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David Carradines Tod: FBI darf bei Ermittlungen nur zusehen

Seine Familie schaltete das FBI ein, doch die amerikanische Bundespolizei darf im Fall des US-Schauspielers David Carradine die Untersuchungen nicht übernehmen. Die Ermittler können laut Staatsanwaltschaft lediglich bei der Arbeit der thailändischen Behörden zusehen - mehr aber nicht.

Bei der Aufklärung der mysteriösen Todesumstände von Hollywood-Star David Carradine wollen sich die thailändischen Behörden nicht von US-Ermittlern ins Handwerk pfuschen lassen. Das FBI könne der thailändischen Polizei bei der Arbeit zusehen oder die Prüfung bestimmter Aspekte anregen, sagte am Montag Staatsanwalt Sirasak Tiypan. "Aber sie können nicht selber ermitteln oder Beweise sammeln." Carradines Familie hatte am Wochenende das FBI um Unterstützung gebeten.

Der 72-jährige Schauspieler war am Donnerstag tot an einem Strick hängend im Kleiderschrank seines Hotelzimmers in Bangkok gefunden worden. Nach Angaben von Gerichtsmedizinern starb der Star aus der 70er-Fernsehserie "Kung Fu" und Quentin Tarantinos Kino-Zweiteiler "Kill Bill" möglicherweise bei einem Unfall beim Masturbieren. Ein Strick um Carradines Hals war laut Polizei mit einem weiteren Strick um seine Genitalien verknüpft.

Die genaue Todesursache soll durch Labortests ermittelt werden, deren Resultate werden aber frühestens in drei Wochen erwartet. Nach Angaben von Carradines früherer Frau, Marina Anderson (56), hatte der Schauspieler eine Vorliebe für außergewöhnliche, "potenziell tödliche" Sexpraktiken. Das geht aus den Scheidungspapieren hervor, die der auf Justizfälle spezialisierte Internetdienst "The Smoking Gun" veröffentlichte. Anderson, ebenfalls Schauspielerin, war von 1998 bis 2001 Carradines vierte Frau. Zum Zeitpunkt seines Todes war er zum fünften Mal verheiratet.

Carradine war in den 70er Jahren als Star der TV-Serie "Kung Fu" bekannt geworden. Vor wenigen Jahren spielte er die Rolle des Bill in Quentin Tarantinos Kino-Zweiteiler "Kill Bill".

AFP / AFP