sei jedoch mehr gewesen als ein diskreter Abschied.

Ihr Anwalt Brad Edwards von der US-Kanzlei Edwards Henderson erklärte, seine Mandantin habe nach der Übernachtung eine Führung durch den Buckingham Palast erhalten, zudem sei ihr dort Tee serviert worden. "Wir sprechen von mindestens einer Frau, die von Jeffrey Epstein zu Prinz Andrew geschickt wurde. Und sie bekam sogar – nach einer Nacht mit Prinz Andrew – eine Führung durch den Buckingham Palast", sagte Edwards.

Eine Stellungnahme von Andrew Mountbatten-Windsor liegt bislang nicht vor. Eine Anfrage der BBC blieb unbeantwortet. Der Buckingham Palast hält zwar üblicherweise fest, welche Gäste an Führungen teilnehmen, doch ohne die Identität der Frau offenlegen zu können, sei es dem Sender nicht möglich gewesen, den geschilderten Besuch unabhängig zu bestätigen.

Andrew Mountbatten-Windsor vergnügte sich offenbar im Königshaus mit jungen Frauen

Der Bericht gilt als Novum: Erstmals behauptet ein Epstein-Opfer, eine sexuelle Begegnung habe in einer königlichen Residenz stattgefunden. Der Jurist Edwards vertritt nach eigenen Angaben weltweit mehr als 200 Betroffene. Zu seinen Mandantinnen gehörte auch Virginia Giuffre. Eine BBC-Recherche aus dem Jahr 2025 ergab, dass Epstein eine Reihe von Frauen über Linienflüge und seine Privatjets in das Vereinigte Königreich fliegen ließ.

Giuffre hatte erklärt, sie sei 2001 im Alter von 17 Jahren nach London gebracht worden, um Sex mit Andrew zu haben. In den darauffolgenden Jahren sei sie zu weiteren sexuellen Begegnungen mit ihm gezwungen worden, in New York sowie auf Epsteins privater Karibikinsel. Andrew hat diese Vorwürfe stets bestritten. Eine von Giuffre 2021 eingereichte Zivilklage wurde im Februar 2022 außergerichtlich beigelegt.

Der Buckingham Palast erklärte im Zusammenhang mit den Vorwürfen: "Ihre Majestäten möchten klarstellen, dass ihre Gedanken und ihr tiefstes Mitgefühl bei den Opfern und Überlebenden jeglicher Form von Missbrauch waren und bleiben werden." Dem ehemaligen Prinz Andrew wurden im Oktober vergangenen Jahres seine königlichen Titel aberkannt, nachdem Giuffres posthum erschienene Memoiren veröffentlicht worden waren. Anwalt Edwards prüft nun, ob auch im aktuellen Fall eine Zivilklage gegen den ehemaligen Prinzen eingereicht werden soll.

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