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Drogengeständnis von Miley Cyrus: Vernebelte Geburtstagsparty

Amerikas berühmtester Disney-Star schockt mit einem undurchsichtigen Drogengeständnis. Und löst unter den Moralaposteln Empörung aus.

Von Frank Siering, Los Angeles

Die Party im Roosevelt Hotel in Los Angeles erreichte ihren Höhepunkt, als Veranstalterin Kelly Osbourne den Geburtstagskuchen für ihre BFF (Best Friend Forever) Miley Cyrus auftischen ließ.

Eine große Sahnetorte mit dem Abbild von Bob Marley wurde vor einer gröhlenden Menge in den Saal gerollt. Grund genug für Miley, immerhin Disneys größter Marketing-Export seit Mickey Mouse, selbst zum Mikro zu greifen.

"Du weißt, dass du ein 'Stoner' bist, wenn dir deine Freunde einen Bob-Marley-Kuchen backen", rief Cyrus - sie feierte ihren 19.Geburtstag - in die Menge. Und weiter: "Du weißt, dass du bei einem solchen Kuchen viel zuviel Gras rauchst."

Die Klatschportale überschlugen sich

Und schon war es passiert: Miley Cyrus, bis vor kurzem - trotz leicht angeschmutzter weißer Weste - noch immer Inbegriff einer moralisch standfesten amerikanischen Jugend, plötzlich ein selbst bekennendes Drogenkind! Ein Junkie; eine, die ohne Marihuana nicht mehr leben kann.

Die Klatschportale in den USA überschlugen sich am Wochenende, zeigten ein Video von Miley auf ihrer eigenen Party, dass die Zeitung "The Daily" von einer anonymen Quelle - ergo einem Gast und somit einem "Freund" oder "Freundin" von Miley - zugesteckt bekommen hatte.

TMZ.com titelte: "Miley nennt sich Pothead", Blogger Perez Hilton schrieb: "Miley gibt zu: 'Ich bin ein Stoner', und die Huffington Post vermeldete: "Mileys jüngste Drogenkontroverse".

Dieses Mal fällt die Schadensbegrenzung schwer

Der weitere Image-Schaden für Teenie-Star Cyrus war nicht mehr abzuwenden. Und reihte sich nathlos in den "Salbei-Zwischenfall" ein, der kurz vor ihrem Geburtstag im vergangenen Jahr für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Damals waren Fotos von der Entertainerin aufgetaucht, die sie beim Rauchen einer Wasserpfeife gezeigt hatten. Das PR-Notrufteam von Cyrus konnte den Fall noch einmal abbiegen, indem sie skandierten, dass Miley nicht Marihuana, sondern das in den USA legale Azteken-Salbei inhaliert hatte.

Bei der jüngsten Party im Roosevelt-Hotel allerdings hatte Miley dieses Mal selbst indirekt zugegeben, ein "Stoner" zu sein. Da fiel die Schadensbegrenzung nicht mehr ganz so leicht.

Das Abschütteln des Disney-Images

Zunächst sprang ihr Freundin Kelly Osbourne via Twitter zur Seite. "Wenn @MileyCyrus nicht aufnimmt/filmt/tourt, dann arbeitet sie jeden Tag. Wie soll es da möglich sein, ein Stoner zu sein. Denkt mal drüber nach."

Andere Stimmen vermuten, dass der jüngste Zwischenfall nur ein weiterer Versuch von Miley Cyrus sei, ihrem mittlerweile lästigen Disney-Teenage-Image zu entkommen.

Ob nun ein kontroverser Photo-Shoot für Vanity Fair (Cyrus zeigte sich da nur mit einem Bettlaken bekleidet), einem skandalösen sexy Stangentanz vor zwei Jahren oder einem weiteren Dirty-Dancing-Auftritt mit Regisseur Adam Shankman bei der Abschlussparty zu den Dreharbeiten von "The Last Song", Miley Cyrus hat in letzter Zeit immer wieder bewiesen, dass sie längst kein unschuldiger Disneystar mehr ist - und wohl auch nicht mehr sein will.

"Ist kein Thema, Ende der Diskussion"

Ihre Freunde nennen sie dieser Tage deshalb gerne auch mal "Bob Miley" - in Anlehnung an den Reggae-Master und zu Lebzeiten meist benebelten Bob Marley.

Miley selbst zuckt mit den Schultern, wenn sie auf ein mögliches Drogenproblem angesprochen wird. "Hab ich nicht, ist kein Thema, Ende der Diskussion", lauten meist die kurzen Kommentare der selbstbewussten Sängerin.

Eines steht allerdings nach dem Auftritt im Roosevelt-Hotel fest. Durch die jüngste Kontroverse hat sich Miley Cyrus eine weitere Kerbe in ihren imaginären "Bad Girl Gürtel" geschlagen. Genau das dürfte sich diese 19-jährige Möchtegern-Rebellin wünschen. Ein liebes Mädchen, wie von Disney verlangt, war sie schließlich lange genug.