HOME

Ärger um Kaffeebecher: Donald Trump ruft zum Boykott von Starbucks auf

Wegen fehlender Weihnachtsmotive auf den Bechern von Starbucks ist in den USA ein bizarrer Religionsstreit entfacht. Präsidentschaftskandidat Donald Trump nutzt die Gunst der Stunde zum Protest gegen die Kaffeehauskette.

Von Andreas Renner, Los Angeles

Donald Trump bei einer Debatte der republikanischen Präsidentschaftskandidaten in Milwaukee

Donald Trump bei einer Debatte der republikanischen Präsidentschaftskandidaten

Dass ein ehemaliger amerikanischer Pfarrer ein Video mit einer lächerlichen Hetzkampagne gegen die Kaffeehaus-Kette Starbucks im Internet veröffentlicht, ist das eine. Rund zwölf Millionen Menschen haben die Botschaft des erzkonservativen Christen Joshua Feinstein bereits geklickt. Feinstein ist völlig überzeugt, die neuen schlicht-roten Winter-Kaffeebecher seien christenfeindlich, weil man bei dem Kaffeegiganten erstmals seit 20 Jahren auf zierende Weihnachtsmotive verzichtet habe.

Dass die bizarre Botschaft von Joshua Feinstein nun allerdings sogar den Weg in den Präsidentschaftswahlkampf findet, macht die Diskussion um die Pappbecher gänzlich lächerlich. Bei einem Wahlkampfauftritt in Springfield im US-Bundesstaat Illinois griff der republikanische Frontrunner Donald Trump die Botschaft von Feinstein auf - und unterstützte den aufgebrachten Christen in seinem Wirken.

"Wenn ich Präsident bin, sagen wir wieder 'Frohe Weihnachten'"

"Eines sage ich Ihnen: Wenn ich Präsident bin, sagen wir alle wieder Frohe Weihnachten", erklärte Trump und rief zugleich zum Protest gegen Starbucks auf. "Im Trump Tower in New York befindet sich einer der wirtschaftlich erfolgreichsten Starbucks-Läden. Vielleicht sollten wir Starbucks boykottieren. Ernsthaft. Das ist dann wohl das Ende dieses Mietvertrages, aber wen interessiert’s?", sagt Trump gegenüber begeisterten Anhängern. 

Starbucks reagierte unterdessen auf die Kontroverse, die in zahlreichen führenden US-Medien als Schlagzeile lief. Man wolle in diesem Jahr ein Zeichen setzen und aus Respekt gegenüber anderen Religionen, die Hannukah, Kwanzaa oder gar nicht religiös feiern, auf den Schriftzug "Merry Christmas" und Weihnachtsmotive verzichten. Nachvollziehbar aus Sicht eines Unternehmens, dass 23.000 Läden in 68 Ländern rund um den Globus betreibt.

Kreativer Lösungsvorschlag von Ellen DeGeneres

Die amerikanische Talkshow-Moderatorin Ellen DeGeneres griff in ihrer Sendung die Diskussion um die Pappbecher in gewohnt sarkastisch-humoriger Art auf. "Viele Christen sind entsetzt, dass die Becher keine Schneeflocken, Nikolaus-Schlitten und Elfen mehr als Zierde haben - eben all die Dinge, die man so findet in der Bibel", sagt DeGeneres. Aufgrund der tiefroten Farbe und ohne die angeblichen Christenmotive könne man die Becher nun auch getrost "Teufels-Schlucker" nennen. Für alle Kaffeefreunde, die nun sehr enttäuscht seien ob der fehlenden Weihnachtsstimmung auf den Bechern, hat DeGeneres eine Lösung parat: eine Brille, vor deren Gläser man beliebige Weihnachtsmotive hängt und die man immer dann trägt, wenn man bei Starbucks Kaffee trinken möchte.