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Dieter Bohlen: Oma hätte ihn nicht erkannt

Er gibt sein Gesicht für "O2", "Müller-Milch" und "Makro-Markt" her. Sein Konterfei auf einer "Media-Markt"-Anzeige fand Dieter Bohlen allerdings nicht witzig. Jetzt hat er die Kette verklagt.

Musikproduzent Dieter Bohlen will nicht für vergleichende Werbung der Elektronikkette Media Markt herhalten. Bohlens Anwalt Michael Nesselhauf forderte am Dienstag vor dem Landgericht Frankenthal eine einstweilige Verfügung gegen den Media Markt Ludwigshafen, der am 14. November 2003 mit einem weitgehend unkenntlich gemachten Bohlen für das Computerspiel "Herr der Ringe" geworben hatte. Durch die Anzeige seien Bohlens Persönlichkeitsrechte verletzt worden.

Bohlen selbst wirbt in Zeitungsanzeigen für den Media-Markt-Konkurrenten Makro Markt. In der am 14. November in der Bild-Zeitung veröffentlichten Anzeige hatte der Media Markt einen Ausschnitt aus einer aktuellen Makro-Markt-Anzeige entnommen, um so für das gleiche Computerspiel zum günstigeren Preis zu werben. Bohlens Gesicht war dabei von einem Kasten überdeckt worden mit dem Text: "Nur wo Media Markt drauf steht, ist auch Media Markt drin."

Persönlichkeitsrechte verletzt?

Die Abbildung Bohlens in diesem Zusammenhang sei unnötig gewesen, sagte Nesselhauf: "Es gibt nicht eine Entscheidung, die bei vergleichender Werbung die Verletzung von Persönlichkeitsrechten erlaubt." Der Media Markt habe mit Bohlens Abbildung Aufmerksamkeit erregen wollen.

Der Vorsitzende der Sechsten Zivilkammer, Uwe Kneibert, machte deutlich, dass er die Kritik an der Media-Markt-Anzeige kaum für nachvollziehbar hält. Die Abbildung des Musikproduzenten sei "die Kontur eines Anfanges einer Person", sagte Kneibert: "Hätte ich das meiner Oma gezeigt und gefragt 'Wer ist das?' hätte ich keine Antwort gekriegt." Zudem habe der Bundesgerichtshof bereits in einer Entscheidung deutlich gemacht, dass bei vergleichender Werbung möglichst die Originalanzeige des Konkurrenten verwendet werden solle. Das Gericht will seine Entscheidung am 20. Januar verkünden.